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11.10.2011

16:13 Uhr

Schuldenkrise

Hoffnungsschimmer für Athen, Blockade in Bratislava

Jeder Schritt zur Stabilisierung der Euro-Zone ist ein Kraftakt: Die Troika bewertet Athens Fortschritte positiv, verlangt aber mehr. Und in der Slowakei droht die Regierung an der Ratifizierung des EFSF zu zerbrechen.

EU-Delegationsleiter Matthias Morse (M.) vertritt die EU in der Troika. Reuters

EU-Delegationsleiter Matthias Morse (M.) vertritt die EU in der Troika.

BrüsselDie Auszahlung der nächsten Hilfstranche in Höhe von acht Milliarden Euro für Griechenland kann nach Ansicht der sogenannten Troika voraussichtlich im November erfolgen. Die Euro-Gruppe und der Internationale Währungsfonds (IWF) müssen den Ergebnissen der Troika-Prüfung noch zustimmen, erklärten die Experten der EU-Kommission, des IWF und der EZB am Dienstag nach einem Besuch des Landes. Zudem müsse die Regierung in Athen bis zum Monatsende nachweisen, dass sie die versprochenen Privatisierungsberichte tatsächlich umsetze.

Immerhin gaben sich die Fachleute optimistisch, dass das Mittelmeerland bei einer entschlossenen Umsetzung der Sparziele das Defizit-Ziel für 2012 erreicht. Allerdings mahnten sie auch weitere Schritte an. Die Fortschritte bei den bisherigen Reformen seien holprig.

Zu den bedingt positiven Nachrichten für Griechenland kommen jedoch Alarmsignale aus der Slowakei: in dem 17. Euro-Land droht die Ratifizierung des Euro-Rettungsschirms EFSF zu scheitern.

Vor allem die Privatisierungseinnahmen würden niedriger sein als zunächst erwartet, kritisieren die Troika-Inspektoren, ein Erfolg des griechischen Reformprogramms sei von der Beteiligung des privaten Sektors abhängig.

Für das hochverschuldete Griechenland war im vergangenen Frühjahr ein erstes Programm mit Notkrediten vereinbart worden, damit das Land nicht von seinem Schuldenberg erdrückt wird. Vor Auszahlung der Raten muss die Regierung in Athen jedoch nachweisen, dass sie die im Gegenzug vereinbarten Reform- und Sparmaßnahmen erfüllt. Dabei war Griechenland wiederholt in Verzug geraten.

Grund dafür ist auch die am Boden liegende griechische Wirtschaft. Die Rezession sei tiefer als noch im Juni erwartet, teilte die Troika mit. Eine Erholung könne erst ab 2013 erwartet werden. Durch das Schrumpfen der Wirtschaft - und die ungenügende Umsetzung mancher Reformen - seien die Haushaltsziele für das laufende Jahr „nicht mehr zu erreichen“.

Die von der Regierung in Athen für das kommende Jahr angekündigten Maßnahmen sind nach Ansicht der Troika bei voller Umsetzung jedoch ausreichend, um das Programm „zurück in die Spur zu bringen“.

Griechische Schuldenkrise: wichtige Termine bis zum Jahresende

23./24. Oktober 2011

EU-Gipfel in Brüssel.

1. November 2011

Mario Draghi ersetzt Jean-Claude Trichet als Präsident der EZB.

3. November 2011

EZB Zinsentscheid in Frankfurt, G-20-Gipfel in Cannes.

4. November 2011

G-20-Gipfel in Cannes.

7./8. November 2011

Finanzminister der Eurozone tagen in Brüssel, anschließend Tagung der Finanzminister aller 27 EU-Mitgliedsstaaten.

11. November 2011

Zwei Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

18. November 2011

1,6 Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

29./30. November 2011

Finanzminister der Eurozone tagen in Brüssel, anschließend Tagung der Finanzminister aller 27 EU-Mitgliedsstaaten.

8. Dezember 2011

EZB-Zinsentscheid in Frankfurt.

9. Dezember 2011

EU-Gipfel in Brüssel.

16. Dezember 2011

Zwei Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

19. Dezember 2011

1,17 Mrd. Euro-Staatsanleihen werden fällig.

22. Dezember 2011

0,98 Milliarden Euro-Staatsanleihen werden fällig.

23. Dezember 2011

Zwei Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

29. Dezember 2011

5,23 Milliarden Euro-Staatsanleihen werden fällig.

30. Dezember 2011

0,71 Milliarden Euro-Staatsanleihen werden fällig.

Ende Dezember 2011

Siebte Tranche des Rettungspakets von 2010 steht zur Auszahlung an.

Kommentare (30)

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KorrupteBande

11.10.2011, 14:16 Uhr

Ja ham´mer denn scho Weihnachten???

Account gelöscht!

11.10.2011, 14:17 Uhr

War ja abzusehen.
Welcher Art diese "Einigung" mit der griechischen Regierung ist, wird vermutlich nie jemand erfahren. Vielleicht das Versprechen, in Zukunft weniger intensiv zu lügen oder wunderschöne Villen in der Agais?
Auf jeden Fall wandern mal wieder über 2 Milliarden deutscher Steuergelder in den Orkus...

Account gelöscht!

11.10.2011, 14:19 Uhr

Hätte mich auch gewundert, wenn sie nicht zugestimmt hätten. Es muss doch gewartet werden bis auch die letzte Griechenlandanleihe bei der EZB ist, um dann den Schuildenschnitt vornehmen zu können. Denn dann haftet der hilf- und wehrlose Steuerzahler und nicht der clevere Aktionär der Bank, deren Lobbyisten und Chefs "Mutti" (Angela Merkel) die Bude eingerannt haben. Ich kann gar nicht soviel essen wie ich k... (anderes Wort für übergeben) könnte.

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