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10.01.2006

12:24 Uhr

Schwerer Vorwurf

Syrischer Präsident soll Hariri-Mord beauftragt haben

Neue Entwicklung im Fall Hariri: Der frühere syrische Vizepräsident Abdul Halim Chaddam beschuldigte jetzt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, persönlich den Auftrag zur Ermordung des ehemaligen libanesischen Regierungschefs gegeben zu haben.

Auftraggeber beim Hariri-Mord? Der syrische Präsident Baschar al-Assad. Foto: dpa

Auftraggeber beim Hariri-Mord? Der syrische Präsident Baschar al-Assad. Foto: dpa

HB PARIS. „Solche Entscheidungen können nur vom Staatschef gefällt werden“, sagte Chaddam dem französischen Rundfunksender Europe-1. „Kein Sicherheitsoffizier könnte eine so große Entscheidung treffen, denn man braucht eine ganze Logistik.“

Hariri und 22 weitere Menschen waren im Februar 2005 in Beirut einem Sprengstoffanschlag zum Opfer gefallen. Auf die Frage, ob er glaube, dass Assad persönlich den Mordbefehl gegeben habe, sagte Chaddam: „Ja, das ist meine innerste Überzeugung.“ Assad sei nach einem Gespräch mit Hariri „sehr wütend“ gewesen und habe gedroht, „jeden zu zermalmen“, der seine Libanonpolitik nicht akzeptiere.

Assad selbst erklärt, er habe Hariri nicht bedroht, sondern ihm nur gesagt, er solle sich einer Verlängerung der Amtszeit des libanesischen Präsidenten Émile Lahoud nicht in den Weg stellen.

Chaddam war im Juni 2005 als Assads Vertreter abgetreten und arbeitet von Paris aus am Sturz des syrischen Regimes. Er ließ sich am Freitag von Vertretern des UN-Ermittlerteams befragen, das den Anschlag auf Hariri untersucht. Assad lehnt eine Aussage vor der Untersuchungskommission ab.

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