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15.02.2012

14:33 Uhr

Sechs Länder im Fokus

Iran taktiert mit Öllieferung in die EU

Teheran spielt mit den Ölmärkten: Zunächst meldet das Staats-TV, das Land habe die Öllieferungen an sechs europäische Staaten bereits gestoppt. Doch das iranische Ölministerium dementiert.

Iran Ölminister Rostam Kasssemi. Reuters

Iran Ölminister Rostam Kasssemi.

Das iranische Ölministerium hat am Mittwoch einen Bericht des staatliche Senders Press TV dementiert, nach dem das Land Öllieferungen an sechs europäische Staaten gestoppt hat. „Wenn eine solche Entscheidung getroffen wird, dann wird sie vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat verkündet“, sagte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage.
Der staatliche Sender Press TV hatte zuvor gemeldet, die Lieferungen an die Niederlande, Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich und Spanien seien als Reaktion auf das EU-Embargo eingestellt worden. Die EU
hat das Embargo beschlossen, um den Iran im Streit über das Atomprogram des Landes zum Einlenken zu zwingen.

Das EU-Embargo soll am 1. Juli in Kraft treten. In der Übergangszeit sollen sich besonders vom iranischen Öl abhängige Länder - wie das von der Schuldenkrise ohnehin schwer angeschlagene Griechenland - der Lage anpassen können. Ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel erklärte, die EU habe noch keine entsprechenden Informationen aus Teheran.

Vor Tagen bereits hatte der iranische Ölminister Rostam Kasssemi erklärt, Iran könnte die Öllieferungen an europäische Länder einstellen, die er im Streit um sein Atomprogramm als „feindselig“ betrachtet. Teheran hat erklärt, dass das von der EU angekündigte Ölembargo seiner Wirtschaft nicht schaden würde.

Die EU hat selbst ein Importstopp für iranisches Öl verhängt, das aber erst im Juni in Kraft treten soll. Eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger erklärte, es gebe Versorgungssicherheit für alle EU-Länder. „Man kann Öl auf dem internationalen Markt kaufen“, sagte Sprecherin Marlene Holzner. Die Mitgliedsstaaten würden bei einem Versiegen der iranischen Quellen zu anderen Anbietern wechseln.

Die Regierung in Teheran steht entgegen eigener Darstellung im Verdacht, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten.

Kommentare (1)

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15.02.2012, 16:13 Uhr

Teheran erweckt den eindruck der innerlichen Zerstrittenheit.
Der eine will auf seine Langstreckenraketen atomare Gefechtsköpfe monieren , der andere will das nicht .
Erdöl wird gestoppt - wird nicht gestoppt .....

Eines scheint sicher zu sein , es gibt starken wirtschaftlichen druck , der Iran kann es sich eigentlich überhaupt nicht leisten weniger oder öl zu einem geringeren Preis zu verkaufen .
Dieses Land muss ,um seine Verpflichtungen nachzukommen, Öl zu einem Preis von min. 100 $ /Barrel verkaufen .
Es würde nichts nützen wenn der Preis steigt , aber dann nur noch ein Bruchteil dessen verkauft werden kann was zwingend notwendig ist , um die elementarsten dinge des Landes zu finanzieren .

Iran ist auf seine solventen Kunden in Europa angewiesen , sie können nicht mit Mittel/Südamerika, Korea oder Kuba die wegfallenden Petrodollars auffangen , das sind Bettelstaaten die am tropf irgendeines anderen Landes hängen .
Iran wird machen was die Weltgemeinschaft von ihnen verlangt , um das Gesicht nicht zu verlieren , kurz vor dem Start der Israelischen Luftwaffe !

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