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01.10.2011

11:43 Uhr

Schuldenkrise

China ermahnt Europa entschlossen zu handeln

Nur selten äußert sich China zu den Entwicklungen im Westen. Doch die Schuldenkrise macht auch die Volksrepublik nervös, schließlich wird in Europa viel investiert. Ein Leitartikel drückt die Sorge der Parteiführung aus.

Mahnender Finger: China sieht die Entwicklung in Europa mit Sorge. dpa

Mahnender Finger: China sieht die Entwicklung in Europa mit Sorge.

PekingChina hat ein entschlosseneres Handeln der europäischen Länder bei der Bewältigung der Schuldenkrise angemahnt. Sollten sie zu zögerlich vorgehen, müssten vermutlich einige Länder aus der Euro-Zone ausscheiden, hieß es am Samstag in einem Leitartikel des Zentralorgans der Kommunistischen Partei, „Renmin Ribao“.

„Europa steht an einem historischen Scheideweg. Es muss große Weisheit, große Kühnheit, große Entschlossenheit zeigen und entschlossen ans Werk gehen“, hieß es in dem Kommentar. „Wenn es in der Lage ist, eine Finanzunion zu begründen, kann Europa noch die Wende schaffen. Wenn es aber weiter herumtrödelt, verschärft sich die Lage zusehends.“ Renmin Ribao gibt die Meinung der Regierung in Peking zwar nicht eins zu eins wieder, unterstreicht aber die Sorgen über die chinesischen Investitionen in Europa.

China hält weltweit die größten ausländischen Währungsreserven. Im Juni waren es 3,2 Billionen Dollar. Analysten schätzen, dass rund ein Viertel der Währungsreserven in Euro angelegt ist. China hatte den Euro-Ländern unlängst auch Hilfe angeboten. Es setzt die Europäer aber gleichzeitig zunehmend unter Druck und wirft ihnen eine Gefährdung der weltwirtschaftlichen Stabilität vor.

Allzu viele Gedanken über die Krise in Europa dürfte sich Chinas an diesem Tag aber nicht machen, schließlich ist heute Nationalfeiertag. Mit einem Festakt auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking gedachte die chinesische Führung der Ausrufung der Volksrepublik China vor 62 Jahren gedacht. Präsident Hu Jintao, Regierungschef Wen Jiabao und die Führungsriege der Kommunistischen Partei verneigte sich vor dem Monument der Helden des Volkes auf dem Tiananmen-Platz.

Am Freitagabend hatte Wen in einer Rede versprochen, die größten Probleme im Land anzugehen, darunter die steigende Inflation, Arbeitslosigkeit, Korruption, Umweltverschmutzung und soziale Ungerechtigkeit. „Wir werden große Anstrengungen unternehmen, um die Demokratie zu garantieren und zu perfektionieren und die Probleme zu lösen, die das Volk am meisten treffen“, sagte Wen laut am Samstag veröffentlichtem Redetext. Er betonte, sein Land werden dem „Sozialismus mit chinesischen Charakteristika“ treu bleiben, womit unter anderem die Einparteienherrschaft der Kommunistischen Partei gemeint ist.

Kommentare (1)

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Rainer_J

01.10.2011, 11:09 Uhr

Es war eine sehr große Dummheit von China soviel Papier zu kaufen. Die Chinesen haben 20 Jahre lang für einen Haufen Papier gearbeitet:-))

Eigene Doofheit, würde ich sagen.

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