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26.09.2013

14:17 Uhr

Schuldenobergrenze

Moody's warnt USA vor Zahlungsunfähigkeit

Im US-Etatstreit drängt die Zeit. Der Supermacht droht erneut, das Geld auszugehen. Die zähen Auseinandersetzungen verunsichern die Märkte. Schlimmeres könnte folgen, wenn eine schnelle Lösung ausbleibt.

Moody's bewertet die Kreditwürdigkeit der USA derzeit mit der Top-Note „AAA“ und stabilem Ausblick. Reuters

Moody's bewertet die Kreditwürdigkeit der USA derzeit mit der Top-Note „AAA“ und stabilem Ausblick.

LondonDie Ratingagentur Moody's zählt die USA an: Sollte die Regierung es nicht schaffen, die Schuldenobergrenze rechtzeitig anzuheben, drohten Finanzmarktstress und wirtschaftliche Rückschläge. Diese Warnung sprechen die Kreditwächter in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie aus. Die weltgrößte Volkswirtschaft steht - theoretisch - schon wieder vor der Zahlungsunfähigkeit. Sollte es bis Anfang nächster Woche keine Einigung über den Etat für das nächste Haushaltsjahr geben, geht der Regierung zum 1. Oktober das Geld aus. Bislang liegen die Parteien im Clinch.

Dennoch sehen die Analysten der US-Ratingagentur dieser Frist vergleichsweise gelassen entgegen. Denn sie erwarten keine unmittelbaren Folgen für den Schuldendienst, wenn die Budgetverhandlungen scheitern. Zunächst dürfte der Rotstift bei den Gehältern der Staatsbediensteten angesetzt werden.

Deutsch-amerikanische Wirtschaftsbeziehungen

US-Unternehmen in Deutschland

Nirgendwo im Ausland ballen sich die Investitionen amerikanischer Firmen so so sehr wie in Deutschland - etwa 130 Milliarden Euro haben sie hier in ihre Unternehmen gesteckt. Allein 2012 siedelten sich 133 US-Firmen neu an - so viele wie aus keinem anderen Land. Derzeit sind mehr als 2000 amerikanische Firmen hier ansässig. Sie sichern über 800.000 Arbeitsplätze.

Deutsche Unternehemen in den USA

3400 deutsche Unternehmen sind in den USA aktiv. Sie beschäftigen dort direkt 570.000 Mitarbeiter. Die Firmen haben bislang etwa 213 Milliarden Dollar in den USA investiert. Deutschland ist damit viertgrößter Investor in den Vereinigten Staaten.

Die größten US-Arbeitsgeber in Deutschland

Größter US-Arbeitgeber in Deutschland ist die Imbisskette McDonald's mit 64.000 Mitarbeitern, gefolgt von den Ford -Werken (24.490), Burger King (23.500), Opel (22.723) und IBM (22.000). Beim Umsatz führt Ford (18,75 Milliarden Euro) vor ExxonMobil (12,8 Milliarden Euro) und Opel (2,5 Milliarden Euro).

Die größten deutschen Arbeitgeber in den USA

Größte deutsche Arbeitgeber in den USA sind Siemens (60.000 Beschäftigte), gefolgt von Fresenius Medical Care (45.577), T-Mobile USA (34.518), DHL (29.000) und Robert Bosch (22.500).

US-Exporte nach Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Markt für die USA in Europa. Die Exporte summierten sich 2012 auf 50,6 Milliarden Euro. Fast ein Viertel davon sind chemische Erzeugnisse. Ebenfalls gefragt sind Maschinen und Fahrzeuge.

Deutsche Exporte in die USA

Die USA sind nach Frankreich der zweitgrößte Abnehmer deutscher Export-Produkte. Waren im Wert von 89 Milliarden Euro wurden 2012 in den USA abgesetzt, ein Plus von 17,7 Prozent. Gefragt sind vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen.

Besorgniserregend sei aber, dass die gesetzliche Höchstschwelle für die Staatsverschuldung wieder erreicht sei. „Ein Scheitern beim Anheben der Schuldenobergrenze hätte ernsthafte Konsequenzen für Finanzmärkte und Wirtschaft“, heißt es bei Moody's. Die Ratingagentur bewertet die Kreditwürdigkeit der USA derzeit mit der Top-Note „AAA“ und stabilem Ausblick.

Das US-Finanzministerium kann die Schuldenobergrenze ohne Zustimmung des Kongresses nicht über 16,7 Billionen US-Dollar (12,4 Billionen Euro) hinaus ausweiten. Spätestens Mitte Oktober muss eine Einigung erfolgen. Die Zeit drängt: Bereits jetzt hält die Regierung das Limit nur mit Haushaltstricks ein. Dieser Spielraum ist spätestens im November erschöpft, dann stehen Zinszahlung in großem Stil an.

„Wir erwarten, dass die Grenze angehoben wird“, schreiben die Moody's-Experten zwar. Sollte dies allerdings nicht gelingen, müssten alle Regierungsausgaben aus den Einnahmen des Staates gedeckt werden - und die reichen bei weitem nicht aus.

Fazit der Moody's-Studie: Auch wenn kein unmittelbarer Zahlungsstopp bei US-Staatsanleihen zu erwarten ist, reicht die Möglichkeit einer drohenden Zahlungsunfähigkeit, um die Finanzmärkte in Aufruhr zu versetzen und das Verbrauchervertrauen zu belasten.

Von

dpa

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

26.09.2013, 14:29 Uhr

Gääääähhhhhhhhnnnnnnnnnnnnnnnnnn !
Alle 10 Monate dieselbe öde Nummer. Es langweilt....

Eurowahn

26.09.2013, 14:30 Uhr

Moodys warnt vor der Zahlungsunfähigkeit der USA !!! Die UA sind schon längst zahlungsunfähig. Die FED kauft jeden Mnat Staatsanleihen für ca. 85 Milliarden Dollar auf. Also - jedes Jahr ca. 1000 Milliarden mehr Schulden in den USA !!! Nun sind die USA bei ca. 17 Billionen Dollar (17000 Milliarden Dollar angelangt). Irgendwann werden dann ein paar große Player am Finanzmarkt (Goldman Sachs, JP Morgan etc.) überall verkünden, dass der Staatsbankrott in den USA nun eingetrete ist. Natürlich erst dann, wenn sie ihre "Wertpaiere" abgestoßen haben und auf die "short-Seite" gewechselt sidn, dh. , dass sie auf fallende Kurse bei den Aktienmärkten wetten !!

nochkeinebilliarde

26.09.2013, 14:47 Uhr

@eurowahn
also wenn ich es irgendwann mal richtig verstanden habe, dann haben die mtl 85 Mrd. USD nichts mit dem Defizit im Staatshaushalt zu tun! Die Geldspritze ist zu einem großen Teil eine direkte Hilfe der FED, um den Banken die Hausfinanzierungen abzukaufen. So bleibt die Bilanz der Banken sauberer und die Bilanz der FED wird länger. Das Defizit der US-Regierung ist ein anderer Kriegsschauplatz. Macht ja auch Sinn, denn die FED legt ja selber fest das Aufkaufprogramm nach eigenem Ermessen so lange laufen zu lassen, wie es gebraucht wird. Sonst würde sie ja gegen das Gesetz verstoßen. Also immer schon sauber bleiben! Die US-Regierung läßt drucken für den Staatshaushalt und die FED legt noch einmal nach für die "Privaten". Und da das alles ohne Hilfe und Fortbestand der Zusagen binnen Millisekunden zum Tode verurteilt wäre, ist eine wie auch immer gebärdete Zusage zur Erhöhung des Schuldenlimits nur ein Feigenblatt für die Öffent-lichkeit. Keine Bange. Die machen auch bei 50 Billionen nicht Schluß. Die sind ja nicht verrückt! Und was das Aufkaufprogramm betrifft, wird nur deswegen mal die eine, mal die andere Meinung hinterhergeschoben, weil ja sonst die Meinung aufkommen
könnte, das sie sich schon immer im vorab einig gewesen wären: Doch dann würde man ja die Spannung aus dem ganzen Vorspiel nehmen. Das wäre ja wie Sex ohne Orgasmus...und da sind doch alle ganz g...drauf! Sonst würden ja nicht alle Tage alle wieder mitmachen!

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