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23.07.2014

21:15 Uhr

Schwaches Quartal

IWF senkt Wachstumsprognose für USA

Schlechte Noten für die USA: Wegen eines enttäuschenden Quartals sieht die Prognose des Internationalen Währungsfonds nicht rosig für Washington aus. Gründe seien das unflexible Steuersystem und die Arbeitsmarktpolitik.

Wachstums-Prognose

IWF: US-Wirtschaft im Auftrieb

Wachstums-Prognose : IWF: US-Wirtschaft im Auftrieb

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WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die USA erneut gesenkt. Wegen des extrem schwachen ersten Quartals könne das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr insgesamt nur noch um „enttäuschende“ 1,7 Prozent zulegen, schreibt der IWF in einem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Bericht.

Die weltgrößte Volkswirtschaft habe sich nach dem Minus von aufs Jahr gerechnet 2,9 Prozent zwischen Januar und März aber schon wieder gefangen und befinde sich auf einem guten Weg. So wird die Konjunktur nach IWF-Berechnung 2015 und 2016 um je 3,0 Prozent zulegen. Damit würde das Plus so hoch ausfallen wie seit 2005 nicht mehr.

Besonders lobt der IWF die deutliche Zunahme bei den Konsumausgaben, geringere Finanzprobleme, mehr Investitionen im Häusermarkt sowie die anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbank Federal Reserve (Fed).

Deutsch-amerikanische Wirtschaftsbeziehungen

US-Unternehmen in Deutschland

Nirgendwo im Ausland ballen sich die Investitionen amerikanischer Firmen so so sehr wie in Deutschland - etwa 130 Milliarden Euro haben sie hier in ihre Unternehmen gesteckt. Allein 2012 siedelten sich 133 US-Firmen neu an - so viele wie aus keinem anderen Land. Derzeit sind mehr als 2000 amerikanische Firmen hier ansässig. Sie sichern über 800.000 Arbeitsplätze.

Deutsche Unternehemen in den USA

3400 deutsche Unternehmen sind in den USA aktiv. Sie beschäftigen dort direkt 570.000 Mitarbeiter. Die Firmen haben bislang etwa 213 Milliarden Dollar in den USA investiert. Deutschland ist damit viertgrößter Investor in den Vereinigten Staaten.

Die größten US-Arbeitsgeber in Deutschland

Größter US-Arbeitgeber in Deutschland ist die Imbisskette McDonald's mit 64.000 Mitarbeitern, gefolgt von den Ford -Werken (24.490), Burger King (23.500), Opel (22.723) und IBM (22.000). Beim Umsatz führt Ford (18,75 Milliarden Euro) vor ExxonMobil (12,8 Milliarden Euro) und Opel (2,5 Milliarden Euro).

Die größten deutschen Arbeitgeber in den USA

Größte deutsche Arbeitgeber in den USA sind Siemens (60.000 Beschäftigte), gefolgt von Fresenius Medical Care (45.577), T-Mobile USA (34.518), DHL (29.000) und Robert Bosch (22.500).

US-Exporte nach Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Markt für die USA in Europa. Die Exporte summierten sich 2012 auf 50,6 Milliarden Euro. Fast ein Viertel davon sind chemische Erzeugnisse. Ebenfalls gefragt sind Maschinen und Fahrzeuge.

Deutsche Exporte in die USA

Die USA sind nach Frankreich der zweitgrößte Abnehmer deutscher Export-Produkte. Waren im Wert von 89 Milliarden Euro wurden 2012 in den USA abgesetzt, ein Plus von 17,7 Prozent. Gefragt sind vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen.

Allerdings seien die Vereinigten Staaten nicht aus der Gefahrenzone. Internationale Krisen wie in der Ukraine oder im Irak könnten der US-Wirtschaft schaden, etwa durch global steigende Energiepreise. Auch eine überhastete Zinsanhebung der Fed könnte neue Probleme aufwerfen.

Die Notenbank hält seit Ende 2008 am historischen Niedrigzins knapp über null Prozent fest, um der Wirtschaft aus der Krise zu helfen. Im kommenden Jahr könnte sie dieser lockeren Geldpolitik ein Ende bereiten.

Die US-Politik ruft der IWF zu langfristigen Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf. Das Wachstum werde sich langfristig im Mittel nur um rund 2 Prozent bewegen und damit klar unter dem historischen Schnitt bleiben. Gründe seien die Überalterung der Gesellschaft, ein unflexibles Steuersystem und Schwächen in der Arbeitsmarktpolitik.

So müsse mehr Geld in die Infrastruktur, Bildung sowie Produktivität und Innovationsfähigkeit investiert werden, auch wenn das kurzfristig zu höheren Defiziten führe. Vor allem die Armutsquote von mehr als 15 Prozent stelle ein Problem dar.

Von

dpa

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