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10.02.2015

10:22 Uhr

Schuldenkrise

Griechenland will alternative Geldgeber suchen

Sollte Deutschland im Schuldenstreit mit Griechenland hart bleiben, wolle das Land außerhalb der EU nach Geldgebern suchen, sagt Verteidigungsminister Panos Kammenos. Er bringt die USA, Russland und China ins Spiel.

Panos Kammenos will auch außerhalb der EU nach Geldgebern suchen. „Das wären am besten die USA, aber es könnten auch Russland oder China oder andere Länder sein“, betonte Kammenos im griechischen Fernsehen. AFP

Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos.

Panos Kammenos will auch außerhalb der EU nach Geldgebern suchen. „Das wären am besten die USA, aber es könnten auch Russland oder China oder andere Länder sein“, betonte Kammenos im griechischen Fernsehen.

AthenIm Schuldenstreit mit den Euro-Partnern bringt der neue griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos andere Geldgeber ins Spiel. Ziel sei zwar ein Abkommen mit der EU, aber falls Deutschland hart bleibe, müsse sich sein Land nach Alternativen umsehen, sagte Kammenos am Dienstag.

„Das wären am besten die USA, aber es könnten auch Russland oder China oder andere Länder sein“, betonte Kammenos im griechischen Fernsehen.

Zahlen und Fakten zum griechischen Schuldendrama

Zwei Rettungspakete

Ausgezahlt wurden bisher: Aus dem 1. Paket bilaterale Kredite der Europartner: 53 Milliarden Euro, aus dem 2. Paket 141 Milliarden Euro.

Schuldenberg

Trotz eines Schuldenschnittes 2012 immer noch rund 320 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt sollen die Schulden von 169 Prozent dieses Jahr bis 2022 auf 112 Prozent gedrückt werden.

Laufzeiten

Die Hilfskredite unter dem Euro-Rettungsschirm EFSF haben jetzt schon eine durchschnittliche Laufzeit von rund 32 Jahren. Die ohnehin niedrigen Zinsen werden erst von 2022 an fällig. Auch die Tilgung beginnt beim EFSF erst 2022.

Verlängerung

Das laufende Kredithilfsprogramm der Europäer wurde schon bis Ende Februar verlängert. Eine weitere Verlängerung müsste von Athen beantragt werden. Parlamente einiger Staaten müssten zustimmen. Es stehen im Programm noch 1,8 Milliarden Euro bereit.

Weitere Hilfen

Sie werden wahrscheinlich nötig. Eine angedachte vorbeugende Kreditlinie von rund 11 Milliarden Euro gibt es nur, wenn das laufende Programm abgeschlossen ist, das heißt die Spar- und Reformauflagen erfüllt werden.

Pleitegefahr

Experten gingen bisher davon aus, dass Griechenland bis zum Sommer durchfinanziert ist. Ob das jetzt angesichts des Disputs zwischen Brüssel und der neuen griechischen Links-Rechts-Regierung noch zu halten ist, ist offen.

Nach seinem Wahlsieg hatte Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras den Chef der Rechtspopulisten zum neuen Verteidigungsminister ernannt. Die nationalistische Kleinpartei Unabhängige Griechen verhilft Tsipras zur Mehrheit.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Herr Josef Hirsepp

10.02.2015, 11:39 Uhr

Alternative Finanzierung?
Ja was wollen die denn, die Griechen?
Wenn denen die uns oktrojierte Finanzierung ueber die Geldentwertung der Sparer nicht gefaellt, dann sollen sie doch zur Mafia, den Griechen-Reedern oder anderen Finanzhaien gehen! Mal schaun, was die fuer "guenstige" Konditionen haben!
ggfs. kann ja auch Schaeuble 50 % seiner Pensionsansprueche an den Griechen
-Finanzministewr abtreten,, so als Vorbild fuer EU Solidaritaet!
weitere Karlspreistraeger, wie etwas Jean Claude Juncker werden dann ganz bestimmt nachziehen!

Schaeuble: aufpassen!!! ob man da nicht noch etwas lernen kann von Griechen, was dem Deutschen Volke gut tut !

Herr Helmut Paulsen

10.02.2015, 11:56 Uhr

Griechenland = Zockerland = Als wenn ein Bauerhof mit 2 Kühen, 5 Schweinen und 10 Hühnern sich über 100 Millionen EURO verschuldet hätten. Warum bekam der "Bauernhof" soviel Kredite ? Das ist die entscheidende Frage. Und wo ist das ganze Geld jetzt ??

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Das "EU-Rettungsgeld" das landete TATSÄCHLICH bei den Banken, damit sie keine Kredit-Ausfälle haben - WEIL JA DIE GRIECHISCHE REGIERUNG NICHT ZAHLEN KANN ODER WILL.

Aber: WO IST DAS GELD, DAS DIE GRIECHIEN URSPRÜNGLICH FÜR DIE STAATS-ANLEIHEN BEKOMMEN HATTEN ?? Die 350 Milliarden Staats-Anleihe-Gelder ?? Die Regierung hatte doch Geld von den Banken bekommen, als sie die Staats-Anleihe-Papiere gegen Geld tauschten (Primäre Auktionen).

DAS IST DOCH DIE FRAGE !!!

---

-- SIE TREIBEN KEINE STEUERN EIN IM LAND GRIECHENLAND. -- Niemand zahlt Steuern. Wie soll da ein Staat finanziert werden ? Wie soll man 5000 EUR Pension zahlen für 100.000 Bedienstete Beamte ?

Der Staat finanziert sich ausschliesslich über SCHULDEN. Darum sind sie BANKROTT und suchen neue GELD-SCHENKER.

Herr Old Harold

10.02.2015, 12:08 Uhr


Ich würde meiner Bank auch gerne die Bedingungen diktieren, unter denen sie mir die Ersparnisse fleißiger EU-Bürger, für ein flottes Leben leihen darf.

Aber das gibt es wohl nur im Pippi-Langstrumpf-Land: "Ich mach´ mir die Welt, wie es mir gefällt!"

So muss ich, wohl oder übel, weiter arbeiten.

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