Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.07.2011

11:08 Uhr

Schuldengrenze abschaffen

Moody's entwirft Rettungs-Szenario für klamme USA

In Washington feilen Republikaner und Demokraten an einem Kompromiss im US-Schuldenstreit. Platzen die Gespräche, schlittern die USA in die Pleite. Wie das vermieden werden kann, skizziert nun die Ratingagentur Moody's.

Moody's-Büro in New York. Quelle: dpa

Moody's-Büro in New York.

New YorkMoody's rät den USA, die Schuldenobergrenze ganz abzuschaffen und so Unsicherheit bei Investoren zu vermeiden. Die USA gehörten zu den wenigen Staaten, in denen die Politik über die erlaubte Gesamtverschuldung abstimmen müsse, was immer wieder für Unruhe bei den Anlegern sorge, teilte die Agentur am Montag mit. „Wir würden das Risiko geringer einschätzen, wenn die Regierung beim Thema Verschuldung diese Unsicherheit herausnimmt“, schrieb Moody's-Experte Steven Hess.

Die Verschuldung der USA hat die gesetzlich festgelegte Obergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar bereits erreicht, ab Anfang August droht die Zahlungsunfähigkeit, wenn die Grenze nicht weiter angehoben wird. Erst in der vergangenen Woche hatte Moody's damit gedroht, den USA ihre Topnote AAA zu entziehen, wenn die Regierung nicht mehr zahlen könne.

Damit erhöhte die Agentur den Druck auf die Politik, sich im festgefahrenen Schuldenstreit doch noch zu einigen. Zwar sei grundsätzlich die Gefahr gering, dass die USA zahlungsunfähig würden, weil sich Republikaner und Demokraten bisher noch immer auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen konnten. Angesichts der derzeitig besonders stark verhärteten Positionen beider Parteien sei die Unsicherheit aber erhöht, sagte Hess.

Dessen ungeachtet zeichnet sich offenbar für einen Kompromissvorschlag zunehmend Unterstützung bei Demokraten und Republikanern ab. Seit Wochen ringen die Parteien nach einem Weg, bis zum 2. August den Kreditrahmen des Landes zu erhöhen und gleichzeitig zumindest ein abgespecktes Sparprogramm auflegen zu können.

Möglichkeiten im Kampf gegen den Zahlungsausfall

Aussetzen bestimmter Papiere

Seit dem 6. Mai hat das Finanzministerium bereits den Verkauf der sogenannten Slugs - State and Local Government Series Securities - gestoppt. Diese Papiere werden den Bundesstaaten und Kommunen zur Anlage angeboten, erhöhen aber die Schulden des Bundeshaushalts. Wird das Programm gestoppt, erhöht das den Finanzspielraum des Ministeriums. In den vergangenen 20 Jahren wurde das Programm bereits sechs Mal ausgesetzt, damit die USA die Schuldenobergrenze nicht reißen.

Aussetzen von Einmalzahlungen in Rentenfonds

Das Finanzministerium stoppt Einzahlungen in verschiedene Fonds für Pensionen und die Absicherung von Berufsunfähigkeit der Beschäftigten im Staatsdienst. Damit könnte es je nach Dauer zwölf oder 72 Milliarden Dollar freimachen.

Einfrieren eines Investmentfonds

Das Finanzministerium wird ab diesem Montag einen Fonds für Beschäftigte im Staatsdienst, den G-Fonds, auf Eis legen. Die darin enthaltenen Mittel von 130 Milliarden Dollar werden bis auf weiteres nicht mehr neu angelegt. Damit erhöht sich der Spielraum zur Aufnahme neuer Kredite um diesen Betrag.

Anzapfen von Fonds zur Währungsstabilisierung

Die Regierung könnte den selten genutzten 50 Milliarden Dollar schweren Fonds zur Stabilisierung der Währungskurse anzapfen, um die Aufnahme neuer Schulden zu verhindern. Der Fonds wurde in den 1930er Jahren während der Großen Depression

geschaffen.

Verkauf von Vermögenswerten

Die Regierung könnte Teile von Unternehmen verkaufen, die sie im Rahmen des 700 Milliarden Dollar schweren TARP-Programmes gerettet hat. Allerdings hat Finanzminister Timothy Geithner bereits angedeutet, dies sei möglicherweise keine gangbare Lösung, weil der Steuerzahler bei einem Blitz-Verkauf Verluste erleiden könnte.

 

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Peter

18.07.2011, 11:39 Uhr

Soll nun die korrupte Ratingagentur Obama und der Wallstreet helfen ihr Lügenspiel weiter fortzuführen.....
Das ist doch alles total bescheuert.....und trotzdem schlafen die meisten Menschen noch...
Das muss im weltweiten Chaos enden !

Account gelöscht!

18.07.2011, 11:41 Uhr

einfach brilliant!! auf diese Idee wäre ich niemals gekommen. Schafft einfach die Schuldengrenze ganz ab, schon ist das Problem gelöst!

Dreistheit siegt mal wieder!!

Danke an euch ganzen Finanzheinis!! Bessere Satire kann keine Show der Welt schreiben!

Account gelöscht!

18.07.2011, 11:43 Uhr

Rettungs-Szenario = abschaffen der Schuldengrenze. Das soll eine Schlagzeile sein? Das ist absolut lächerlich!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×