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20.04.2011

07:17 Uhr

Schuldenabbau

Ratingriese S&P verstärkt Druck auf die USA

Exklusiv Der Druck auf die US-Politik, den Schuldenabbau zu forcieren, wächst. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stellte den Parteien Bedingungen, die sie erfüllen müssen, um die Bonitätsbestnote zu behalten.

Standard and Poor's in New York. Quelle: dpa

Standard and Poor's in New York.

Washington"Nun, da die Republikaner im Kongress und die Obama-Administration ihre mittelfristigen Konsolidierungspläne auf den Tisch gelegt haben, werden wir uns auf zwei Dinge konzentrieren: erstens, ob eine Einigung darüber erzielt werden kann, die Haushaltsdefizite in der nächsten Dekade um insgesamt vier Billionen Dollar zu verringern. Und zweitens auf die Fragen, wie glaubwürdig die zugrunde liegenden Annahmen des Sparprogramms und wie effektiv die Entscheidungen der Legislative sind, das Sparziel zu erreichen", schreibt David T. Beers, Managing Director bei Standard & Poor's, in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Wegen wachsender Zweifel an der Kreditwürdigkeit der USA war die Regierung von Präsident Barack Obama zuvor auch aus dem Ausland zum Sparen gedrängt worden. Mit China rief der größte Gläubiger der weltgrößten Volkswirtschaft die Regierung zu "verantwortungsvollen" Maßnahmen auf. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) fordert einen Abbau der Neuverschuldung, nachdem S&P vor einem Entzug Bonitätsbestnote "AAA" gewarnt hatte.

"Die Gefahr besteht nicht", konterte US-Finanzminister Timothy Geithner. Nach Worten Obamas gibt es in der Frage der Schuldensenkung tiefe ideologische Gräben zwischen seiner Partei der Demokraten und den oppositionellen Republikanern. Dennoch sei eine Einigung erreichbar, sagte der Präsident vor Studenten in Virginia. An den Finanzmärkten hatte die S&P-Ankündigung die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise von Europa auf die USA geschürt.

"Wir hoffen, dass die US-Regierung eine verantwortungsvolle Politik betreiben wird, um das Interesse der Investoren zu schützen", erklärte am Dienstag das chinesische Außenministerium. Die Volksrepublik besitzt mit drei Milliarden Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) die größten Währungsreserven der Welt. Etwa zwei Drittel davon sind Schätzungen zufolge in Dollar angelegt. Auch die EZB forderte die mit einer Rekordverschuldung kämpfenden USA auf, ihre Finanzen rasch zu sanieren. Bei einer Verzögerung "nehmen die Probleme zu und wachsen die Ungleichgewichte", warnte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini-Smaghi.

S&P-Experte Beers verteidigte den Warnschuss an die Vereinigten Staaten. "Aus unserer Sicht war der entscheidende Faktor, dass sich die fiskalpolitische Position der USA weiter verschlechtert hat und es an der Fähigkeit, vor allem aber am Willen in den USA fehlt, diesen Trend schnell umzukehren." Es bestehe die Gefahr, dass die mittelfristigen Ziele des Kongresses und der Regierung, die künftigen Haushaltsdefizite um bis zu 4,4 Billionen Dollar zu verringern, nicht erreicht würden.

Kommentare (16)

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Revision

20.04.2011, 07:47 Uhr

"drei Billionen Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro)"
....sind rund 2.1 Billionen (or 3 trillion Dollar in English terms!)

Seidwachsam

20.04.2011, 07:48 Uhr

Kasperltheater für das Volk.
Die Ratingagentur ist korrupt und pro USA.
Es ist geplant eine weltweite Finanzkrise auszulösen, aber nicht so harmlos wie letztes Mal.
Ein neuer Dollar ist ja schon gedruckt, vielleicht versuchen sie sogar schon jetzt elektronisches Geld einzuführen......
Wir werden sehen.....seid wachsam !

aruba

20.04.2011, 07:58 Uhr

Guten Tag,.... Diese Korrupten Saecke sollen sich Ihr Rating zusammenrollen und in den Hintern stecken. Argentien, Portugal, Griechenland, die Ukraine, Panama;... alles ehemals Tit-Top Ratings. Es ist eine Frage der Bestechlichkeit. Das gleiche gils fuer " Experten ". Besten Dank

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