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24.10.2012

09:25 Uhr

Schweiz streicht Privilegien

Schumi kratzt die Kurve

VonHolger Alich

Geldsorgen muss sich Michael Schumacher sicherlich keine machen. Dennoch ist die Formel-1-Legende ein scharfer Rechner. Er droht die Schweiz zu verlassen, sollte das Land Steuervorteile für Ausländer streichen.

Schumi warnte davor, dass die Abschaffung des Steuerprivilegs unter dem Strich für die Schweizer ein schlechtes Geschäft zu werden droht. dpa

Schumi warnte davor, dass die Abschaffung des Steuerprivilegs unter dem Strich für die Schweizer ein schlechtes Geschäft zu werden droht.

Zürich Seit Jahren residiert Michael Schumacher mit seiner Familie in einem luxuriösen Anwesen "La Reserve" in Gland in der Nähe von Genf. Die Wahl des Mannes aus Kerpen für die Schweiz fiel nicht nur wegen der sauberen Luft und der schönen Landschaft - sondern auch, um Steuern zu sparen. Denn reiche Ausländer lockt die Schweiz mit sehr günstigen Sonder-Regeln ins Land. Bisher.

Wer in der Schweiz keiner beruflichen Tätigkeit nachgeht und vor dem Zuzug mindestens zehn Jahre lang nicht in der Schweiz gelebt hat, kann die so genannte Pauschalsteuer wählen. Dabei wird die Steuerlast nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Lebensaufwand festgelegt.

Als Grundlage dient das Mehrfache des Mietwerts, sprich, die fiktive Miete von Schumis Villa ist Bemessungsgrundlage für seine Steuern, nicht seine Millioneneinnahmen aus dem Rennsport und den lukrativen Werbeverträgen.

Doch in der Schweiz gerät dieses Steuerprivileg für reiche Ausländer zunehmend unter Druck. Einige Kantone haben per Volksentscheid die Pauschalsteuer bereits abgeschafft. Aber in der Westschweiz, da wo Schumi und viele andere reiche Ausländer leben, gibt es das Steuerprivileg nach wie vor.

Nun haben die Schweizer Sozialdemokraten aber genug Unterschriften gesammelt, um ein Volksentscheid zu erreichen. Bald werden daher  die Schweizer darüber abstimmen, ob das Steuerprivileg in der ganzen Schweiz abgeschafft werden soll.

Die Abschaffung käme Schumi wohl teuer zu stehen. Also ging er nun in die PR-Offensive. Und droht kaum verhohlen mit Wegzug. "Man wird wahrscheinlich den einen oder anderen dazu bewegen, nicht mehr in der Schweiz zu sein", sagte Schumacher zu "Der Sonntag". Er wohne zwar sehr gerne in der Schweiz, doch er sei beim Wohnort durchaus flexibel, wenn sich die Dinge aus irgendwelchen Gründen verändern würden.

Schumi warnte davor, dass die Abschaffung des Steuerprivilegs unter dem Strich für die Schweizer ein schlechtes Geschäft zu werden droht, sollte in Folge dessen die Reichen wie er die Koffer packen. "Wenn man sich das Gesamtvolumen der so generierten Steuern, die plötzlich wegfallen würden, vor Augen führt, dann ist das eine Summe, für die dann der normale Steuerzahler zusätzlich aufkommen müsste", sagte Schumacher. 

Ob die Rechnung am Ende für ihn aufgeht, wird das Schweizer Volk in einigen Monaten an der Urne entscheiden. 

Kommentare (75)

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hedgehog

24.10.2012, 09:44 Uhr

(...) Soll er doch diesen Planeten verlassen, und die Steuerfreiheit auf dem Mond genießen. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

DiMatteo

24.10.2012, 09:57 Uhr

Soll er doch nach Singapur oder auf die Cayman Islands ziehen. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

evil1967

24.10.2012, 09:57 Uhr

Absolut, ich finde es eine Unverschämtlich, welche Steuervorteile solche Bonzen haben. Ganz zu schweigen, von den Summen, die in dieser Kategorie gezahlt werden. Was ist mit den Menschen, die mit einem Gehalt kaum mehr eine Familie ernähren können oder denjenigen die hungern. Bewundert werden wollen diese Promis von allen (insbesondere denke ich hier an die deutschen Fans) aber Steuern zahlen wollen sie nicht wie alle anderen.

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