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20.01.2011

10:51 Uhr

Schuldenkrise

EU-Marshall-Plan soll Griechenland retten

VonDietmar Neuerer

ExklusivEuropa bekommt seine Schuldenkrise nicht gelöst. Statt ein Gesamtkonzept für angeschlagene Mitgliedsstaaten auf den Weg zu bringen, verliert sich die EU im Klein-Klein. Das nährt Spekulationen, ob Länder wie Griechenland überhaupt in der Lage sind ihre Schulden zurückzuzahlen. Ökonomen fordern die Politik zu raschem Handeln auf.

Droht Griechenland die Pleite? Reuters

Droht Griechenland die Pleite?

DÜSSELDORF. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert einen europäischen Marshall-Plan für angeschlagene Euro-Länder wie Griechenland. „Die Euro-Krise lässt sich nur durch ein umfassendes Lösungskonzept bewältigen“, sagte Bofinger Handelsblatt Online. Eines der Elemente müsse ein „EU-Marshall-Plan“ sein - ein, wie der Ökonom sagte, „umfassendes europäisches Investitionsprogramm für die Problemländer, damit ihre Wirtschaft nach der Radikalkur der IWF-Programme wieder auf die Beine kommt“.

Darauf drängt auch das FDP-Bundesvorstandsmitglied Jorgo Chatzimarkakis. „Man könnte Griechenland auf unorthodoxe Weise helfen, indem etwa bisher nicht abgerufene EU-Kohäsionsmittel für Griechenland von der EU direkt verwaltet werden“, sagte der FDP-Europaabgeordnete Handelsblatt Online. „Im Sinne eines kleinen EU-Marshall-Plans bis zum Jahr 2013 könnte so rasch das Wachstum angekurbelt werden.“ Zurzeit lägen etwa 20 Milliarden Euro an Mitteln auf Eis, erklärte der FDP-Politiker.

Unterstützung kommt auch vom Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf, Gustav Horn. „Die FDP -Idee eines Marshall Plans, um den betroffenen Ländern das Herauswachsen aus der Schuldenfalle zu ermöglichen, ist sinnvoll“, sagte Horn Handelsblatt Online. Nur so werde man langfristig die Probleme in den in den Griff bekommen, nicht aber durch eine forcierte Politik des Gürtel-Enger-Schnallens.

Bofinger schlug zudem vor, neben einer Umschuldung für Länder mit sehr hohen Schuldungstandsquoten auch die Ausgabe gemeinsamer Euro-Anleihen in Angriff zu nehmen. „Eurobonds sind ein Instrument zur Vermeidung von Ansteckungseffekten auf Länder wie Italien und zugleich ein Weg, um den hochverschuldeten Ländern einen Zugang zu einer Finanzierung mit niedrigen Zinsen zu ermöglichen“, sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR). Die Finanzierung über Eurobonds setze allerdings voraus, dass das Budget eines Landes von der EU-Kommission gebilligt wird.

Bofinger hält überdies eine Restrukturierung der Banken, die besonders stark in den Problemländern engagiert sind, sowie die Einrichtung einer Bankenaufsicht für den Euroraum für unumgänglich. „Je schneller eine solche große Lösung umgesetzt wird, desto besser“, sagte er. „Teillösungen werden keinen Erfolg haben.“

Kommentare (7)

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Gastkritiker

20.01.2011, 12:04 Uhr

"Der Wirtschaftsweise Peter bofinger und das FDP-bundesvorstandsmitglied Jorgo Chatzimarkakis..."

...hatten alle Zeit der Welt um die speziellen Griechischen Verhältnisse anzuzeigen und eine Lösung herbeizuführen.

Herr Chatzimarkakis ist wie alle Griechen ein grosser Patriot, er könnte darüberhinaus noch Kompetenz beweisen indem er versucht griechische Probleme mit griechischem Geld zu lösen...

Leertasche

20.01.2011, 12:13 Uhr

PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
Ordne den Artikel unter Humoresken ein.
Da man ja hier mit Lösungsvorschlägen kommt, die nach verlorenen Weltkriegen ersonnen hat, geht man hier Schritt drei vor Schritt zwei.
VORSiCHT - DERERLEi SCHREiTEN FÜHRT ZUM STURZ !

Thomas Melber, Stuttgart

20.01.2011, 12:23 Uhr

Eine Rückzahlung (Tilgung) der Verbindlichkeiten ist nur möglich, wenn die Einnahmen die Ausgaben (möglichst dauerhaft)übersteigen. Offenbar verstehen dies die verantwortlichen aber nicht, vielleicht ist der Ansatz für diese auch zu einfach. Umschuldungen oder eine Verringerung der Netto-Neuverschuldung (Erhöhung von Kreditlinien) ist keine (!) Tilgung.

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