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12.03.2012

13:22 Uhr

Schuldenkrise

Euro-Zone lässt Griechenland zappeln

Der Schuldenschnitt ist unter Dach und Fach, das zweite Hilfspaket für Griechenland kommt - aber nicht sofort. Die Euro-Zone schiebt die Freigabe der 130 Milliarden Euro weiter auf und verlangt von Athen mehr Wachstum.

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Brüssel/AthenDie Euro-Länder werden frühestens am Mittwoch endgültig über das zweite Griechenland-Hilfspaket entscheiden. Diplomaten berichteten kurz vor Beginn des Treffens der Euro-Finanzminister, einzelne Mitgliedstaaten müssten noch parlamentarische Hürden überwinden. Die Finanzminister hatten aber schon am Freitag 35 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, um den Schuldenschnitt für private Gläubiger abzusichern. Insgesamt hat das zweite Hilfspaket einen Umfang von 130 Milliarden Euro. Es soll dafür sorgen, dass Griechenlands Schuldenberg von rund 160 Prozent der Wirtschaftsleistung bis Ende des Jahrzehnts auf ein einigermaßen erträgliches Niveau von rund 120 Prozent schrumpft. Neben dem Schuldenschnitt soll dazu eine Wachstumsinitiative beitragen. Eine Task Force der EU, die den Griechen dabei helfen soll, traf heute in Athen ein.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte vergangene Woche in einem Brief an den griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos skizziert, was noch zu tun ist. Das Land müsse große Infrastrukturprojekte wie den überfälligen Autobahnbau zügig angehen, heißt es unter anderem in dem Schreiben. Papademos appellierte an die Griechen, weiter an den Strukturreformen mitzuarbeiten, um die Wirtschaft zu stärken.

Die Griechen knüpfen große Hoffnungen an die Task-Force, die von dem Deutschen Horst Reichenbach geleitet wird. Denn in Brüssel liegende Fördergelder – rund zwölf Milliarden Euro aus den EU-Fonds für strukturschwache Regionen – gelangen bisher nicht ins Land. „Administrative Hürden“ hätten das Land bislang daran gehindert, die Mittel abzurufen, konstatierte Barroso. Reichenbach und seine rund 40-köpfige Beamtengruppe sollen dafür sorgen, dass diese Hindernisse beseitigt werden.

Die Task-Force soll die Regierung in Athen auch dabei unterstützen, Staatsbetriebe zu privatisieren. Die aus EU-Kommission, EZB und IWF bestehende Troika hat die Verzögerungen bei der Privatisierung beklagt. Der Verkauf der Staatsunternehmen spülte bislang weit weniger Geld in die leere Staatskasse als erwartet.

Kommentare (7)

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JamieDimon

12.03.2012, 14:14 Uhr

Mit EU-Geldern wird jetzt der Autobahnbau in strukturschwachen Gebieten forciert - die griechische Tragikomödie besitzt noch enormes humoristisches Steigerungspotential !

Charly

12.03.2012, 14:37 Uhr

http://www.tagesspiegel.de/politik/euro-krise-anleger-fordern-schadenersatz-fuer-schuldenschnitt/6316662.html

artaxerxes

12.03.2012, 14:41 Uhr

Wann wird der Juncker-Barroso - Schutzmantel von den griechischen Schwarz- und Betrugsgeldern gezogen ???? Sie liegen u.a. in Luxemburg, der Schweiz , GB und Deutschland und werden bisher von den Politgangstern nicht berührt. Das ist ein Skandal für sich, den der EU-Vorsitzer Schulz einmal würdigen sollte !

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