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18.05.2011

13:55 Uhr

Schuldenkrise

Ökonomen preisen IWF als unverzichtbaren Euro-Retter

VonDietmar Neuerer

Exklusiv Die Politik bangt wegen Strauss-Kahn um die Handlungsfähigkeit des IWF. Top-Ökonomen halten die Sorge dagegen für unbegründet. Sie loben die Arbeit des Fonds in der aktuellen Schuldenkrise über den grünen Klee.

Eine Euro-Münze. Quelle: dpa

Eine Euro-Münze.

DüsseldorfNach Einschätzung führender Ökonomen in Deutschland beeinträchtigt die Abwesenheit von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn die Arbeit des Internationalen Währungsfonds in der Schuldenkrise einiger europäischer Staaten in keinster Weise. Die Experten loben vielmehr den Einsatz des Fonds und heben dessen Wirken für die Gesundung der angeschlagenen Länder als unverzichtbar hervor. Der IWF habe hat ein Drittel zugeschossen zum derzeitigen Fonds EFSF zur Rettung von klammen Eurostaaten. "Er ist aber auch deshalb wichtig, weil er eher als die EU-Kommission in der Lage ist, den Hilfsempfängern Auflagen zu machen", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer Handelsblatt Online. "Denn der IWF hat einen gewissen Abstand zu den europäischen Institutionen und kann deshalb unabhängiger agieren."

Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass Hilfskredite am Ende nicht die Stabilität der Peripherieländer sichern. "Das können nur die Peripherieländer selber, indem sie ihre Volkswirtschaften wettbewerblich organisieren und ihre Staatsfinanzen sanieren", sagte Krämer und fügte hinzu: "Genau da hapert es in Griechenland, so dass zu befürchten ist, dass die Hilfskredite wenig bewirken."

Der IWF und die Suche nach einem Chef

Wie das Stimmrecht im IWF verteilt wird

Das Kapital des IWF stellen die 187 Mitgliedsländer. Jedem Staat wird ein Kapitalanteil (Quote) zugeordnet. Je höher die Quote, desto mehr muss das Land einzahlen. Damit verbunden sind aber auch Stimmrechte. So haben die USA einen Stimmanteil von 16,7 Prozent, Japan von 6,25 Prozent und Deutschland von 5,8 Prozent. Zentrale Beschlüsse im IWF müssen mit einer Mehrheit von 85 Prozent getroffen werden. Die USA verfügen somit de facto über eine Sperrminorität.

Wie der IWF geleitet wird

Entscheidungen werden vom IWF-Stab unter Leitung des Geschäftsführenden Direktors vorbereitet und vom Exekutivdirektorium gebilligt. Dieses Führungsgremium besteht aus 24 Direktoren. Fünf von ihnen werden von den Mitgliedsstaaten mit den größten Quoten ernannt, die verbleibenden vertreten jeweils mehrere Mitgliedsländer, die in Stimmrechtsgruppen zusammengefasst sind. Die Direktoren wählen ihrerseits den Geschäftsführenden Direktor (Managing Director, kurz MD). Der MD hat eigentlich kein Stimmrecht, kann jedoch bei Stimmenparität mit seinem Votum den Ausschlag geben. Er ist für das Tagesgeschäft, die Organisation und die Personalpolitik des Fonds zuständig. Als Kontrollorgan fungiert das Exekutivdirektorium, das dem MD die Amtsführung entziehen kann. Grundsatzentscheidungen werden vom Gouverneursrat des IWF und vom International Monetary and Financial Committee getroffen, die bei den Herbst- und Frühjahrstagungen von IWF und Weltbank zusammenkommen.

Wie die wichtigen IWF-Posten besetzt werden

Die großen Wirtschafts- und Währungsräume USA und Europa haben sich informell darauf verständigt, wichtige Posten untereinander aufzuteilen. Demnach stellen die USA traditionell den Direktor der Weltbank, während der Geschäftsführende Direktor des IWF von einem EU-Mitgliedsland gestellt wird. Diesen wichtigen Posten hatte auch der spätere deutsche Bundespräsident Horst Köhler von 2000 bis 2004 inne. Insbesondere die Schwellenländer dringen jedoch seit Jahren darauf, dass das informelle Abkommen gekippt und der Posten des
MD ausgeschrieben wird. Bei der Wahl von Strauss-Kahn hatten diese Staaten bereits die informelle Zusage erhalten, dass der nächste IWF-Chef nicht mehr nach der alten „Erbhof-Politik“ bestimmt werden soll. In den Statuten ist diese Änderung jedoch ebenso wenig wie die alte Regelung verankert.

Auch Gustav Horn, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), preiste den IWF aktuell als sehr wichtigen Akteur auf der europäischen Bühne, da es, wie er Handelsblatt Online sagte, "in der EU noch keine Institution gibt, die über das technische Know-how für die Bewältigung einer Schuldenkrise verfügt". Daher sei allein die technische Unterstützung durch den IWF "unverzichtbar", betonte Horn. Hinzu kämen die finanziellen Mittel, die der IWF für die Schuldenländer bereit stellt und damit die europäischen Budgets entlastet.

Der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, erklärte angesichts des stabilen Euros, dass es aktuell nicht um eine Währungskrise des Euroraums, sondern vielmehr um eine Verschuldungskrise einzelner Euroländer gehe. "Bei deren Bewältigung den IWF mit im Boot zu haben, ist zu begrüßen und sinnvoll, sofern sich der IWF als kompetenter und unabhängiger Ratgeber und Entscheider präsentiert", sagte Carstensen Handelsblatt Online.

Diese Aufgabe erfüllt der Fonds derzeit in Griechenland. IWF-Beobachter verfolgen dort, die Umsetzung der Sparmaßnahmen der Regierung in Athen.

Kommentare (2)

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Verlogenes-Pack

18.05.2011, 16:22 Uhr

Verlogenes Pack !
Der IWF ist hochgradig korrupt !
Er macht die Länder abhängig und laugt sie aus.
Mit Hilfe des IWF generiert man 3te Welt Länder

Weg mit dem Fiat-Money / Falschgeld ohne Wert !

Silvercoin82

18.05.2011, 16:33 Uhr

Die FED steht bekanntlich hinter dem IWF und somit die Privatbanken der USA.

googelt man alle FED 1913, wer die Gründer und Eigentümer der FED sind!!!

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