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20.07.2011

14:57 Uhr

Schuldenkrise

EZB warnt vor Zahlungsausfall

Deutschland und Frankreich versuchen, kurz vor dem EU-Gipfel noch eine Lösung für die Schuldenkrise zu finden. EZB-Chefvolkswirt Stark warnt davor, mit falschen Entscheidungen die Unsicherheit an den Märkten zu schüren.

Euro-Skulptur vor der EZB-Zentrale in Frankfurt. Quelle: dpa

Euro-Skulptur vor der EZB-Zentrale in Frankfurt.

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat vor dem Euro-Gipfel die europäischen Spitzenpolitiker aufgefordert, einen zeitweisen Zahlungsausfall Griechenlands zu verhindern. Die Beschlüsse des Gipfeltreffens vom Juni müssten eingehalten werden, sagte Stark der „Börsen-Zeitung“. Wenn nun darüber debattiert werde, diesen Beschluss zurückzunehmen, zeige das die Halbwertszeit politischer Aussagen und schüre Unsicherheit an den Märkten. „Ich erwarte, dass die Staats- und Regierungschefs sich an das halten, was sie vor noch nicht einmal vier Wochen beschlossen haben“, sagte Stark.

Dabei sei es möglich, den privaten Sektor an den Schuldenkosten Griechenlands zu beteiligen. Dabei komme dem Euro-Rettungsschirm EFSF eine besondere Rolle zu. Solange die Investoren ihre Anleihen an den EFSF freiwillig verkauften, der Fonds die Papiere gegen Barmittel erwerbe und bis zur Endfälligkeit halte, sehe er kein Risiko einer Bonitätszurückzustufung auf „zeitweisen Zahlungsausfall“, sagte Stark. Es sei aber nicht auszuschließen, dass auch ein solcher Weg von den Marktakteuren als Kreditereignis eingestuft werde.

Griechenland-Hilfe: Die EZB in der Zwickmühle

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Mit ihrer starren Haltung blockiert die EZB eine Lösung in der Euro-Krise. Ihr Chef Jean-Claude Trichet hat sich vom "Mister Euro" zum "Monsieur non" gewandelt

Einen Tag vor dem Krisengipfel der Euro-Länder zeichnet sich noch immer keine Einigung über neue Hilfen für Griechenland ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wollen am späten Mittwoch bei einem Treffen in Berlin ihre Meinungsunterschiede überwinden und damit den Weg zu einem zweiten Hilfspaket unter Beteiligung privater Gläubiger ebnen.

Auch Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou wollte mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso über das Thema beraten. Dieser forderte die Staats- und Regierungschefs eindringlich zu „ehrgeizigen“ Entscheidungen bei dem Gipfel auf: „Niemand darf sich Illusionen machen - die Lage ist sehr ernst.“

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

20.07.2011, 15:52 Uhr

Erst bringen die Griechen ihre Milliarden (nach denen keiner mehr nach fragt) ins Ausland in Sicherheit oder kaufen Immobilien in London. Echt eine Frechheit, jetzt erpressen sie die EU, dass schnell neue Milliarden fliessen sollen. Besser wäre die Konten von Griechen zu pfänden und die Immobilien. In ein Abzocker-Fass kann man doch kein neues Geld werfen !!
Wer auf griechischen Anleihen sitzt hat auch das Risiko mit gekauft mit den hohen Zinsen. Pech !

Diese ganze Schuldenmacherei ist sowieso Kommunismus auf Pump. Anders können die Kommunisten nicht. Den Leuten alles versprechen und Schulden machen. Wenn dann kein Geld mehr da ist, weil die Wirtschaft abgewürgt ist, werden die "Reichen" geplündert und zum Schluss der Knall mit der Inflation.

So einen kommunistischen Weg gehen EU/EZB/IWF, Merkel/Schäuble und Obama ja auch gerade. Vielleicht hat das ganze der chinesisch-kommunistischen Volkskongress so beschlossen. Die haben doch schon alle Fäden in der Hand.

Ohnmacht

20.07.2011, 16:46 Uhr

CDU: Ausverkauf Deutschlands, Transferunion (Rettungsschirme, EFSF, ESM)
SPD: Totengräber des Stabilitätspaktes (Schröder, Steinbrück, Steinmeier)
FDP: gebrochenes Wahlversprechen, Klientelpolitik
Grüne: Antiindustriepolitik, Energieversorgungsunsicherheit

Für eine neue demokratische und an den Interessen der Menschen in Deutschland und Europa orientierte Politik:

www.pro-deutschland-online.de

https://epetitionen.bundestag.de/index.php
action=petition%3Bsa=details%3Bpetition=18123

gerhard

20.07.2011, 18:47 Uhr

"Mit ihrer starren Haltung blockiert die EZB eine Lösung in der Euro-Krise. Ihr Chef Jean-Claude Trichet hat sich vom "Mister Euro" zum "Monsieur non" gewandelt", heißt es hier.

Immer wieder ist zu beobachten, dass die EZB sich in die EU-Politik direkt einmischt. Ihre Aufgabe ist aber auf die Währung zu achten und z.B. nicht durch Einlagerung von "bad"- Schuldpapieren sich in die EU- Politik direkt einzuklinken.
Natürlich versucht sie jetzt ihr Fehlverhalten mit Griechenland durch andere "heilen" zu lassen.

Die Rolle der EZB ist also ziemlich zwiespältig zu sehen.

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