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30.04.2015

02:03 Uhr

Schutz vor Cyberangriffen

Ex-US-General will Atomwaffen ausbremsen

Hacker schaden nicht nur Konzernen. Was, wenn jemand die Ampelschaltung einer Großstadt manipuliert? Oder Atomwaffen abfeuert? Für Letzteres findet ein Ex-General eine einfache Lösung - mit einem politischen Haken.

Eine russische Atomrakete vom Typ Topol-M (Archivfoto): Ein ehemaliger US-General bringt in seinem Bericht einen neuen Grund für Abrüstung vor. dpa

Atomrakete

Eine russische Atomrakete vom Typ Topol-M (Archivfoto): Ein ehemaliger US-General bringt in seinem Bericht einen neuen Grund für Abrüstung vor.

WashingtonZum Schutz vor Cyberangriffen auf ihr Atomarsenal sollten die USA und Russland nach einem Vorschlag des früheren US-Spitzengenerals James Cartwright ihre Nuklearraketen nicht mehr ständig gefechtsbereit halten. Dies würde das Risiko mindern, dass wegen eines falschen Alarms durch Hacker ein Gegenschlag ausgelöst werde, sagte Cartwright in einem Interview.

Der General stand von 2004 bis 2007 an der Spitze des Strategischen Kommandos und war bis zu seiner Pensionierung 2011 Vizechef des US-Generalstabs. Nun ist er Autor eines am Mittwoch veröffentlichten Berichts der Abrüstungsvereinigung Global Zero Commission. Es gehe darum, quasi eine längere Zündschnur zu bekommen, ohne abschreckende Wirkung der Atomwaffen einzubüßen, sagte Cartwright.

Die USA haben zum Beispiel 450 Raketen vom Typ Minuteman 3 rund um die Uhr in Bereitschaft, so dass sie auf Befehl des Präsidenten binnen weniger Minuten abgefeuert werden können. Cartwrights Studie schlägt vor, die Vorlaufzeit zu verlängern, so dass es 24 bis 72 Stunden dauern würde, die Raketen abschussbereit zu haben. Der Plan solle schrittweise binnen zehn Jahren umgesetzt werden.

Die Regierung unter Präsident Barack Obama hat die Idee bereits geprüft und verworfen. Dass sich Moskau in naher Zeit auf eine solche Vereinbarung einließe, gilt als unwahrscheinlich. Die Beziehungen beider Nuklearmächte sind frostig, unter anderem wegen der Ukraine-Krise. Robert Scher, Nuklearexperte im US-Verteidigungsministerium, sagte zuletzt im Kongress, aus Sicht der Regierung müssten die Raketen jederzeit bereit sein.

Cartwright betonte hingegen, die Gefahr von Cyberangriffen auf die Kontrollsysteme müssten stärker in Betracht gezogen werden. Die Gefahr gehe nicht mehr nur von einzelnen Hackern aus, sondern von feindlichen Staaten. „Die Komplexität der Cybergefahr ist exponentiell gestiegen“, sagte er in dem Interview am Dienstag.

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Neben dem NSA-Enthüller Edward Snowden ist offenbar auch die ehemalige Nummer 2 des US-Militärs wegen Geheimnisverrats im Visier der US-Justizbehörde – er soll Details zum Computervirus Stuxnet verraten haben.

Auch Kommando- und Kontrollstrukturen seien angreifbar. „Sind sie bereits geknackt? Ich weiß es nicht. Ist es technisch gesehen vernünftig anzunehmen, dass sie es sein könnten? Ja.“

Wie Hacker genau angreifen würden, ist unklar. Könnten sie in Frühwarnsysteme eindringen und Indikatoren simulieren, die eine Überreaktion auslösen? Könnten sie Schutzmechanismen überwinden und nicht autorisierte Befehle zum Abschuss geben?

Die Regierung sagt kaum etwas zu ihren Abwehrmaßnahmen. Vergangene Woche sagte die Nummer zwei der Nationalen Atomsicherheitsverwaltung, Madelyn Creedon, im US-Kongress nur, die Regierung komme voran. Einzelheiten wolle sie nicht nennen.

Von

ap

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

30.04.2015, 09:50 Uhr

Wie nahe stehen wir vor einem Atomkrieg?

Wenn man Atomwaffen via Cyberangriff ausschalten kann, dann kann man diese auch abfeuern.

Was sagt die Bundesregierung dazu und was weiß sie - wie man heute berechtigt nachfragen muss-?

Herr Walter Gerhartz

30.04.2015, 10:22 Uhr

Die Freunde in Brüssel und Paris ausspioniert: Es wird eng für Angela Merkel
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Der BND soll im Dienst der NSA nicht nur europäische Unternehmen, sondern auch die französische Regierung und die EU-Kommission ausspioniert haben. Erstmals werfen Politiker der Bundesregierung Lügen vor. Die Nachbarn und Verbündeten müssen sich fragen: Auf welcher Seite stand Angela Merkel? Die mächtigste Frau der Welt schweigt und hofft, dass das Gewitter vorüberzieht - und sich nicht zu einer melodramatischen Kanzlerinnen-Dämmerung auswachsen.

Merkel wird allerdings nicht so weit gehen, einen eigenständigen Kurs in der deutschen Außenpolitik zu fahren. Sie denkt in langen Zeiträumen: Die Militär-Doktrin der Bundeswehr wurde erst vor einigen Monaten umgestellt, weil Russland nun als Feind gilt.
----------------------------------------------------meine Meinung---------------------------------------------------
Es gibt also doch noch so etwas wie Gerechtigkeit in der die Lügner (auch gegenüber Russland) bestraft werden, indem diese aufgedeckt werden.
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Es wird höchste Zeit, dass diese ehemalige FDJ-Sekretärin und jetzige USA-Statthalterin endlich geht !!

Wir brauchen Politiker mit Rückgrad, die für das eigene Volk stehen und keine Erfüllungsgehilfen die auf Befehl der USA z.B. Sanktionen gegen Russland mit enorm SELBSTSCHÄDIGENDEM Charakter ausführen.

Also bitte endlich abtreten !!!

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