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20.03.2012

09:06 Uhr

Schuldenkrise

Portugal will kein weiteres Hilfsgeld

Portugal hat Analysen, die von einem weiteren Bedarf an Hilfsgeldern ausgehen, zurückgewiesen. Finanzminister Gaspar hat in Washington zugesagt, alle Verpflichtungen zur Rettung des Landes zu erfüllen.

Der portugiesische Finanzminister Vitor Gaspar in Washington. AFP

Der portugiesische Finanzminister Vitor Gaspar in Washington.

WashingtonPortugal hat Einschätzungen widersprochen, das Land werde bei seinen europäischen Partnern und dem IWF schon bald nach weiteren Hilfsgeldern fragen. „Wir werden nicht um mehr Zeit bitten und wir werden auch nicht um mehr Geld bitten“, sagte der portugiesische Finanzminister Vitor Gaspar am Montag. „Wir werden unsere Verpflichtungen erfüllen, weil dies der einzige Weg ist, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzugewinnen.“

Der weltgrößte Anleihe-Händler Pimco hatte am Wochenende gemutmaßt, Portugal werde bis Ende 2012 als nächstes Land der Euro-Zone ins Straucheln geraten. „Das erste Rettungspaket wird sich als unzureichend herausstellen“, hatte Pimco-Chef Mohamed El-Erian dem „Spiegel“ gesagt. Portugal werde seine europäischen Nachbarn und den Internationalen Währungsfonds (IWF) erneut um Geld bitten.

Pimco verwaltet Vermögen im Wert von 1,36 Billionen Dollar und ist eine weitgehend autonome Tochter des Münchener Allianz -Konzern. Schätzungen zufolge dürfte die Wirtschaftsleistung Portugals in diesem Jahr um 3,3 Prozent zurückgehen. Die Regierung setzt derzeit ein Sparprogramm um, das Teil eines mit EU und IWF vereinbarten Hilfspakets in Höhe von 78 Milliarden Euro ist.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.03.2012, 10:34 Uhr

Tja, welcher Prognose sollen wir nun Glauben schenken?

Wahrscheinlich beiden. Der Portugiese muß nicht bitten, sondern der Zaster wird ihm aufgedrängt.
Da muß man sich auch nicht bedanken, schon überhaupt nicht bei uns Deutschen.

So war es auch beim Griechen: Damals hieß es von Papandreou: "Wir rufen die Gelder jetzt ab."

hajohans

20.03.2012, 12:14 Uhr

Portugal bemueht sich ehrlich - die Bevoelkerung nimmt
diszipliniert harte Massnahmen inkauf. Allerdings sollten
als "Hilfsmassnahmen" keine Wucherzinsen berechnet werden.
Wuerde die BRD die gleichen Zinsen am Geldmarkt zahlen,
saehe das Haushaltsdefizit ganz anders (naemlich aehnlich)
aus.

Account gelöscht!

20.03.2012, 12:43 Uhr

Die wirklichen Experten, z.B. Professor Sinn, weisen darauf hin, dass Portugal und auch Griechenland aus dem Euro aussteigen müssten, um wieder wettbewerbsfähig zu werden.
Solange sie in dieser unseligen Währungsunion bleiben, werden sie auf ewig Bittsteller und Abhängige sein.
Sie werden sich immer weiter verschulden und am Ende haften die deutschen Steuerzahler (für die Schulden und die verlorenen Kredite, welche die EZB billionenfach verteilt).
Leider ist derzeit niemand in Sicht, der diesen Irrsinn beendet.

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