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13.09.2011

15:47 Uhr

Schuldenkrise

EU-Beamte nehmen Arbeit in Griechenland auf

Griechenland kriegt Korruption, Steuerhinterziehung und schlechte Verwaltung nicht allein in den Griff: Nun greifen Experten aus Brüssel greifen Athen beim Steuereintreiben und bei Konjunkturprojekten unter die Arme.

Horst Reichenbach leitet die Griechenland-Taskforce. dpa

Horst Reichenbach leitet die Griechenland-Taskforce.

Brüssel/AthenAllen Pleitedebatten zum Trotz hat am Dienstag eine EU-Taskforce in Athen die Unterstützung der griechischen Behörden im Kampf gegen den Schuldensumpf und den Konjunktureinbruch gestartet. Das rund 30-köpfige Expertenteam unter Leitung des Deutschen „Katastrophenhelfers“ Horst Reichenbach soll dem pleitebedrohten Staat wieder auf die Beine helfen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos beriet mit Reichenbach über die ersten Schritte.

EU-Kommissionssprecher Olivier Bailly sprach am Dienstag von einer doppelten Mission: Zu einen muss die Taskforce die Verwaltung modernisieren, etwa beim Aufbau des bislang fehlenden Katasteramtes und bei der mangelhaften Steuererhebung. Die rückständige Verwaltung gilt als einer der Gründe, warum Griechenland die Auflagen aus dem Notkreditprogramm der Europartner bislang nicht erfüllt.

Fast acht Milliarden Euro geparkt

Zum zweiten soll das Reichenbach-Team der Regierung helfen, Konjunkturprojekte zu starten und dafür das bereitstehende Fördergeld aus Brüssel einzusetzen. Rund 14 Milliarden Euro stehen bis 2013 aus verschiedenen EU-Töpfen zur Verfügung. Wegen fehlender Projekte und fehlenden Geldes zur Gegenfinanzierung konnten die Behörden bislang nur 30 Prozent der Mittel abrufen.

7,7 Milliarden Euro sei in „schlafenden Projekten“ geparkt, sagte Kommissionssprecher Bailly. Geht es nach der Kommission, sollen Griechenland und andere Länder unter einem Kreditprogramm künftig nur noch fünf Prozent der Hilfe gegenfinanzieren müssen. Der Absenkung der Quote haben die Mitgliedsstaaten und das Parlament aber noch nicht zugestimmt.

Kommentare (11)

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Pequod

13.09.2011, 16:07 Uhr

Dantes Inferno
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Wir wird dann eigentlich das Schreckensszenarium eines
gemeinsamen EU-Haushalts mit einem europäischen Wirt-
schafts- und Finanzministeriums aussehen, wenn man nicht einmal in der Lage ist, innerhalb von 18 Monaten, das
längst überfällig Insolvenzverfahren für Griechenland
in die Wege zu leiten?
Dantes Inferno dürfte dagegen sicherlich eine wahre Idylle
gewesen sein!!

lowabras

13.09.2011, 16:10 Uhr

Na toll, dann wird ja alles gut! Damit gehören die EU Probleme bald der Vergangenheit an. Der DAX steigt wieder und alles ist wie's war, BESTENS!
Natürlich haben die Taskforce Mitglieder schon zig mal gezeigt wie man Probleme löst und ausreichend Erfahrung im Vertuschen und Kleinreden von Problemen. Nein, natülich haben sie keinerlei praktische Erfahrungen in Betriebs- und Volkswirtschaft, sie haben auch noch nichts konkretes bewegt, außer ihre Stühle und Stuhlgänge, hätte ich fast vergessen.
Genau solche hochbezahlten Theoretiker und wirtschaftliche Taugenichtse brauchen die Griechen. Alleine können sie ihre ausweglose Situation nicht mehr klein reden, da gehören schon Profis ans Werk!

Oh.jeee

13.09.2011, 16:13 Uhr

Sicherheitsdienste vor Ort verdienen jetzt bestimmt sehr gut, denn die neuen "Beamten" sind unbeliebt.

Für kein Geld der Welt würde ich diese Jobs aufnehmen und Steuergelder einpfänden in Griechenland.

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