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18.09.2011

16:39 Uhr

Schuldenkrise

Schäuble-Drohung versetzt Griechen in Angst

In Athen geht die Angst um: Die nächste Hilfstranche steht auf der Kippe. Die EU-Finanzminister zeigen Härte. Schäuble droht gar mit einem Hilfestopp, zumal die deutschen Risiken aus dem Ruder laufen könnten.

Wolfgang Schäuble. Reuters

Wolfgang Schäuble.

Berlin/AthenIm griechischen Schuldendrama hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nachdrücklich mit einem Zahlungsstopp gedroht. Komme Griechenland seinen Verpflichtungen nicht nach, „kann die nächste Tranche nicht ausgezahlt werden“, betonte er in der „Bild am Sonntag“. Darüber solle sich niemand Illusionen machen, sagte er an die Adresse der griechischen Regierung. Zuerst müsse die „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) feststellen, dass die Griechen ihre Sparziele schafften. Dies steht jedoch auf der Kippe: Wegen der ernsten Lage sagte der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou eine geplante USA-Reise ab - er werde im Land gebraucht, hieß es.

Gleichzeitig demonstrierten die EU-Finanzminister auf ihrem Treffen in Breslau Optimismus: Schäuble erklärte, er gehe davon aus, dass alle Euroländer bis etwa zum 10. Oktober das neue milliardenschwere Hilfspaket sowie die Erweiterung des Rettungsschirms EFSF absegnen werden. „Dann werden alle Länder die Gesetzgebung abgeschlossen haben“, versicherte er am Samstag nach den zweitägigen Beratungen

Bisher haben nach Angaben der EU-Kommission mit Spanien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Italien nur fünf der 17 Mitglieder der Währungsunion den entsprechenden Beschlüsse des Brüsseler Krisengipfels vom 21. Juli zugestimmt. In Deutschland ist die Abstimmung im Bundestag für Ende September geplant. Sie sorgt in der schwarz-gelben Berliner Koalition zunehmend für Zwist. Austrittszenarien waren auf der europäischen Bühne kein Thema.

Für Anfang Oktober peilen die Finanzminister die Freigabe einer neuen 8-Milliarden-Teilzahlung aus dem ersten Hilfspaket für Griechenland an. Dazu muss allerdings erst der Bericht der Expertenkommission aus EU, EZB und IWF („Troika“) vorliegen. Die Missionschefs werden in den nächsten Tagen in Athen erwartet - sie wollen Fortschritte bei den griechischen Sparanstrengungen sehen.

Doch in Athen hakt es, immer wieder gibt es verwirrende Neuigkeiten: Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte am Wochenende eine geplante Reise in die USA ab. Zur Begründung teilte sein Büro mit, dass die kommende Woche „sehr kritisch für die Umsetzung der Beschlüsse“ der EU sei.

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

18.09.2011, 17:02 Uhr

Es wird so kommen, wie unzählige Kommentatoren anderer Artikel vorhersagten. Griechenland ist pleite und die Verantwortlichen sollten den Tatsachen ins Auge sehen.

Die erste Rettung war schon falsch, da sie das unqualifizierte Geschäftsvorgehen der banken deckte.

Der Kapitalismus ist nur deshalb anderen System überlegen, weil er das Scheidern (Pleiten) einbezieht und über das Kapital besseren Geschäftsmodellen den Vorzug gibt.

Schaffen wir das Scheitern ab, wie für Banken bereits geschehen, schaffen wir den Kapitalismus ab und wenden uns oligarchischem Planwirtschaften zu. Herr Schäuble, Frau Merkel, das möchte ich nicht!

Curley

18.09.2011, 17:24 Uhr

Keien Angst, die Milliarden werden wieder fliessen. Das wissen die Griechen auch. Ist ja auch altenativlos.

Man wird das wie folgt oder so ähnlich begründen.

Die vorgelegten Zahlen seien zwar schlecht, aber es sind die ersten guten, vielversprechenden Ansätze zu erkennen, die sich in absehrbarer Zeit positiv auf die Zahlen auswirken werden. Die Sparbmühungen und der Wille der griechischen Regierung zu einschneidenden Reformen sei klar zu erkennen Insbesondere hat Griehcneland die Tragweite erkannt, sofern die Sparbemühungen nicht eingehalten werden. Dass der griechische Ministerpräsident seinen USA-Besuch abgesagt hat, um sich der Lage im eigenen Land anzunhemen zeigt, dass hier große Anstrengungen unternommen werden.

Die aktuellen Zahlen zeigen zwar ein momentan schlechtes Konjunkturbild aber die Umsetzung der eingeleiteten Maßnahmen benötigen eben Zeit, damit sie sich in den Zahlen auswirken. Auf Grund der positiven Einschätzung für die Zukunft wird das Hilfspaket bewilligt. So oder ähnlich wird man argumentiere. Weiterhin eine Ohrfeige für uns Steuerzahler !!!

Account gelöscht!

18.09.2011, 17:33 Uhr

Die Griechen halten sich vor Lachen wohl eher die Bäuche! Wer die Rettung eines Staates an einem Tag als alternativlos hinstellt, Flächenbrände und Kriege beschwört, der kann nicht am nächsten Tag Liebesentzug androhen. Schäuble und seine Europolitik sind schlicht gescheitert. Es ist Zeit zurückzutreten, damit eine realistischere Sicht auf Europa und den Euro Gestalt annehmen kann. Der Euro wird nie dauerhaft funktionieren - und Deutschland hat und wird nie von ihm profitieren! Wer Mut hat leist die verheerende deutsche Bilanz von einem Jahrzehnt Chaoswährung:
http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-22479/debatte-der-verheimlichte-super-gau_aid_625051.html

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