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11.02.2012

03:27 Uhr

Schwere Gefechte

Kämpfe in Syrien sind bald im Zentrum von Damaskus

In der syrischen Stadt Aleppo wurden zwei Bombenanschläge verübt. 28 Menschen starben. Es war der schlimmste Gewaltakt in der sonst verhältnismäßig ruhigen zweitgrößten Stadt des Landes.

Tote bei Explosionen in Syrien

Video: Tote bei Explosionen in Syrien

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AleppoIn Syrien nähern sich die Gefechte zwischen Gegnern und Anhängern von Präsident Baschar al-Assad Oppositionellen zufolge immer mehr dem Zentrum von Damaskus. In einem Armenviertel im Norden der Hauptstadt sei es am Freitag zu Schusswechseln gekommen, berichteten Regierungsgegner und ein Augenzeuge.

Seit dem Beginn der Proteste vor elf Monaten sei noch nie so nahe des Zentrums gekämpft worden. Mitglieder der Syrischen Befreiungsarmee hätten sich rund anderthalb Kilometer nördlich eines zentralen Platzes vier Stunden lang ein Gefecht mit Soldaten geliefert.

Die Aufständischen berichteten von zahlreichen verwundeten Kämpfern in den eigenen Reihen. Die Armee habe schwere Maschinengewehre und Luftabwehrgeschütze eingesetzt.

Bei zwei Bombenanschlägen auf Gebäude der Sicherheitskräfte sind am Freitag in der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo mindestens 28 Menschen getötet worden. Es war der schlimmste Gewaltakt in der sonst verhältnismäßig ruhigen zweitgrößten Stadt des Landes, die bisher vom Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad weitgehend ausgenommen war. Vor den Toren der seit einer Woche belagerten Rebellenhochburg Homs zog die Regierung Panzer zusammen und ließ auf Gläubige feuern, die nach den Freitagsgebeten eine Moschee verließen. Einwohner fürchteten, ein Sturm der Sicherheitskräfte stehe unmittelbar bevor. Die Auseinandersetzungen griffen am Freitag auch auf eine libanesische Stadt über.

Unter den Toten in Aleppo seien Soldaten und Zivilisten, berichtete das staatliche Fernsehen. Mehr als 230 Menschen seien verletzt worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Trümmern und entstellten Leichen. Die offiziellen Angaben, wonach Aufständische den Anschlag verübten, passen zur bisherigen Argumentationslinie: Demnach verteidigt sich der Staat gegen Extremisten. Ein Reporter hob Decken und Plastikfolien, die über die Toten gelegt worden waren, hoch und zeigte die zerstückelten Leichen. „Wir entschuldigen uns dafür, diese Bilder zu zeigen,“ sagte der Journalist. „Aber das ist der Terrorismus, dem wir uns ausgesetzt sehen.“ Ihm zufolge waren auch Kinder unter den Toten. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Russland machte sich die Argumentation der Regierung in Damaskus zu eigen und warnte den Westen, sich über den Sicherheitsrat in innere syrische Angelegenheiten einzumischen.

Kommentare (5)

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observer

10.02.2012, 13:01 Uhr

Internet-Fake
Drucken Bewerten 13.06.2011
"Syrische Bloggerin" entpuppt sich als US-Student

Die Einträge von "Amina Abdallah Arraf", einer lesbischen Bloggerin in Damaskus, machten im Netz Furore. Nun stellt sich heraus: Sie wurden von einem Mann in Schottland verfasst.

Ein US-Student hat sich als der Verfasser der Interneteinträge eines von Tausenden verfolgten Blogs geoutet, in dem angeblich eine junge Frau aus Damaskus über das tägliche Leben und die Unruhen in Syrien schrieb.

Foto: Screenshot Welt Online Die angebliche Verschleppung der syrischen Bloggerin Amina Arraf löste viele Kampagnen zu ihrer Freilassung aus - doch nun stellte sich heraus, dass es Arraf gar nicht gibt. Ein US-Student in Schottland hatte sie sich ausgedacht

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Was ist das besondere an den Protesten in Syrien?

Der in Schottland lebende Tom MacMaster entschuldigte sich dafür, dass er im Netz als „Amina Abdallah Arraf“ auftrat und vorgab, die „Gedanken einer syrischen Lesbe über das Leben, das Universum usw.“ zu verbreiten.

BaburderBiber

10.02.2012, 14:02 Uhr

Meldung von heute aus der nzz:"Dutzende Menschen bei Protesten in Saudi-Arabien verletzt
(sda/ afp) Dutzende Menschen seien zudem verletzt worden, sagten Augenzeugen und Menschenrechtsaktivisten am Freitag"

Aber Saudi-Arabien ist ja eine Musterdemokratie Seite an Seite mit der NATO und der USA. Da gibt es also keinen Aufschrei in den westlichen Medien

pro-D

10.02.2012, 14:09 Uhr

Saudi Arabien zahlt ja auch in dollar
Syrien udnd er IRAN wollen aber in Euro zahlen

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