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16.03.2013

00:26 Uhr

Schwere Rezession

Portugal bekommt mehr Zeit für Defizitabbau

Wegen der schweren Rezession in Portugal muss der Schuldenstaat sein Defizitziel erst 2015 einhalten. Die nächste Rettungstranche in Höhe von zwei Milliarden Euro kann jetzt schon fließen.

Portugal bekommt zum Abbau seines Defizits mehr Zeit. dpa

Portugal bekommt zum Abbau seines Defizits mehr Zeit.

LissabonWegen der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten erhält Portugal von seinen internationalen Geldgebern mehr Zeit zum Stopfen der Haushaltslöcher. Das Land muss die EU-Obergrenze zur Neuverschuldung in Höhe von drei Prozent der Wirtschaftsleistung nun erst 2015 - und damit ein Jahr später als zunächst vereinbart - einhalten, wie Finanzminister Vitor Gaspar am Freitag nach Abschluss der Troika-Mission von EU, IWF und EZB in Lissabon mitteilte.

Die Inspektoren der Dreier-Gruppe, die die Spar- und Reformauflagen überwachen, hatten diesmal ungewöhnlich lange geprüft. Das Land bleibe auf dem Reformweg "trotz widriger wirtschaftlicher Bedingungen im Großen und Ganzen in der Spur", versicherten die Experten. Somit kann die nächste Hilfstranche in Höhe von zwei Milliarden Euro für das 2011 vor der Pleite bewahrte Land fließen.

"Europa durchlebt noch immer eine Krise und es ist bekannt, wie dies die portugiesische Wirtschaft trifft", sagte Gaspar. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso betonte in Brüssel, die Troika sei der Regierung in Lissabon mit dem Aufschub entgegengekommen: "Das ist ein Zeichen dafür, dass wir Verständnis haben für die portugiesische Situation", so der Kommissionschef, der vor seiner Brüsseler Zeit in Lissabon Ministerpräsident war. Portugal musste sich im Gegenzug für die Rettungsgelder jedoch dazu verpflichten, bis 2015 seine Ausgaben im Volumen von 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung dauerhaft zu kürzen - dies entspricht rund vier Milliarden Euro.

Portugals Reformbilanz in Zahlen.

Portugals Reformbilanz in Zahlen.

Der Sparkurs stößt im Land auf Widerstand. Wegen der schweren Wirtschaftskrise kommt die Sanierung des Haushalts zudem nur schleppend voran. Für dieses Jahr veranschlagt die Troika ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent. Bei der Inspektionsrunde im November war nur ein Minus von einem Prozent geschätzt worden. Portugal hatte dabei zugesagt, im Gegenzug für das Rettungspaket von 78 Milliarden Euro die Neuverschuldung 2013 auf 4,5 Prozent des BIP zu drücken. Nun werden es voraussichtlich 5,5 Prozent.

Der klamme Staat macht laut Troika auch Fortschritte auf dem Rückweg zum Kapitalmarkt. Laut Minister Gaspar will Portugal schon bald die Investorenstimmung testen. In den kommenden Wochen soll eine Anleihen-Emission gestartet werden, nachdem im Januar ein Fünfjahres-Bond den Auftakt gemacht hatte. Nun könnte auch eine Zehn-Jahres-Anleihe folgen. Das ebenfalls unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpfte Irland hatte mit einem solchen Papier den Praxis-Test diese Woche glänzend bestanden.

Von

rtr

Kommentare (4)

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so_what

16.03.2013, 03:45 Uhr

Wir schlendern immer weiter in ein rechtloses Chaos von Maßnahmen und Vorschriften, die wieder und wieder verworfen werden.

Bei Griechenland schaut man einfach nur noch ganz verzweifelt zu.

Spanien weitet sein Defizit aus, ebenso die Banken, deren faule Kredite sich erweitern.

Was wird mit Frankreich sein, über das man sich Sorgen macht? Ach so, die beschäftigen sich ja zZt mit Syrien.

In Italien sind die Uhren stehen geblieben. Ausgang ungewiss.

Sobald Neuwahlen anstehen, wird sich das in den Wahlen niederschlagen, wahrscheinlich demnächst auch in Deutschland.

Junckers hat auch schon Bauchschmerzen wegen der sich abzeichnenden Anti-Euro Bewegung in der Bevölkerung....

Der IWF verstärkt seine Forderungen mit Drohgebärden

Habe ich noch was vergessen? Ach ja, Zypern muß jetzt auch noch gerettet werden irgendwie.

Der Reichtumsbericht der Euro-Staaten kommt erst demnächst, obwohl bereits bekannt, damit wir keinen Schock bekommen.

Ich fahre hier immer noch Slalom auf Haupstraßen über die Schlaglöcher seit zwei Winterzeiten, die immer breiter und tiefer werde und nicht einmal provisorisch geflickt werden. Kennen Sie das auch?

Kennen Sie auch das Gefühl der Ohnmächtigkeit in der derzeitigen Situation, die man weder mit normalem Menschenverstand, geschweige mit Sachverstand begreifen kann.

Vielleicht sollte man den neuen Papst ermuntern, Fürbitten gen Himmel zu schicken, um den Verantwortichen den Heiligen Geist zu schicken.





hope

16.03.2013, 04:07 Uhr

Vielleicht sollte man den Verpackungskünstler Christo beauftragen, wie beim Gasometer, den Euro-Raum zu verhüllen, ein Kunstgebilde in strahlendem Licht, wo niemand mehr weiß, was oben und unten ist und man sich mit Schwindel entspannt zur Ruhe legt.

Account gelöscht!

16.03.2013, 08:36 Uhr

Spanien hat ein annualisiertes Defizit, echtes Defizit, nicht Maastricht-Defizit, von über 14%.
Da brennt der Baum. Kauf ich mir nun einen Feuerlöscher oder Laufschuhe, um vom Inferno wegzukommen? Tendiere zu Laufschuhen..

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