Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.08.2011

04:11 Uhr

Schuldenkrise

EZB kauft Staatsanleihen

Die Europäische Zentralbank hat sich entschlossen, den Euro mit dem Kauf von Staatsanleihen zu stützen. Zugleich wurden Italien und Spanien zu konsequentem Sparen ermahnt. IWF-Chefin Lagarde lobt die Zusammenarbeit.

Die EZB will zur Stützung des Euros weitere Staatsanleihen ankaufen. Quelle: dpa

Die EZB will zur Stützung des Euros weitere Staatsanleihen ankaufen.

Frankfurt am Main/LondonDie Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die angekündigten Bemühungen der Europäischen Zentralbank und der sieben führenden Industriestaaten um Finanzstabilität begrüßt. Diese Zusammenarbeit werde dazu beitragen, das Vertrauen an den Finanzmärkten zu erhalten und das globale Wirtschaftswachstum anzukurbeln, erklärte Lagarde am Sonntagabend (Ortszeit) in Washington.

Sie begrüße die Erklärungen der EZB, von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy sowie der G-7, gemeinsam alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um Stabilität und Liquidität an den Finanzmärkten zu sichern. Die rasche Umsetzung der beim jüngsten Euro-Krisengipfel im Juli gefassten Beschlüsse sowie des vom US-Kongress gefundenen Kompromisses zur Senkung des US-Defizits seien weitere «entscheidende Elemente für die Finanzstabilität», erklärte die IWF-Chefin.

Im Kampf gegen eine Ausweitung der Schuldenkrise hält die Europäische Zentralbank die Hoffnungen auf ein Eingreifen zugunsten Italiens aufrecht. Die Notenbank sei bereit, ihr Anleihekaufprogramm „aktiv umzusetzen“, erklärte das oberste Entscheidungsgremium der EZB, der 23-köpfige Rat, in der Nacht zum Montag nach mehrstündigen Krisenberatungen. Weitere Einzelheiten dazu nannte er allerdings nicht.

Der Euro hat im frühen Handel in Fernost am Montag zugelegt. Dabei profitierte er von Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB), zur Eindämmung der Schuldenkrise italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen. Händlern zufolge wird am Markt nun genau darauf geachtet, wie stark die EZB Staatsanleihen aus der Euro-Zone stützt.

Der Euro legte auf 1,4360 Dollar zu von 1,4280 im späten US-Handel am Freitag. Zeitweise sprang er auf über 1,44 Dollar. Zur japanischen Währung behauptete sich der Euro bei 112,15 Yen. Zum Schweizer Franken gab sie zwar auf 1,0920 Franken nach, lag aber deutlich über ihrem Rekordtief von 1,0719 Franken vom Freitag. Der Dollar geriet wegen der Herabstufung der US-Bonität durch die Ratingagentur S&P unter Druck. Er verlor leicht auf 78,02 Yen und fiel zur Schweizer Währung zeitweise auf ein Rekordtief von unter 0,75 Franken.

Kommentare (24)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MikeM

07.08.2011, 23:39 Uhr

"Die Europäische Zentralbank hat sich entschlossen, den Euro mit dem Kauf von weiteren Staatsanleihen zu stützen".

Bitte, liebes Handelsblatt, nicht so einen Mist schreiben! Der Euro wird mit dem Ankauf fauler Anleihen nicht gestützt. Wenn etwas gestützt wird, dann ist es die italienische Regierung oder Wirtschaft. Unsere Medien spielen ihren Teil der Volksverdummung brav weiter, bis zum bitteren Ende.

Account gelöscht!

07.08.2011, 23:47 Uhr

So und als nächste verliert also Frankreich sein AAA und was dann? Wie wäre es dann mal mit einem Bonus für AAA Länder in der Eurozone statt weiterhin rücksichtsloses und unwirtschaftliches Handelns mit ultra billigen Krediten über die EZB zu belohnen ?

http://www.bloomberg.com/news/2011-08-07/aaa-rated-france-may-be-vulnerable-to-downgrade-following-cut-to-the-u-s-.html

Martin

07.08.2011, 23:50 Uhr

Die Problematik der gesamtschuldnerischen Haftung in der Eurozone wird insbesondere uns Deutschen in den privatwirtschaftlichen Abgrund reißen. Das hat Dr. Helmut Kohl gut eingefädelt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×