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04.08.2015

02:04 Uhr

Schuldenkrise

Puerto Rico zahlt nicht

Bereits Ende Juni teilte Puerto Rico mit, es könne seine Milliardenschulden nicht mehr bedienen. Nun zahlt das Land erstmals tatsächlich nur einen Bruchteil der fälligen Summe - und schlittert in eine komplizierte Lage.

Puerto Rico erlebt seinen ersten Zahlungsausfall. Die Karibikinsel ist zwar mit den USA verbunden, kann aber auf wenig Hilfe aus Washington hoffen. ap

Fahne von Puerto Rico

Puerto Rico erlebt seinen ersten Zahlungsausfall. Die Karibikinsel ist zwar mit den USA verbunden, kann aber auf wenig Hilfe aus Washington hoffen.

Washington/San JuanDas hoch verschuldete Puerto Rico ist in Zahlungsverzug geraten. Eine öffentliche Anleihe der staatlichen Public Finance Corporation (PFC) über insgesamt 58 Millionen Dollar (53 Millionen Euro) sei nur mit 628.000 Dollar bedient worden, teilte die Entwicklungsbank von Puerto Rico am Montag mit. Die nötigen Mittel seien nicht vorhanden, hieß es in einer Stellungnahme.

"Moody's wertet dieses Ereignis als Zahlungsausfall", erklärte die Vize-Chefin des Kapitalanlegerdienstes der US-Ratingagentur, Emily Raimes. Es sei davon auszugehen, dass weitere Zahlungsausfälle folgten.

Dass Puerto Rico nur einen Teil der fällig gewordenen Anleihen aufbringen konnte zeige, dass das Land nicht die Mittel habe, "all seine bevorstehenden Schuldenrückzahlungen zu tätigen". Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte bereits Mitte Juli erklärt, eine Pleite der Karibikinsel sei "praktisch Gewissheit".

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Puerto Rico macht schlapp: Das US-Territorium verkündet den Zahlungsstopp – und will die Aufmerksamkeit der Amerikaner erregen. In Washington bleibt es aber ruhig. Droht der Karibikinsel ein Schuldendrama à la Athen?

Die Regierung von Puerto Rico hatte Ende Juni mitgeteilt, ihre Schulden von rund 73 Milliarden Dollar nicht mehr bedienen zu können und deshalb mit den Gläubigern verhandeln zu wollen. „Ziel ist ein Moratorium, um die Begleichung der Schulden einige Jahre zurückzustellen“, sagte Puerto Ricos Gouverneur Alejandro García Padilla. Bereits Anfang Juli konnte nur knapp verhindert werden, dass der staatliche Energieversorger Prepa in Zahlungsverzug gerät.

Kaum Hoffnung auf Hilfe aus den USA

Puerto Rico war bis 1898 spanische Kolonie und ist wie einige andere Karibikinseln mit den USA assoziiert. Die Bewohner Puerto Ricos haben seit dem Jahr 1917 die US-Staatsbürgerschaft und dienen in der Armee, sind in den USA aber nicht wahlberechtigt oder steuerpflichtig.

Als selbstverwaltetes Außengebiet ist das Land zwar US-Territorium, aber kein US-Bundesstaat. Es kann deshalb nur begrenzt auf Hilfe aus Washington hoffen.

Die Wirtschaft der Insel schrumpft seit sieben Jahren. Wegen des besonderen Status kann Puerto Rico mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern nicht offiziell Insolvenz anmelden. Ein Zahlungsausfall könnte deshalb jahrelange Verhandlungen nach sich ziehen, um die Krise beizulegen.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

04.08.2015, 08:15 Uhr

Puerto Rico - Das Griechenland der Karibik
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Puerto Rico und Griechenland sind Zahlungsunfähig.
Den Griechen hilft die EUdSSR indem es ihnen Steuergelder schenkt. Das machen die USA nicht.
Puerto Rico hat nur 78 Milliarden Dollar Schulden, Griechenland bisher 317 Milliarden Euro. Jetzt sollen noch einmal 86 Milliarden Euro hinzukommen.

Puerto Rico bezahlt seine Schulden, Griechenland nicht. Griechenland fordert immer nur neues Geld.
Wir sollten Puerto Rico in die EUdSSR aufnehmen!

Herr Rene Weiß

04.08.2015, 10:52 Uhr

Deswegen verbieten sich auch gute Ratschläge aus den USA zum Umgang mit Griechenland.

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