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19.04.2012

07:27 Uhr

Schutzschirm

IWF sammelt Milliarden zur Euro-Rettung ein

Der Internationale Währungsfonds hat die angestrebten 400 Milliarden Dollar zum Schutz gegen die Euro-Krise fast beisammen. Einige wichtige IWF-Länder lehnen eine Beteiligung aber weiter strikt ab.

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). dpa

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF).

WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat für den Kampf gegen die Schuldenkrise weitere Milliarden-Zusagen der Mitgliedsländer erhalten. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte am Mittwoch in einer Veranstaltung der Bertelsmann-Stiftung in Washington, sie habe Zusagen im Umfang von mittlerweile 316 Milliarden Dollar. „Und ich habe weitere in der Tasche“, fügte sie hinzu. Lagarde nannte keine Einzelheiten zu den Geldgebern, nannte
aber einen Beitrag Polens von acht Milliarden Dollar. „Dies ist Teil einer konzertierten Aktion wichtiger Geldgeber um sicherzustellen, dass der Fonds über ausreichende Mittel zur Bekämpfung der Krise und zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität zur Verfügung hat“, sagte Lagarde.

Kanada lehnte im Vorfeld des G20-Treffens am Wochenende in Washington indes weitere Milliarden weiterhin strikt ab. Europa selbst müsse noch viel mehr leisten als es das bisher getan habe, sagte Finanzminister Jim Flaherty am Mittwoch. Zentralbankchef Mark Carney sagte zugleich, eine Brandmauer sei nicht der Schlüssel zur Lösung der Probleme. Es geht viel mehr darum, welche Schritte Europa selbst über einen längeren Zeitraum unternehme. Der IWF möge der Ansicht sein, dass wegen Europa mehr Geld bereit gehalten werden müsse. Aber im Kreise der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer „gibt es derzeit keinen Konsens“.

Der IWF dringt auf eine Aufstockung seiner Mittel, um eine höhere Brandmauer gegen eine Ausbreitung der Schuldenkrise über Europa hinaus zu errichten. Angestrebt wird ein Betrag von rund 400 Milliarden Dollar. Einige Länder, zuletzt Japan, haben bereits weitere Gelder zugesagt. Doch insbesondere das Schwergewicht USA will selbst keine zusätzlichen Mittel bereitstellen. Allerdings sagte Finanzminister Timothy Geithner am Mittwoch
auch, es sei positiv, dass der IWF Geld schnell einsammeln könne, um „die Effekte des europäischen Traumas abzufedern, wenn nötig“. Die USA unterstützten diesen Prozess und würden dies auch bei den anstehenden Treffen tun. Geithner vermied die bisherige Rhetorik, in der Europa dazu aufgefordert wird, zuerst selbst mehr zu leisten.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Matthes

19.04.2012, 08:50 Uhr

Immer mehr Geld zur EURO-Rettung? Wo soll das enden? Es wäre Zeit, am System etwas zu verändern, denn diese Rettungspakete verschieben nur das Problem.

Account gelöscht!

19.04.2012, 09:25 Uhr

Wenn ich JEDE Woche mein Haus löschen müsste weils brennt..... naja was sag ich, ist eh sinnlos... Hoffe die Hunde die das Theater gross mit veranstalten werden am dicken Ende aus ihren Häusern gezerrt.

Frankie

19.04.2012, 10:10 Uhr

Verbieten nicht die Statute des IWF ein Eingreifen in Europa? Also hat Kanada mit seinem Nein absolut Recht. Europa soll alleine seine (hausgemachten) Probleme lösen, aber dafür braucht es die Abkehr vom räuberischen Wohlfahrtsstaat mit Kaskoversicherungsmentalität.

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