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19.07.2011

15:42 Uhr

Seeblockade

Israelische Marine stoppt Hilfsschiff für Gaza

Seit Wochen versucht eine internationale Hilfsflotte in Richtung Gazastreifen auszulaufen. Bisher gelang das nur einer kleinen Jacht . Israels Marine hat die „Dignité-Al Karama“ nun im Mittelmeer gestoppt.

Die französische Jacht "Dignite al Karama" wurde von der israelischen Marine im Mittelmeer gestoppt. Quelle: dpa

Die französische Jacht "Dignite al Karama" wurde von der israelischen Marine im Mittelmeer gestoppt.

Tel AvivDie israelische Marine hat am Dienstag im Mittelmeer ein Hilfsschiff mit Kurs auf den Gazastreifen aufgebracht. Die Soldaten seien ohne Gewalt an Bord der französischen Jacht „Dignité-Al Karama“ gegangen, teilte ein israelischer Armeesprecher mit. Keiner der Passagiere habe Widerstand geleistet. Die Aktivisten scheiterten damit in ihrem Bemühen, die Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. 

Den 16 pro-palästinensischen Aktivisten und Besatzungsmitgliedern war zuvor per Funk mitgeteilt worden, dass sie in Richtung eines gesperrten Gebietes unterwegs seien. Das Schiff solle nun in den israelischen Hafen Aschdod geleitet werden, sagte der Militärsprecher. Die Armee hatte angeboten, dass die Hilfsgüter dort ausgeladen werden könnten. 

Ursprünglich wollte eine große Flotte von zehn Schiffen mit mehreren hundert Aktivisten die Reise nach Gaza unternehmen. Die Flottille lag jedoch wochenlang in griechischen Häfen fest und erhielt keine Reisegenehmigung. Die „Dignité-Al Karama“ war im vergangenen Monat von Korsika aus aufgebrochen. Am Samstag konnte sie aus dem Hafen der vor der türkischen Küste gelegenen Insel Kastellorizo (Megisti) auslaufen. 

Bevor das Schiff am Dienstag gestoppt wurde, hatten die pro-palästinensischen Aktivisten mitgeteilt, dass sie von vier israelischen Schiffen begleitet würden. Die Organisatoren sagten, die israelische Marine habe ihren Funk unterbrochen. Dies sei ein „Akt der Zensur“, hieß es in einer Mitteilung der Aktivisten. 

Israel hat nach eigenen Angaben die Seeblockade verhängt, um die illegale Einfuhr von Waffen in den Gazastreifen zu unterbinden. Ende Mai vergangenen Jahres hatte ein israelisches Kommando bei der gewaltsamen Übernahme von Schiffen einer Hilfsflotte neun pro-palästinensische Aktivisten aus der Türkei getötet.

Von

dpa

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