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06.04.2012

02:27 Uhr

Schuldenkrise Spanien

Rettung durch die EU „liegt nicht auf dem Tisch“

Spanien soll nicht zum neuen Griechenland werden. Wirtschaftsminister De Guindos hat in einem Interview versucht, entsprechende Sorgen zu zerstreuen. Eine Rettung durch die EU sei für Spanien das „allerletzte Mittel“.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis De Guindos. Reuters

Spaniens Wirtschaftsminister Luis De Guindos.

MadridSpanien hat eine Rettung durch seine Euro-Partner ausgeschlossen. „Wir haben nicht darum gebeten, das liegt nicht auf dem Tisch“, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am späten Donnerstagabend in einem Radiointerview.

„Das wäre der denkbar schlimmste Ausgang, es wäre unser allerletztes Mittel. Spanien darf seine Autonomie in der Wirtschaftspolitik nicht verlieren“, fügte er hinzu. Seit einer Anleihe-Auktion in dieser Woche muss die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wieder höhere Zinsen am Kreditmarkt bezahlen, um seine Schulden zu finanzieren.

Die Rendite auf zehnjährige spanische Staatsanleihen stieg um 14 Basispunkte auf 5,86 Prozent. Der Risikoaufschlag auf entsprechende deutsche Papiere durchbrach am Donnerstag erstmals seit Dezember wieder die Marke von 400 Basispunkten.

Die steigenden Kosten haben die Sorgen geschürt, Spanien könne seine Schulden nicht wie geplant abbauen und brauche dafür wie Griechenland, Irland und Portugal internationale Hilfe.

Von

rtr

Kommentare (17)

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whisky

06.04.2012, 06:11 Uhr

Was soll schon dabei herauskommen, wenn man die neoliberalen Rezepte (des IWF, EU, CDU/FDP/SPD/Grüne usw) befolgt.
Staatsausgaben sind überwiegend Löhne. Bei den Staatsbediensteten selbst und bei den Beschäftigten in den Betrieben, die Aufgaben für den Staat erledigen - Straßenbau usw., bzw. die dem Staat was verkaufen.
Wenn man dort spart, sinkt der Einzelhandelsumsatz, weil die meisten dieser Beschäftigten den überwiegenden Teil des Lohnes sofort im Inland ausgeben. Also kauft der Einzelhandel weniger ein und entläßt Personal. Die für den Binnenmarkt produzierenden Betriebe können weniger verkaufen und die Spirale nach unten dreht sich.
Wenn dazu noch die Mehrwertsteuer erhöht wird, ist noch weniger Kaufkraft da, und die Spirale dreht sich schneller.
Ergebnis: Die Steuereinnahmen sinken.
Die Rezepte des IWF haben, glaub ich, noch nie einem Staat geholfen. Japan haben sie eine bis jetzt andauernde 20-jährige Rezession beschert.
http://www.taz.de/Theorie-zur-Wirtschaftskrise/!90850/

whisky

06.04.2012, 06:40 Uhr

Übrigens: Im Gegensatz zu den Prognosen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die in allen Medien verbreitet werden, ist in Deutschland der Einzelhandelsumsatz im Februar im fünften Monat in Folge gesunken - lt. Statistischem Bundesamt. Der Umsatz im Dezember 2011 z. B. war gegenüber 2010 fast 1% niedriger. Diese Informationen muß man allerdings suchen. Sie sind in unseren Mainstream-Medien

Account gelöscht!

06.04.2012, 07:55 Uhr

@whisky

OK, dann geben wir doch einfach den ganzen Haushalt für Staatsbedienstete aus. Dann gibt es mehr Einzelhandelsumsatz, die Geschäfte laufen gut, es werden Leute eingestellt. Für den Binnenmarkt kann mehr produziert werden und die Spirale dreht sich so nach oben weiter.

Eine Frage bliebe da allerdings noch: Wenn alle für den Staat arbeiten, wer produziert dann eigentlich noch????


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