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07.06.2011

17:05 Uhr

Schuldenkrise

Moody's warnt Banken vor freiwilliger Beteiligung

Die Ratingagenturen kennen keine Gnade. Jeden Umschuldungsversuch für Griechenland werten sie als Ausfall. Die Folgen seien unabsehbar.

Griechenland am Abgrund: Eine Zahlungsaufschub unter Beteiligung privater Gläubiger kommt der Ratingagentur Moody's zufolge einem Zahlungsausfall gleich. Quelle: dpa

Griechenland am Abgrund: Eine Zahlungsaufschub unter Beteiligung privater Gläubiger kommt der Ratingagentur Moody's zufolge einem Zahlungsausfall gleich.

Noch halten die deutschen Privatbanken den Zeitpunkt für einen Beitrag privater Gläubiger zur Überwindung der griechischen Schuldenkrise für verfrüht. Zwar arbeiteten derzeit alle Beteiligten unter Hochdruck an einem Ausweg für das Land, sagte der Präsident des Bankenverbandes (BdB), Andreas Schmitz, am Dienstag. Allerdings - selbst der Banken-Sprecher schließt eine Beteiligung der privaten Gläubiger nicht mehr ganz aus.

Wenn es denn soweit käme, betont Schmitz, dürfe eine Beteiligung privater Gläubiger nur am Ende einer für alle tragfähigen Lösung stehen. Und dieser Punkt sei "derzeit noch nicht erreicht", sagte Schmitz. Und sollte eine Umschuldung nötig werden, dann dürfe dies jedenfalls nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Einen konkreten Vorschlag hat Schmitz bereits: "Eine Verlängerung der Laufzeiten von griechischen Bonds könnte dabei eine mögliche Lösung darstellen."

Einspruch - rufen die Ratingagenturen. Eine Zahlungsaufschub unter Beteiligung privater Gläubiger kommt der Ratingagentur Moody's zufolge einem Zahlungsausfall gleich. „Unter den gegebenen Umständen ist es schwer vorstellbar, dass man das freiwillig tut“, sagte der für die Bonitätsbewertung von Staaten zuständige Moody's-Manager Bart Oosterveld am Dienstag in Paris. „Es ist deshalb aus unserer Sicht ziemlich wahrscheinlich, dass dies ein Kreditereignis darstellt.“ Ähnlich hatten sich auch die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch geäußert.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zufolge arbeitet die Europäische Zentralbank bereits an einer Formel zur Beteiligung privater Investoren an einer Streckung. Damit soll verhindert werden, dass die Ratingagenturen die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands feststellen, was für erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgen könnte.

Griechenland wird bereits seit einem Jahr mit Notkrediten seiner Euro-Partner und des IWF in Höhe von 110 Milliarden Euro gestützt. Ursprünglich war geplant, dass sich Athen ab 2012 wieder Geld am Kapitalmarkt borgt. Wegen der noch immer hohen Zinsen ist das aber nicht absehbar. Deshalb soll das Finanzloch nun mit einem zweiten Hilfspaket gestopft werden. Die Rede ist von 65 bis über 100 Milliarden Euro.

Kommentare (31)

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EGAL

07.06.2011, 14:18 Uhr

Was würde passieren wenn alle Menschen ihr Kapital unterm Kopfkissen oder wie Onkel Dagobert Duck im Tresor bunkern würden? Wie mächtig wären die Banken dann?

GameOver

07.06.2011, 14:41 Uhr

Wenn eine Regierung hinsichtlich des Geldes von den Banken abhängt, dann kontrollieren diese und nicht die Führer der Regierung die Situation, da die Hand, die gibt, immer über der Hand steht, die nimmt. Geld hat kein Mutterland; Finanziers verfügen weder über Patriotismus noch Anstand; ihr einziges Ziel ist der Gewinn.”

Napoleon Bonaparte

Das wusste sogar Napoleon, also es liegt an uns selber,was wir mit unserem Geld machen,ich währe dafür ; Nehmen wir es ihnen weg;
Den schei.... Banken !!!

Hopfen

07.06.2011, 14:59 Uhr

selten so einen Unsinn gelesen...Wie fianziert man dann eine Fabrik, Rohware, eine Haus, ein Auto ... und täglich wird das Tresorgeld weniger Wert sein, wegen der Inflation...

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