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01.10.2014

22:11 Uhr

Schutz des US-Präsidenten

Obamas Sicherheitschefin tritt zurück

Beim Schutz von US-Präsident Barack Obama haben sich gefährliche Lücken aufgetan. Julia Pierson, Chefin des Secret Service und somit von Obamas Leibgarde, zieht daraus Konsequenzen.

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WashingtonWegen gefährlicher Lücken beim Schutz von US-Präsident Barack Obama tritt die Chefin seiner Sicherheitsbeamten zurück. Dies gab Heimatschutzminister Jeh Johnson am Mittwoch in Washington bekannt.

Zuvor waren vor allem im US-Kongress über Parteigrenzen hinweg Forderungen laut geworden, Secret-Service-Direktorin Julia Pierson abzulösen. Sie dient seit 30 Jahren in der Behörde, rückte aber erst 2013 an die Spitze.

Hintergrund des Rücktritts sind zwei Vorfälle, die der für die Sicherheit des Präsidenten zuständige Secret Service nicht verhindert hatte: Am 19. September war es einem mit einem Messer bewaffneten Mann gelungen, über den Zaun am Weißen Haus zu springen und in die streng bewachte US-Regierungszentrale vorzudringen. Am Mittwoch wurde dann bekannt, dass drei Tage zuvor ein bewaffneter und mehrfach vorbestrafter Mann in einem Aufzug mit Obama fuhr und somit in die unmittelbare Nähe des Präsidenten gelangt war.

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Beide Male passierte Obama nichts, doch wurden der Secret Service und Pierson heftig kritisiert. Ihm wäre nicht wohl, wenn Pierson im Amt bliebe, sagte der demokratische Abgeordnete Elijah Cummings wenige Stunden vor dem Rücktritt. Ähnlich äußerten sich dann auch der demokratische Senator Chuck Schumer und der republikanische Senator Lindsey Graham.

Das Weiße Haus erklärte nach Piersons Entscheidung, aus Obamas Sicht liege ihr Rücktritt in ihrem eigenen Interesse. Der Präsident sei zu dem Schluss gekommen, dass der Secret Service eine neue Führung brauche. Obama habe Pierson am Mittwoch angerufen und ihr für ihren Dienst gedankt. Übergangsweise soll der frühere Spezialagent Joseph Clancy die Führung der Behörde übernehmen.

Vor allem bei dem Fall des 42-jährigen Zaunspringers aus Texas hatte es etliche Ungereimtheiten gegeben. Zuerst hieß es, seine Festnahme sei am Eingang gelungen. Anfang der Woche kam jedoch heraus, dass der Eindringling es bis in den sogenannten East Room und von dort weiter bis zum Green Room schaffte - und damit in die Nähe einer Treppe zur privaten Residenz der Obamas, die allerdings nicht zu Hause waren.

Außerdem hieß es zunächst, der Eindringling sei unbewaffnet gewesen. Doch stellte sich später heraus, dass der Ex-Soldat ein Klappmesser bei sich hatte. Zudem hatte er mehr als 800 Patronen, eine Machete und zwei Beile in seinem Auto.

Nun muss sich der Mann vor Gericht verantworten. Ihm wird illegales Betreten eines gesperrten Gebäudes, Tragen einer Waffe und gesetzeswidriger Besitz von Munition vorgeworfen. Am Mittwoch erklärte sein Anwalt vor einer Bezirksrichterin, der Verdächtige bekenne sich „nicht schuldig“ im Sinne der Anklage.

Secret-Service-Chefin Pierson hatte sich schon am Dienstag bei einer Kongressanhörung zerknirscht gezeigt und die Verantwortung für die Panne um den Eindringling übernommen. Das Versagen ihrer Behörde sei inakzeptabel. Zugleich versicherte sie, dass so etwas „nie wieder vorkommen“ werde.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Paul Müller

02.10.2014, 09:28 Uhr

"...etliche Ungereimtheiten ..."
Die gibt es im Fall Ukraine auch. Beim Vertuschen scheint Pierson in Obama ihren Meister gefunden zu haben.

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