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29.03.2012

13:13 Uhr

Schwellenländer-Treffen

BRICS-Länder unzufrieden mit Geschwindigkeit der IWF-Reform

Die fünf großen Schwellenländer wollen, dass sich etwas beim Internationalen Währungsfonds bewegt. Würde eine Reform schneller durchgesetzt, könnten sie endlich mitentscheiden. Bis dahin gründen sie eine eigene Bank.

Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten beim Fototermin in Neu-Delhi. Reuters

Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten beim Fototermin in Neu-Delhi.

Neu DelhiDie fünf großen Schwellenländer ringen um eine schnellere Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF). Auf einem Gipfel der BRICS-Staaten in Neu-Delhi äußerten sich Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in einem am Donnerstag veröffentlichten Entwurf der Stellungnahme des Gipfels besorgt über die langsame Geschwindigkeit, die bei Änderungen an der IWF-Struktur und der Weltbank an den Tag gelegt werde. So sei noch immer nicht von den USA ratifiziert worden, dass die Schwellenländer mehr Stimmrechte im IWF erhielten.

Dem Entwurf zufolge suchen die BRICS zudem nach Wegen, um den Druck auf den Westen zur Beseitigung der weltweiten wirtschaftlichen Ungleichgewichte zu erhöhen. Brasilien will die anderen Länder dazu bringen, gemeinsam die Geldpolitik Europas und der USA als unfair zu brandmarken. Diese Verantwortung solle in einem gemeinsamen Abschlusskommunique deutlich gemacht werden, sagte der brasilianische Handels- und Industrieminister Fernando Pimentel der Nachrichtenagentur Reuters.

Der gastgebende indische Ministerpräsident Manmohan Singh erklärte vor den Teilnehmern, die vor mehr als sechs Jahrzehnten gegründeten weltweiten Institutionen von Politik und Wirtschaft hätten mit den Veränderungen der Welt nicht Schritt gehalten. Die Schwellenländer benötigten aber Zugang zu Kapital. Deshalb haben sich die anwesenden Staats- und Regierungschefs der Schwellenländer für die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank ausgesprochen. Es wurde erwartet, dass sich die sogenannten BRICS-Staaten darauf einigen, den Handel untereinander zu stärken und diesen häufiger als bisher in den eigenen Währungen abzuwickeln, um das Risiko von Dollar-Schwankungen zu mindern.

Zusätzlich ist weiter unklar, hinter welchen der drei Kandidaten für den freiwerdenden Posten des Weltbank-Präsidenten sich die BRICS stellen. Die BRICS stehen für fast die Hälfte der weltweiten Bevölkerung und ein Fünftel der weltweiten Wirtschaftskraft.

Kommentare (1)

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gerhard

29.03.2012, 17:53 Uhr

Die Schwellenländer benötigten aber Zugang zu Kapital. Deshalb haben sich die anwesenden Staats- und Regierungschefs der Schwellenländer für die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank ausgesprochen. (Zitat)

Eine gute Idee! Aber warum haben diese Länder nicht schon viel früher daran gedacht? Vor allem sollten sie nicht, eine EZB Gründung wiederholen, also sich selbst eine neue „bad-Bank“ leisten. Von dieser Sorte haben wir schon zu viel auf dem Globus.

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