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25.12.2011

12:34 Uhr

Schuldentilgung

Ökonomen warnen vor Eskalation der Euro-Krise

Deutsche Wirtschaftsforscher sind nach wie vor besorgt über die Euro-Schuldenkrise. Der Direktor des HWWI warnt vor einer weiteren Eskalation, das RWI ruft zu einer raschen Umsetzung der jüngsten EU-Beschlüsse auf

Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar. dpa

Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar.

BerlinFührende Wirtschaftsforschungsinstitute warnen vor weiteren Gefahren durch die Euro-Schuldenkrise. Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, mahnte am Sonntag, die Krise sei „noch lange nicht ausgestanden“. Vielmehr könne sie sogar „weiter eskalieren“.

Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Christoph M. Schmidt, forderte eine zügige Umsetzung der Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels. Man dürfe „aber nicht übersehen, dass die beschlossenen Maßnahmen in erster Linie die langfristigen Rahmenbedingungen verbessern“. Dies könne zwar beruhigend auf die aktuelle Lage wirken. Aber die akuten Probleme mancher Staaten seien damit nicht gelöst.

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Der RWI-Präsident und „Wirtschaftsweise“ fügte hinzu: „Der Sachverständigenrat hatte mit dem Schuldentilgungsfonds ein Instrument vorgeschlagen, um auch dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die Politik ist dieser Idee leider - zumindest bisher - nicht gefolgt.“ Schmidt betonte, die Mehrheit der Ökonomen sei sich einig, „dass Euro-Bonds aufgrund der mit ihnen verbundenen negativen Anreize schädlich wären“. Insofern sei die Strategie der Bundesregierung richtig gewesen, auf vertragliche Regeln zu bestehen, die für eine bessere Kontrolle der Finanzpolitik der einzelnen Euro-Länder sorgen.

„Stehen solche Regeln, wird es für die Regierung vielleicht auch einfacher, zum Beispiel die Aufkäufe von Staatspapieren durch die EZB als kurzfristige Notmaßnahmen zu akzeptieren, obwohl sie gegen der Geist des EU-Vertrags verstoßen“, so der RWI-Präsident. Aber die Bundesregierung müsse „den europäischen Partnern gleichzeitig überzeugend signalisieren, dass ihr Beharren auf Prinzipien nicht das ganze europäische Projekt in Gefahr bringt“.

Kommentare (7)

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ANAL_yst

25.12.2011, 13:47 Uhr

Da hätten die ach so „schlauen“ Ökonomen mal vor der Lehman Pleite warnen sollen.
Wo waren diese Herrschaften Ökonomen, Experten und Anal(ysten) eigentlich vor der großen Weltwirtschaftskrise, als viele „Nichtexperten“ davor warnten, das es zum großen Crash kommen muss???
Wo hat Herr Straubhaar sein Geld investiert und angelegt?
Welche Lobby bezahlt ihn und für welche gibt er seinen Namen her (siehe Hüther = INSM, Raffelhüschen = INSM, Riester = INSM, Rürupp und Co.)?
Die Werbeagentur Scholz & Friends verkauft des dann dem Bürger werbewirksam als ALTERNATIVLOS!
Alles nur Verarsche im Namen des Großkapitals und der Wirtschaft, gegen die Interessen des deutschen Arbeitnehmers. Ich habe fertig mit dieser Lobbyistenbagage und die Schnauze voll, sollen von mir aus alle untergehen!

Account gelöscht!

25.12.2011, 15:10 Uhr

Die Gesundbeter geben sich die Ehre... Nichts neues im Westen... Wenn die Pest erst einmal ausgebrochen ist, ist es zu spät, was soll dann das Gelaber noch?

Account gelöscht!

25.12.2011, 19:28 Uhr


Man muss schon eine enorme kriminelle Energie aufwenden und parallel dazu die Bürger als besonders stupid einstufen, um sich solcher Argumente zu bedienen, die absolut keiner sachlichen Überprüfung stand halten!
„Weil die von der Krise besonders betroffenen Länder durch Sparmassnahmen in die Rezession geführt wurden ...“
Na geht´s noch?
Zum Beispiel hat GR doppelt so viele Staatsdiener als wir in DE, aber nur 11 Mio. Einwohner. Mal davon abgesehen, dass ein Pförtner in einer Behörde mit 5000 € nach Hause geht. Das Problem kennt jeder, doch Stellen sollen erst in den nächsten Jahren irgendwann mal abgebaut werden, gespart wird bei den einfachen Bürgern. Kein Wunder, dass GR die höchste Dichte an Porsche Cayennes innerhalb Europas hat. Die Anschaffungskosten von 140.000 € haben deutsche und französische Banken finanziert, der laufende Unterhalt wird bei den Banken-Rettungspaketen abgezweigt.
Und jetzt werden die erforderlichen Sparmassnahmen dieses Land in eine Rezession treiben? Wenn man hier immer noch nichts verstanden hat, dann ist Hoffnung und Malz verloren und solche Wirtschaftsweise disqualifizieren sich von selbst.

Parallel dazu läuft es in Spanien, Italien, Portugal und Irland. Irland hat sich Wohlstand erhascht durch die Ansiedlung von Zweckgesellschaften, die der Bankenaufsicht somit entzogen wurden und vor allem unsere stupid Landesbankster davon rege Gebrauch machten. Jetzt zahlen wir nochmals für diese Betrügereien in Form einer / mehrerer Bad-Banks. Die 200 Mrd. der HRE ist doch nur ein Bruchteil von dem, was noch kommt. Wenn schon die kleinste deutsche Landesbank, die SachsenLB, über 64 Mrd. in 11 verschiedene irische Zweckgesellschaften ausgelagert hatte und alles immer noch verheimlicht wird, weil wir dann sofort einen Aufstand hätten, was haben da die anderen Landesbankster / Schwerstkriminellen noch versteckt?

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