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22.01.2013

13:43 Uhr

Schuldenkrise

Asmussen warnt vor Staatspleite Zyperns

Zypern dürfe man nicht einfach pleite gehen lassen, fordert EZB-Direktor Jörg Asmussen. Die Risiken seien nicht vorhersehbar und selbst ein so kleines Land könnte systemrelevant sein.

Joerg Asmussen, EZB-Direktor, warnt davor Zypern Geldhilfen zu verweigern. dapd

Joerg Asmussen, EZB-Direktor, warnt davor Zypern Geldhilfen zu verweigern.

BrüsselEZB-Direktor Jörg Asmussen hat die Regierungen der Euro-Zone davor gewarnt, Zypern die beim Euro-Rettungsschirm ESM beantragten Milliarden-Hilfen zur Stabilisierung seines Staatshaushalts zu verweigern.

Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Brüssel: „Eine ungeordnete Entwicklung in Zypern könnte die im vergangenen Jahr gemachten Fortschritte bei der Stabilisierung der Euro-Zone unterminieren.“ Das Land sei klein, könne aber dennoch systemrelevant für die gesamte Euro-Zone sein.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Die zyprische Regierung hatte beim ESM Hilfen von gut 17 Milliarden Euro beantragt, vornehmlich, um seine Banken zu stabilisieren. In der Euro-Zone wird kritisiert, die Regierung unternehme zu wenig, um die EU-Geldwäschestandards einzuhalten.

Asmussen sagte am Rande eines EU-Finanzministertreffens, normalerweise würde man annehmen, dass die Folgen einer Pleite Zyperns begrenzt wären. „Aber man sollte auch erkennen, dass die Lage nicht normal ist“, warnte er: „Die Lage (in der Euro-Zone) ist noch immer fragil.“ So könnte eine ungeordnete Entwicklung in Zypern Griechenland in Mitleidenschaft ziehen, was wiederum für Staatsanleihen anderer Länder negative Folgen haben könnte.

„Vor diesem Hintergrund erwarte ich, dass eine Entscheidung über den Hilfsantrag Ende März fallen könnte“, sagte Asmussen. Dabei müsse auch die Geldwäscheproblematik geklärt werden.

Von

rtr

Kommentare (14)

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Lug_und_Trug

22.01.2013, 13:53 Uhr

Zitat: "Die Risiken seien nicht vorhersehbar und selbst ein so kleines Land könnte systemrelevant sein."

Ich kann es nicht mehr hören. Vor unseren demokratisch nicht legitimierten sogenannten "Führungs-Eliten" kann einem nur noch Himmelangst werden!

Vicario

22.01.2013, 13:59 Uhr

Zitat : „Die Lage (in der Euro-Zone) ist noch immer fragil.“ So könnte eine ungeordnete Entwicklung in Zypern Griechenland in Mitleidenschaft ziehen, was wiederum für Staatsanleihen anderer Länder negative Folgen haben könnte.

Folglich darf "NIE" ein Land in der €-Zone Pleite gehen :
- geht Zypern Pleite, geht Griechenland Pleite
- geht Griechenland Pleite, geht Bulgarien und Frankreich pleite
- geht Frankreich Pleite, geht Italien und Spanien Pleite
-geht Spanien Pleite, geht Portugal Pleite

Diese ClubMed-Pleiten reichen völlig aus, um Deutschland Pleite gehen zu lassen !

- geht Deutschland Pleite, gehen Österreicher und Holländer Pleite

Somit ist die €-Zone komplett Pleite !!!!

DER STEUERZAHLER DER EU KANN SICH WEITERHIN FREUEN,
WIE FINANZDILETTANTEN A LA ASMUSSEN IHNEN DAS GELD
AUS DER TASCHE ZIEHEN !!!!

Es wird gerettet, bis ALLE PLEITE SIND !!!!

Rechner

22.01.2013, 13:59 Uhr

O-Ton Assmussen
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Zypern dürfe man nicht einfach pleite gehen lassen, fordert EZB-Direktor Jörg Asmussen.
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Kein Mensch will Zypern "einfach pleite gehen lassen".

Bloß muß Zypern eben einem vernünftigen Sanierungsplan zustimmen.

Sonst gib's nix.

+++

O-Ton Assmussen
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Die Risiken seien nicht vorhersehbar
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Die Risiken sind sehr wohl vorhersehbar.

Die EZB muß ihre ELA Ausleihungen an die zypriotische Nationalbank abschreiben.

Ein paar Kleptokraten verlieren ihre Einlagen bei den zypriotischen Banken, und ein paar französische und britische Banken müssen Kredite für ein paar Milliarden abschreiben.

+++

O-Ton Assmussen
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selbst ein so kleines Land könnte systemrelevant sein.
------------------

Assmussen verwechselt systemrelevant mit relevant für Systemlinge.

Denn natürlich mögen die Zentralbanker keine Abschreibungen - das sieht ja so aus als hätten Sie schlecht gewirtschaftet.

Die Verwechselung von Eigeninteresse und Systeminteresse ist bei Bonzen häufiger anzutreffen.

Sozusagen ein systemischer Fehler.

...

Man kann nur hoffen das Merkel daraus gelernt hat und NIE WIEDER die Direktionspositionen bei der EZB dazu verwendet um ein warmes Plätzchen für unfähige Funktionäre zu finden.

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