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11.04.2014

18:04 Uhr

Schwache Wirtschaftsdaten

Steht China vor dem Kollaps?

VonFinn Mayer-Kuckuk

Außenminister Steinmeier reist nach China – ein Land, das zuletzt wirtschaftlich Negativschlagzeilen machte. Der Wirtschaftsmotor stottert, Banken drohen Zahlungsausfälle. Was ist los im Reich der Mitte? Eine Analyse.

Rush Hour in Peking: Die Crash-Propheten werden enttäuscht sein. dpa

Rush Hour in Peking: Die Crash-Propheten werden enttäuscht sein.

PekingAus China kommt derzeit eine ganze Reihe alarmierender Konjunkturdaten. Industrieproduktion und Ausfuhr sinken . Die Wirtschaft verliert ihren Optimismus, wie aus Einkaufsmanagerumfragen hervorgeht. Immobilienpreise geraten ins Bröckeln. Nachrichten von Zahlungsausfällen verunsichern die Märkte.

„China“, so sehen es viele Kommentatoren, habe sich hoffnungslos überschuldet. Das Land stehe kurz vor dem „Absturz“, die Erfolgsgeschichte sei vorbei. Der „Schuldenstand“ habe bereits 200 Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht, damit sei der Alarmwert überschritten. Das Ende sei nahe. Vergleiche mit den USA im Jahr 2008 kommen auf.

Mit hohen Schulden lässt sich lange leben

Besonders der amerikanische China-Beobachter Gordon Chan glaubt, dass seine Stunde geschlagen hat – endlich! Denn er sagt den Kollaps des Reichs der Mitte bereits seit anderthalb Jahrzehnten voraus. Die angebliche Erfolgsgeschichte sei auf Sand gebaut und auf Pump finanziert, die Welt habe sich von leerem Glanz täuschen lassen, nun sei aber wirklich Schluss.

Tatsächlich lohnt sich ein näherer Blick auf die Natur der chinesischen Schulden. Denn nicht alle Verbindlichkeiten sind gleich gefährlich. Die ökonomischen Naturgesetze gelten natürlich auch für China – auf die Schuldenparty folgt der Kater. Doch die Geschichte zeigt auch, dass sich mit hohen Ausständen unter Umständen ziemlich lange recht gut leben lässt.

Das Problem bei allen Schulden ist unwahrscheinlich trivial: Am Ende will jemand das Geld mit Zinsen zurückhaben. Das klingt wie eine Binsenweisheit, doch anscheinend verlieren die Vertreter verschiedener Lager sie aus den Augen. Die Schwaben-Fraktion hält Kreditaufnahme für eine Art moralische „Schuld“, eine Charakterschwäche, die um jeden Preis zu vermeiden ist. Die Linke dagegen ist fest davon überzeugt, dass die Sache mit der Rückzahlung schon irgendwie von jemand anderem erledigt wird und einen nicht so richtig betrifft.

Um stattdessen die objektive Gefährlichkeit von Schulden abzuschätzen, ist die Frage zu stellen: Wer hat das Geld erhalten, wer will es zurückhaben und was passiert, wenn die Zahlung ausbleiben sollte?

Kommentare (5)

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11.04.2014, 18:26 Uhr

"Schließlich sind auch sieben oder vier Prozent Wachstum für eine große Volkswirtschaft ein ordentlicher Wert."
Wie will da hinkommen? Die letzten Daten deuten eine Rezession an. Das größte Problem dürfte sein, dass sich die Bevölkerung an einen stetigen Aufschwung gewöhnt hat. Wenn der jetzt ausbleibt - oder das Rad gar zurückgedreht werden muss - sind die politischen Folgen kaum absehbar. Das ist mit einer Rezession in Japan oder im Westen nicht vergleichbar. Dazu kommen jetzt schon erkennbare Probleme mit steigenden Löhnen. Wie stark wird die Abwanderung der Industrie in andere asiatische Länder werden?

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11.04.2014, 19:08 Uhr


Eine blitzsaubere Anaylse des uns bis dahin schwer durchschauberen chinesischen Wirtschaftsgebildes, vor allem die Schlußbeurteilung zum eher ausbleibenden Crash läßt hoffen, erinnert mich sehr an bisherige HB Beurteilungen zum rottigen Krisenstaat Griechenland.

Dort liegt zwar alles offen zur Beurteilung rum, HB Recherchen schießen jedoch wie immer hoch am Ziel vorbei.

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11.04.2014, 19:44 Uhr

Und was ist mit der Weltwirtschaft? Wurde nicht immer von ach so klugen Leuten(auch des Handelsblattes)immer gesagt,man braucht das Chinesische hohe Wachsttum unbedingt? Jetzt ist es plötzlich egal.Aber wie heißt es so schön : Was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an

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