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08.09.2011

00:05 Uhr

Schuldenkrise

USA drängen EU zu konsequentem Durchgreifen

Ehe sich am Freitag die Finanzminister der sieben größten Industriestaaten treffen, preschen die USA schon einmal vor. Sie erwarten zwar keine gemeinsame Erklärung der G7-Minister, haben aber Ermahnungen im Gepäck.

Die USA sehen Europas Bankensystem als zentrale Stütze. dpa

Die USA sehen Europas Bankensystem als zentrale Stütze.

WashingtonDie USA drängen Europa zu entschlossenen Schritten bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Dieses Thema werde im Zentrum des Finanzminister-Treffens der sieben größten Industriestaaten (G7) am Freitag in der französischen Hafenstadt Marseille stehen, sagte ein hochrangiger Vertreter des Finanzministeriums vor Journalisten in Washington.

Vor allem gelte es eine Ausweitung der Probleme durch Ansteckungseffekte zu verhindern. „Es ist extrem wichtig sicherzustellen, dass Länder, die einem sinkenden Vertrauen an den Märkten ausgesetzt sind, Zusagen haben, dass sie weiter Zugang zu Finanzierungen zu tragfähigen Kosten haben“, sagte der Regierungsvertreter.

Als zentral bezeichnete er eine Stützung des Bankensystems in Europa. Dieses müsse Zugang zu Liquidität haben. Wo es Kapitallücken gebe, müssten diese geschlossen werden.

Eine gemeinsame Erklärung der G7-Minister nach dem Treffen wird nicht erwartet. Doch die Staaten werden wohl deutlich machen, dass sie zu einer Kräftigung der zerbrechlichen weltweiten Konjunkturerholung bereit seien, wie aus G7-Kreisen verlautete.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

08.09.2011, 00:56 Uhr

Konsequentes "Durchgreifen" und "Lücken schließen": Alles klar, der Volkssturm wird es richten! Fragt sich nur womit? Die Munition wurde bei der Lehman-Offensive verballert, die Bonitäts-/ Glaubwürdigkeitsreserven des vorsichtigen Deutschlands sind auch nur ein kühler Tropfen auf den heißen Schulden-Stein und den ungedeckten Schuldscheinen der Zentral(enKreditbetrüger)banken traut auch keiner mehr, der sie noch alle beisammen hat.

Euyonimus

08.09.2011, 01:53 Uhr

Und wieder die Banken,dazu noch andere Staaten,dafür darf die Bevölkerung in Knechtschaft genommen werden, ihre Steuern brav bezahlte.
Mal sehen, wenn die Dt. Wirtschaft in 2012 abflacht- 1/2 Wachstum von 2011 - es wieder Massenentlassungen gibt. Die eigentliche Rechnung kommt erst noch auf uns zu.

Prof. Gerke heute: dieser Rettungspakt wird noch ganz fatale Folgen haben.

"Die europäische Bankenaufsicht EBA weist die nationalen Aufseher an, die Liquiditätslage der Banken genau zu überwachen. Die Versorgung mit Liquidität ist für eine Reihe von Instituten derzeit schwierig, sagt Exekutivdirektor Adam Farkas in der "Financial Times Deutschland".

"Nach Ansicht des Europa-Chefökonomen der UBS ist Griechenland insolvent."
Das Handelsblatt hat gerade durchgespielt, wie das alles ablaufen könnte:

Das Titanic Szenario
http://www.handelsblatt.com/politik/international/der-euro-steuert-auf-den-eisberg-zu/4569202.html

Was bis dahin dann an MRDs verbraten worden ist, darf man gar nicht andenken.

Abgesehen von alledem, die USA hat die fortlaufenden Krise in ihrem Land angefacht durch die unverantwortliche Niedrigzinspolitik über viele Jahre, hat desaströse Auswüchse erzeugt, sie in die Welt verbreitet, die sollen erst mal vor ihrer eigenen Tür kehren. Sie erhöhen die Schuldengrenze, drucken weiter Geld, die Armutim Land nimmt stetig zu usw. Ausgerechnet sie treten jetzt uns ständig auf die Füße.
US-Arbeitsmarkt: Es wird noch Jahre dauern, bis die Arbeitslosigkeit nachhaltig sinkt, meint John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank San Francisco


http://www.handelsblatt.com/politik/international/ausschluss-von-euro-mitgliedern-muss-moeglich-sein/4583944.html

Ausschluss von Euro-Mitgliedern muss möglich sein“

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz schlägt Alarm: Die Gefährdung des Finanzsystems sei heute tausendfach höher als nach der Lehman-Pleite. Daher müsse auch das Undenkbare gedacht werden.

das bringt es auf den Punkt.

Euyonimus

08.09.2011, 02:40 Uhr

Das amerikanische, neoliberale Wirtschaftsmodell, mit etlichen Nobelpreisträgern en suite belohnt, dieses verteidigend seit Regan, ist zusammengebrochen.

Das ewige Ankurbeln der Wirtschaft, auch über Wahlversprechen, über noch mehr Schulden, was nun ausuferte, hat eine Weile funktioniert, aber hat nichts gebracht auf Dauer, außer letztlich Unheil, weil einfach nicht verstanden wurde, daß permanentes Wachstum einfach nicht machbar ist.
Der Begriff: Grenzen des Wachstums, schon in den 70ern erarbeitet vom club of Rome, wurde nie ernstgenommen.

Wenn letztlich das Staatsbudget zu hohem Prozentsatz nur noch mit Zinszahlung der Schuldenaufnahme in Haft genommen wird, sind die Grenzen des so Wirtschaftens längstens überschritten.

Vor diesem Bankrott steht nun die westl. Welt, die sich stets verschlossen hat, schon vor längerer Zeit auf diese Realität zu reagieren, ihr Handeln zu überdenken und Konsequezen zu ziehen zu einer Zeit, wo das noch machbar gewesen wäre.

Das Desaster daraus finden wir jetzt ganz krass vor, der Turmbau zu Babel ist gekippt, die Zeche zahlen wir alle. Ende offen!!

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