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07.04.2012

00:38 Uhr

Schuldenkrise

Spanien will es alleine schaffen

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos ist auf Interview-Tour, die Ängste von Investoren und Bürgern zu zerstreuen. Spanien schaffe es „ohne fremde Hilfe“ aus der Schuldenkrise.

Spaniens Wirtschaftsminister während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Reuters. Reuters

Spaniens Wirtschaftsminister während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Angst von Investoren und Politik ist groß, dass nach Griechenland, Portugal und Irland, auch Spanien den Kopf nicht aus eigener Kraft aus der Schuldenkrise findet. Doch Spanien beschwichtigt: „Wir werden sie überwinden, sogar gestärkt und ohne irgendwelche Hilfe von außen“, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

De Guindos warb bereits in mehreren Interviews um Vertrauen für die Spar- und Reformpolitik der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy. In einem Interview mit dem spanischen Radio sagte Guindos, Hilfe der Euro-Partner „wäre der denkbar schlimmste Ausgang, es wäre unser allerletztes Mittel. Spanien darf seine Autonomie in der Wirtschaftspolitik nicht verlieren“.

Um es alleine zu schaffen, gab Guindos zu, müsse Spanien inmitten einer neuen Rezession noch ein „sehr hartes Jahr“ überstehen, mit Minuswachstum und einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Der gerade vorlegte Konsolidierungshaushalt werde jedoch zusammen mit der Reform des Arbeitsmarktes „das Fundament für eine Erholung“ im Jahr 2013 legen. De Guindos versicherte der FAZ zudem, dass Spanien sich den von der EU vorgegebenen Defizitzielen - 5,3 Prozent in diesem und 3 Prozent im nächsten Jahr - „voll verpflichtet“ fühle.

Auch die spanischen Banken seien kein Fall für den Europäischen Rettungsfonds. In Spanien seien in der Vergangenheit Fehler gemacht und Ungleichgewichte angehäuft worden. „Jetzt sind wir auf dem Weg, alle diese Probleme zu korrigieren“, sagte der Minister. Das laufende Jahr werde aber schwer.

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Zwar müssten die spanischen Banken Wertberichtigungen wegen der Immobilienkrise vornehmen und das wirke sich auf die Resultate der Institute aus, sagte Guindos. Die Banken, die nicht mithalten könnten, müssten dann aber fusionieren.

„Die Schwachen werden verschwinden. Am Ende dieses Prozesses werden wir einen viel gesünderen Finanzsektor mit weniger und stärkeren Banken haben.“ Nach Wochen relativer Ruhe hatte Spanien in dieser Woche am Kapitalmarkt für neue Kredite wieder deutlich mehr Zinsen als zuvor bezahlen müssen - und damit Investoren weltweit verunsichert.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

07.04.2012, 02:16 Uhr

Wenn ein Politiker so etwas von sich gibt, dann muss man immer vom Gegenteil ausgehen.

Hinter Kulissen brodelt es gewaltig! Spanien und auch Italien werden uns noch in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten beschäftigen. Spaniens und Italiens Zinsen für Staatsanleihen werden weiter steigen (Es sei den, die EZB drückt die Zinsen wieder nach unten). Die Probleme in Spanien und Italien werden weiter an schärfe zunehmen und dann wird auch Frankreich ganz schnell in den Strudel mit rein gezogen werden und damit bliebe Deutschland offiziell als einzig großer Zahlmeister übrig. Die Niederlande, Finnland und Österreich sind 1. zu klein um den Euro zu retten und 2. fangen bei diesen Ländern die Probleme auch schon an.

Ich bin auch mal gespannt, was nach den Wahlen in Griechenland abgehen wird. Ich schätze, es wird große Verwerfungen geben, da wahrscheinlich die neue Regierung einen endgültigen Schuldenschnitt machen wird und dann müsste die EZB (oder besser Deutschland) und der IWF auf seine Forderungen verzichten und damit würden auf Deutschland große Probleme zukommen.

Wann der Euro Geschichte sein wird, wissen nur die, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen. Aber der Euro wird bald Geschichte sein!

„Eine Währung, die man retten muss, ist keine mehr!“ (Prof. Wilhelm Hankel)

cwerth

07.04.2012, 02:20 Uhr

Und täglich grüßt das Murmeltier... Das haben wir von Griechenland, Portugal und Irland auch gehört... die Beteuerungen waren nichts als heiße Luft. Kampf bis zur letzten Patronen... bis zum Endsieg... die geheimen Superwaffen wie die "dicke Bertha" der EZB werden es richten... wir müssen an die EU glauben. Durchhalten! Die EU arbeitet bereits an einem Gegenangriff gegen die Spekulanten... Jetzt fehlt nur noch eine Dolchstoßlegende!

Peter

07.04.2012, 04:31 Uhr

wo Rauch ist das ist auch Feuer

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