Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2011

00:13 Uhr

Schuldenkrise

Griechenland wird die gesetzten Sparziele nicht packen

Griechenland hat eine schrumpfende Wirtschaft und sinkende Steuereinnahmen. Die Finanzen sind undurchsichtig. Aus Regierungskreisen verlautet was viele befürchten: Das Land wird die Sparziele verfehlen.

In Athen sind die Finanzen undurchsichtig. dapd

In Athen sind die Finanzen undurchsichtig.

Athen Griechenland verfehlt einem hochrangigen Regierungsvertreter zufolge das Defizitziel. Das Minus belaufe sich 2011 auf 8,1 bis 8,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), sagte der Vertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Ziel war 7,6 Prozent.

Die Inspektoren der internationalen Geldgeber befürchten Kreisen zufolge sogar, dass sich das Defizit auf 8,5 bis 8,6 Prozent belaufen könnte. Grund sei nach Ansicht der Prüfer von Internationalem Währungsfonds (IWF), EU und EZB eine schleppende Umsetzung des Sparkurses, sagte ein der sogenannten Troika nahestehender Vertreter.

Die Athener Regierung macht dagegen die unerwartet tiefe Rezession verantwortlich. Griechenland rechnet damit, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als 4,5 Prozent schrumpft, möglicherweise sogar um über fünf Prozent. Bisher hatte sich die Athener Regierung auf ein Minus von 3,9 Prozent eingestellt.

Die Troika von EU, IWF und EZB fordert den Kreisen zufolge von den Griechen nun eine schnellere Umsetzung der Privatisierungspläne, sowie der Arbeitsmarktreformen. Die Inspektoren überprüfen seit Montag, ob Griechenland ausreichend Fortschritte für den Erhalt einer weiteren Tranche aus dem Rettungsfonds erzielt hat. Die zunehmend desolate Finanzlage des Mittelmeerlandes sorgte inzwischen auch für innenpolitische Verwerfungen.

Ein Expertenausschuss, der am Vortag die Verschuldung Griechenlands als außer Kontrolle bezeichnet hatte, verlor am Donnerstag seine Spitze: Die Chefin des unabhängigen Parlamentsauschusses, Stella-Savva Balfousia, nahm ihren Hut. Kreisen zufolge entschloss sie sich zu dem Schritt, nachdem Finanzminister Evangelos Venizelos das Expertenkomitee wegen dessen Kritik scharf angegriffen hatte.

Im vergangenen Jahr hatte das Finanzministerium eigens den Ausschuss eingesetzt, um Licht in die undurchsichtigen Finanzen in Athen zu bringen. Balfousia war auch eine der zentralen Figuren in einem früheren Komitee, das die Ungereimtheiten und zur Verdeckung der desolaten Finanzlage Griechenlands öffentlich gemacht hatte.

Von

rtr

Kommentare (29)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

tom_tom

02.09.2011, 01:13 Uhr

"Griechenland wird Sparziele nicht packen"... ich bin verblüfft ...

Kritiker

02.09.2011, 01:20 Uhr

Die Griechen sind und bliben ein Pleitkandidat und werden wieder Geld und Hilfen brauchen. Die Wirtschaftsentwicklung in Europa stockt, sogar in Deutschland. Es werden nun wieder einige Länder efizite aufweisen und neues Gled fordern.
Fast jeder hier im Land sieht, das da Unsummen verplempert werden um Banken zu retten etc. Zu Lsten der Bürger. Über 70 % der Bundesbürger haben sich einer Umfrage zu Folge gegen weiter Miliardenhilfe. Nur ein offensichtlich seniler Finanzminister, der gar nichts kapiert, hilflos vor dem Bundesverfasszungsgericht herumstammelt und sich immer wieder von Bankern wie Herrn Ackermann über den isch ziehen lässt, will immer weiter deutsches Steuergeld nachschießen. Der Mann ist völlig fehl am Platze und völlig verbohrt. Er will bis zum völligen Untergang nicht eingestehen, dass der Euro ein Fehler war. Dazu noch eine völlig verblendete, machthungrige Kanzlerin.

Kritker_von_Kritikern

02.09.2011, 01:49 Uhr

anders gesehen: die Griechen sind keine Pleitekandidaten, sondern werden als strategischer Hebel zur Aushebelung der Europäischen Union genommen?
Bei den Deutschen war man zu Feige, daher die feine Perlenkette, die da zusammengewirkt scheint?

Zu Ihrer Information: Guantanamo gilt auch heute, erstaunlicherweise, als "Concentration Camp" übersetze ich das richtig in die deutsche Sprache heißt das: Konzentrationslager.

Erklären Sie uns Ihr Problem bitte etwas genauer,

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×