Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.12.2011

09:50 Uhr

Schuldenkrise

Amerika zittert um den Euro

VonNils Rüdel

In einer Ruck-Rede hat Präsident Barack Obama eine Erholung der US-Wirtschaft versprochen. Doch die hängt mehr denn je am Schicksal Europas. Ängstlich verfolgen die Amerikaner, wie Merkel und Co. die Krise lösen wollen.

Härtere Strafen für Wall-Street-Betrüger

Video: Härtere Strafen für Wall-Street-Betrüger

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WashingtonEs war eine jener Reden, nach denen wieder einmal klar wird, warum dieser Mann schwer zu schlagen sein wird. Mit Wucht und Pathos prangerte US-Präsident Barack Obama am Dienstag (Ortszeit) die Ungerechtigkeiten in seinem Land an, heftig teilte er gegen die Vorstellungen der Republikaner über die Wirtschaft aus.

Und stiftete Hoffnung: Er werde daran arbeiten, dass wieder jeder seine Aufstiegschance bekommt, dass die Mittelschicht wieder wächst. Dass jeder seinen fairen Anteil leistet, vor allem auch die Wohlhabenden. Jetzt, so der Präsident, sei ein „Alles-oder-Nichts-Moment“, der über die Zukunft der US-Wirtschaft entscheidet.

Der Ort der Ruck-Rede, auch das eine von Obamas Spezialitäten, war voll von Symbolik: In der Kleinstandt Osawatomie, Kansas, hatte im Jahr 1910 Theodore Roosevelt den ausufernden Kapitalismus gegeißelt, mehr Gerechtigkeit und den Schutz der Mittelschicht gefordert. Vom „Neuen Nationalismus“ sprach der Ex-Präsident, der damals nicht mehr im Amt war.

Heute allerdings, mehr als 100 Jahre später, ist es mit Neuem Nationalismus nicht mehr getan. Wohl und Wehe der US-Wirtschaft hängen in einer globalisierten Welt nicht mehr nur noch daran, welche Vorstellungen sich in Washington durchsetzen.

Euro-Rettung: Rating-Warnung setzt Merkel und Co unter Erfolgsdruck

Euro-Rettung

Rating-Warnung setzt Merkel unter Druck

Der Ärger über Standard & Poor's nach der Bonitätswarnung für die Euro-Zone ist groß.

Und eine der größten Gefahr für Amerikas Wohlstand lauert derzeit in Europa.

Die Schuldenkrise auf dem alten Kontinent klammerte Obama in seiner Rede zur Lage der Wirtschaft aus, doch zeitgleich drehten die Anstrengungen seiner Regierung auf Hochtouren. Auf Geheiß des Präsidenten tingelte Finanzminister Timothy Geithner am Dienstag durch Deutschland, traf EZB-Präsident Mario Draghi, Bundesbank-Chef Jens Weidmann und Finanzminister Wolfgang Schäuble. Heute ist in Paris Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy an der Reihe.

Geithners Auftrag: Er soll die Europäer vor ihrem Gipfel am Donnerstag und Freitag einmal mehr überzeugen, endlich mehr gegen die Krise zu unternehmen. Die Eurozone müsse „ein nachhaltiges Bekenntnis des politischen Willens abgeben“, forderte der Amerikaner in Berlin, Regierungen und Zentralbanken müssten gemeinsam zur Lösung beitragen. Der Amerikaner war auf ähnlichen Missionen zuletzt mehrfach abgeblitzt. Aber versuchen soll er es trotzdem.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ForzaEURO

07.12.2011, 10:06 Uhr

Bitte in der Redaktionskonferenz mal die Peitsche für dreisig Hiebe rausholen.

Ich zitiere: ""Die Krise sei „von höchster Wichtigkeit für unsere eigene Wirtschaft“, hatte Obama kürzlich betont.""

Sowas kann Obama nicht wirklich gesagt haben.

jooflo

07.12.2011, 10:10 Uhr

Die Amerikaner sollen endlich mal auf ihrem Kontinent bleiben und die eigene Schuldenkrise lösen. Ach, ich vergass, Europa muss ja wieder als Melkkuh herhalten.... Ami go home!

Schlaumeier

07.12.2011, 10:11 Uhr

40% Haushaltsdefizit in den USA. 3% Wachstum = grandiose Leistung. Mr. Obama = schlechtester US-Präsident aller Zeiten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×