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29.03.2012

02:35 Uhr

Schuldenkrise

Troika sieht Griechenland trotz Hilfen als Risiko

2012 bringt die Entscheidung für Griechenland - das meint jedenfalls der EU-Vertreter der Troika. Ob das hoch verschuldete Land die Hilfspakete jemals wird zurückzahlen können, hänge von zwei Dingen ab.

Troika-Vertreter Matthias Mors sieht Griechenland skeptisch. AFP

Troika-Vertreter Matthias Mors sieht Griechenland skeptisch.

MünchenGriechenland ist nach Einschätzung des EU-Vertreters in der internationalen Troika trotz der Hilfen noch nicht über dem Berg. Die Krise könne noch immer „aus dem Ruder laufen“, sagte Matthias Mors, der die EU-Kommission in der Troika mit Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) vertritt, der „Süddeutschen Zeitung“.

Der Regierung in Athen bescheinigte Mors laut Vorabbericht zwar Fortschritte und eine gute Chance, die Krise in der Euro-Zone zu überwinden. Doch „über den Berg ist Griechenland noch nicht“, schränkte er ein. Wer glaube, nach dem mühsam beschlossenen zweiten Hilfspaket sei alles Weitere ein Selbstläufer, der irre, sagte Mors.

Es bedürfe noch vieler auch schmerzhafter Maßnahmen und Durchhaltevermögen, damit es auf die Beine komme und den Euro behalte. Dafür sei 2012 das entscheidende Jahr. Im zweiten Halbjahr werde man sehen, „ob die Sache auf einem guten Weg ist oder nicht“, sagte der Deutsche.

Wie groß das finanzielle Risiko ist, das die Euro-Länder mit ihren milliardenschweren Hilfen eingegangen sind, ließ Mors offen. Einerseits könne niemand ausschließen, dass Griechenland zum europäischen Dauersanierungsfall werde, sagte er. „Man sieht ja an den neuen Bundesländern, dass es nicht einfach ist, Subventionen wieder zurückzuführen“, sagte der Troika-Vertreter. Andererseits sei er relativ zuversichtlich, dass die Euro-Staaten darauf dringen, dass keine dauerhafte Subventionsmentalität aufkomme.

Ob die griechische Regierung die bereits überwiesenen rund 150 Milliarden Euro jemals wird zurückzahlen können, hänge von zwei Dingen ab, sagte Mors. „Dass die Reformen voll umgesetzt werden. Und dass die griechische Bevölkerung akzeptiert, dass sie auch mittelfristig Opfer bringen muss. Um diese Kredite zurückzuzahlen, muss Griechenland über viele Jahre mehr Geld erwirtschaften als ausgeben.“

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Kommentare (21)

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29.03.2012, 03:43 Uhr

Nach aktuellen griechischen Wahlumfragen liegen alle großen Parteien unter 20%. Die zukünftige griechische Regierung ist vom Votum kleiner Splittergruppen abhängig und wird folglich keinerlei Reformen anstrengen und durchbringen.
Die französischen Wahlen sind dann hingegen gelaufen - Zwischenziel erreicht oder?

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29.03.2012, 05:06 Uhr

Griechenland ist natürlich noch lange nicht über den Berg. Gescheiter wäre es gewesen, erst Neuwahlen durchzuführen und dann Hilfspakete zu schnüren.

Was ist, wenn die neue Regierung sich nicht an die Abmachungen hält, was ja sehr, sehr naheliegend ist. Haben die Kasperköppe im Norden einen Plan für diesen Fall? Die griechischen Politiker sind doch Weltmeister im Tricksen und die Beamtenschaft, na, über die wollen wir erst gar nicht reden.

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29.03.2012, 05:41 Uhr

Die schönen deutschen Steuergelder sind doch futsch, und ehrlich wäre von unseren Politikern, dies uns, dem Wählervolk einzugestehen!
Die Griechen werden weiter tricksen und bescheissen im Wissen, daß sie weiterhin Geld bekommen.
Mit all dem verschenkten Geld hätten wir hier Strassen sanieren und Bildungsausgaben bestreiten können.
Wie ein Faß ohne Boden aussieht, das haben wir Deutschen doch schon mit der DDR erlebt ... und fallen nochmals rein, diesmal bei Griechenland.
Aller guten Dinge sind Drei; - also: wohin wird unser Geld als Nächstes aus dem Fenster geworfen?

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