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20.05.2015

12:55 Uhr

Schulreform in Frankreich

Regierung hält an ihren Plänen fest

Der landesweite Lehrerstreik gegen die geplante Schulreform in Frankreich war offenbar umsonst: Die Regierung hält an ihren umstrittenen Plänen fest. Das sorgt auch bei deutschen Politikern für Unmut.

In Deutschland wird befürchtet, dass die Zahl der Deutschschüler in Frankreich nach der Reform rapide abfällt. dpa

Schulreform in Frankreich

In Deutschland wird befürchtet, dass die Zahl der Deutschschüler in Frankreich nach der Reform rapide abfällt.

ParisDie französische Regierung zieht die umstrittene Schulreform durch, die auch in Deutschland auf Kritik stößt. Nur einen Tag nach einem landesweiten Lehrerstreik wurde am Mittwoch das Dekret zur Reform der französischen Mittelschule veröffentlicht. Die Reform soll nach den Sommerferien 2016 greifen.

Lehrergewerkschaften, die am Dienstag mit einem Streik und Demonstrationen gegen die Reform mobil gemacht hatten, kritisierten das Vorgehen der sozialistischen Regierung als „Provokation“ und „skandalös“. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem habe Gesprächsbereitschaft signalisiert, nur um dann „die Tür vor der Nase der Lehrer zuzuschlagen“.

Die Ministerin wies die Vorwürfe zurück. „Nichts wurde überstürzt, alle Fristen sind so, wie wir sie von Anfang an vorgesehen hatten“, sagte sie dem Sender France Info. Sie erinnerte daran, dass die Reform bereits im April vom französischen Bildungsrat beschlossen worden war. Nun gehe es darum, mit Umsetzungstexten zur Reform auf die „Sorgen“ der Lehrer einzugehen.

Die geplante Reform der Collèges genannten Mittelschulen sorgt schon seit Wochen für erregte Debatten in Frankreich und hat auch zu Spannungen im deutsch-französischen Verhältnis geführt. Zentrale Punkte der Reform sind mehr Autonomie für die Collèges, eine Verstärkung der Einzelbetreuung von Schülern und ein Ausbau des interdisziplinären Angebots. Auf heftigen Widerstand stoßen unter anderem Pläne, den Latein- und Altgriechischunterricht in seiner bisherigen Form abzuschaffen und stattdessen fachübergreifende Kurse zu Sprachen und Geschichte der Antike anzubieten.

Reformiert werden soll auch das Deutschangebot an den Mittelschulen: Allgemein soll mit der zweiten Fremdsprache ein Jahr früher begonnen werden als bisher, und zwar in der siebten Klasse. Im Gegenzug sollen aber spezielle Sprachenzüge gestrichen werden, in denen zwei Fremdsprachen – häufig Englisch und Deutsch – bereits ab der sechsten Klasse unterrichtet werden. In Deutschland wird befürchtet, dass dadurch die Zahl der Deutschschüler in Frankreich sinken wird.

Von

afp

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