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30.09.2011

12:45 Uhr

Schuldenkrise

10 Schritte zum harten Euro

VonAnsgar Belke

ExklusivWen überzeugen Rettungsschirme, Anleihenkäufe und Kredithebel? Die Märkte jedenfalls nicht. DIW-Topökonom Ansgar Belke hat für Handelsblatt.com den Masterplan für eine wirklich stabile Währung aufgeschrieben.

BerlinTrotz einer Reihe von EU-Gipfeln gibt es immer noch keine überzeugende Lösung der Euro-Schuldenkrise. Bislang hat die Politik deshalb nur zwei Optionen: Sie muss entweder immer größere Rettungspakete schnüren oder den Euro zerfallen lassen. Doch es gibt noch einen dritten Weg: Sie kann mit mutigen Reformen ein neues Währungssystem für Europa schmieden.

Dieser Bauplan für einen neuen Euro hat vier kurzfristige Bestandteile, um die Euro-Zone gegen eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale zu schützen. Langfristig muss in sechs Schritten die Glaubwürdigkeit des Euro wiederhergestellt werden. Dazu muss den Euro-Staaten der wichtigste Anreiz gegen zu hohe Schulden genommen werden: Die Sanktionsfunktion der Marktzinsen muss wieder greifen. Die Euro-Staaten müssen sich einer Lektion aus der Währungsgeschichte erinnern und sie konsequent umsetzen: Mitglieder einer Währungsunion dürfen keinen direkten Zugriff zur Notenpresse haben.

Ansgar Belke ist Forschungsdirektor für internationale Makroökonomie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Er lehrt Makroökonomie an der Uni Duisburg-Essen und ist Mitglied des „Monetary Expert Panels“ des Europa-Parlaments.

Kommentare (17)

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pendler

30.09.2011, 13:03 Uhr

Den (Nord)-Euro zu stabilisieren, wäre so einfach gewesen.

Gebt den Griechen die Drachmen und den Italos die Lira zurück und sie wären mit gestufter Abwertung von ihrer Währung im Export wieder wettbewerbsfähig gewesen.

Aber dann hätte man gesehen, dass viele Länder ohne den Euro besser dran sind, als mit dieser Mogelpackung. Und das genau hätte schnell Schule gemacht.

Falls der Euro wirklich so eine sichere Sache wäre, hätte man das Parlament nicht so unter Druck setzen müssen, wie gerade passiert.

Wie damals mit dem Partisanen-Oberst, Willy Brandt, der seine Ostverträge auch nur mit massiver Bestechung durch bekam.

Immer wenn man Parlaments-Entscheidung so erzwingt, geht es nur darum, das dt. Volk zu betrügen. Wie in diesem Fall, wo es nur darum geht, den Weg für die

NEUE WELTORDNUNG

frei zu machen.
Die Illuminaten lassen grüßen

marinero

30.09.2011, 13:15 Uhr

ich kann mir nicht helfen, aber mir kommt diese ganze Schirmgeschichte vor wie diese Anekdote:

Kommt ein Mann zur Bank und will Geld anheben. Da sagt der Kassierer zu ihm: "Ihr Konto ist überzogen", antwortet der Mann: "Kein Problem, ich stell ihnen eben schnell eine Scheck aus!"

Real heißt das jetzt aber, dass der Scheck vom deutschen Konto abgebucht wird.

WFriedrich

30.09.2011, 13:37 Uhr

Bevor die 10 Schritte diskutiert, modifiziert und realisiert werden, muss man Klarheit schaffen, was unter einem "harten" Euro verstanden wird. Die Bandbreite der Antworten liegt zwischen den engen Grenzen der klassischen Geldfunktionen einerseits und einem anpassungsfähigen Instrument zur optimalen Platzierung der europäischen Volkswirtschaften im globalen Wettbewerb andererseits. Die Optimierung ist vmtl. komliziert und erheblich von divergierenden Interessen überlagert. Ungeachtet der Bewältigung des Optimierungsproblems erachte ich die Sicherstellung der Finanzierung der Realwirtschaft zu vernünftigen Bedingungen als noch dringlichere Aufgabe. Diese Aufgabe muss ungeachtet der Verwerfungen, Sorgen und Erwartungen der Finanzindustrie gelöst werden. Die Sicherung der Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Realwirtschaft betrachte ich als eine grundlegende Voraussetzung für die Ausgestaltung unserer Währung.

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