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26.05.2017

14:13 Uhr

Schulz über Trump

„Solch eine demütigende Behandlung ist zurückzuweisen“

Politik müsse glaubwürdiger werden, fordert SPD-Chef Schulz. Sonst folgten ein Vertrauensverlust und Populismus, wie ihn US-Präsident Trump praktiziere. Dessen Umgang mit Deutschland und Europa verurteilt Schulz.

Der Vorsitzende der SPD übt auf dem Kirchentag Kritik an US-Präsident Trump. dpa

Martin Schulz

Der Vorsitzende der SPD übt auf dem Kirchentag Kritik an US-Präsident Trump.

BerlinSPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat den aggressiven Umgang von US-Präsident Donald Trump mit Deutschland und Europa klar verurteilt und einen Bundestagswahlkampf ohne Populismus gefordert. Trumps Umgang mit demokratisch gewählten Bündnispartnern auf dem Nato-Gipfel in Brüssel sei nicht hinzunehmen, sagte Schulz am Freitag bei einer Kirchentagsdebatte im Berliner Dom. „Solch eine demütigende Behandlung ist zurückzuweisen, so etwas braucht man nicht zu akzeptieren.“

Mit seiner aggressiven Kritik hatte Trump in Brüssel am Donnerstag für einen Eklat gesorgt: Er warf der Mehrzahl der Nato-Mitgliedsstaaten unzureichendes militärisches Engagement vor. Die mangelnde Beteiligung vieler Staaten sei „nicht fair“ gegenüber den amerikanischen Steuerzahlern.

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Unberechenbar und ohne Rücksicht auf Konventionen: So gibt sich Donald Trump gerne. In Brüssel hat der US-Präsident dies nun erneut gezeigt – mit einer Verbal-Attacke auf Deutschland und einem rüden Schubser.

Schulz verurteilte auch die populistischen Methoden, mit denen Trump an die Macht gekommen sei. „Was in den Vereinigten Staaten im Wahlkampf passiert ist, darf uns in Deutschland nicht passieren“, sagte Schulz. Was geschehe, wenn Menschen mit solchen Methoden an die Macht gelangten, könne man seit Jahresbeginn in den USA beobachten. „Keine politische Kraft darf zu keiner Zeit falsche Nachrichten verbreiten“, betonte Schulz.

Mit Blick auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf warb Schulz für einen Schulterschluss gegen Populismus. Pauschale Verurteilungen von „denen da oben“ und den Medien erodierten die Fundamente der Demokratie. „Wer gegen unsere Demokratie vorgeht, gegen den müssen wir vorgehen.“ Politik müsse sich um mehr Glaubwürdigkeit bemühen. Ansonsten führe fehlendes Vertrauen zu Misstrauen, Misstrauen zu Angst und die wiederum zu Hass, den Populisten instrumentalisieren könnten.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Leo Löwenstein

26.05.2017, 14:31 Uhr

"Politik müsse glaubwürdiger werden, fordert SPD-Chef Schulz."
Der ist sich echt für nix zu schade.
Dann soll er mal anfangen und in Ruhestand gehen.

Einer der sich in Brüssel auf fragwürdige Weise an den Steuergeldern der Menschen bereichert hat, redet von sozialer Gerechtigkeit und Glaubwürdigkeit.

So viel wie man da ko..en möchte, kann man gar nicht essen.

Herr Hans Wahl

26.05.2017, 15:49 Uhr

Ich bin auch der Ansicht. dass Herr Schulz weder besser noch schlechter ist, als Herr Trump selbst. Ich halte seine (Schulz') Kommentare für Heuchelei. Einerseits spricht er von Gerechtigkeit, andererseits erwähnt er in seinen Reden nie die Bürger oder Menschen. Stattdessen geht es ihm um den Gewinn seiner Partei und sein Ego.
Damit strahlt er allerdings genau das aus, was so ziemlich alle Politiker auszeichnet: Sie fuehlen sich in ihren Ämtern und Posten sehr wohl. Vor allem die Bezüge sind für die meisten das Kriterium und die Sicherheit, die von ihren Ämtern ausgeht. Ich glaube nicht. dass sich auch nur ein Politiker bei uns (oder in Brüssel ) um seine Pension Sorgen muss.
Genau dies müssen aber die Menschen bei uns. Der Grossteil muss sich um seine Pension sorgen und hat keine Garantie, dass es für sie im Alter ausreichend Versorgung geben wird.
Das halte ich für wesentlich schlimmer , als sich über Kommentare über Trump auszulassen.
Nebenbei bemerkt weiss wohl inzwischen jeder an Politik Interessierte, dass Schultz vor allem auch die Themen ausgehen. So scheint er es mit dem Trick von Trump zu halten: Je mehr er in die Medien kommt umso besser. Egal worüber er spricht.
Ironisch, nicht wahr ?

Herr Rudolf Ott

26.05.2017, 18:13 Uhr

Wie jeder Zeitgenosse denke ich mir meinen Teil zu Trumps Äußerungen. Nur fällt Hr. Schulz und auch anderen Politikern nicht auf, dass sie die Deutschen bei jeder Gelegenheit gerne als "schlecht" oder "sehr schlecht" angesichts einer aus dem Ruder gelaufenen Verbrecherregierung (33-45) Europa und der Welt anbieten ( Interessant hierzu ein Beitrag einer dänisch-österischen Diplomatin in der FAZ). Klar Höflichkeit ist Trumps Sache nicht. Obama war da schon eleganter und ließ Merkel abhören! Deshalb auch der Jubel am Kirchentag. Weiß Schulz nicht, dass die Feindstaatsklausel der UN-Charta nur ruht und immer noch gilt?!

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