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28.12.2015

19:07 Uhr

Selbstmordanschläge

Dutzende Tote im Nordosten Nigerias

Zwei Attentäterinnen haben sich auf einem Markt in der Stadt Madagali in die Luft gesprengt. Sie rissen offenbar mindestens 30 Menschen mit in den Tod. Hinter der Tat wird die Islamistengruppe Boko Haram vermutet.

Nigeria wird immer wieder durch Anschläge erschüttert, wie hier im Juni diesen Jahres. Auch in der Stadt Maidguri hatten sich zwei Frauen in die Luft gesprengt. ap

Attentat auf Markt in Nigeria

Nigeria wird immer wieder durch Anschläge erschüttert, wie hier im Juni diesen Jahres. Auch in der Stadt Maidguri hatten sich zwei Frauen in die Luft gesprengt.

KanoBei einem Doppelanschlag im Nordosten Nigerias sind am Montag offenbar dutzende Menschen getötet worden. Die beiden Selbstmordattentäterinnen sprengten sich auf einem Markt in der Stadt Madagali im Bundesstaat Adamawa in die Luft, wie die Armee mitteilte.

Nach Angaben eines Gemeindevorstehers rissen sie mindestens 30 Menschen mit in den Tod. Das Militär nannte keine Opferzahlen.

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand, doch verübt die Islamistengruppe Boko Haram in der Region regelmäßig ähnliche Anschläge. Am Sonntag und Montag wurden bei Attentaten und Angriffen der Extremisten im Großraum der weiter nördlich gelegenen Stadt Maiduguri 22 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt.

Blutiger Terror in Nigeria

Dezember 2010

Bei blutigen Angriffe auf Christen in Nigeria sterben an Heiligabend mindestens 80 Menschen. In und um die Stadt Jos im Zentrum des Landes explodieren mehrere Bomben. Dutzende Angreifer attackieren eine Kirche in Maiduguri. Am 26. Dezember gehen erneut mehrere Häuser in Flammen auf. In Jos kommt es nach den Explosionen zu Zusammenstößen.

Januar 2011

Bei Sprengstoffexplosionen werden in der Neujahrsnacht mindestens elf Menschen getötet. Für die Anschläge in einer Kirche und auf einem Kasernengelände stehen muslimische Extremisten im Verdacht.

Juni 2011

Bei mehreren Angriffen der radikalislamistischen Sekte Boko Haram innerhalb weniger Wochen sterben mehr als 30 Menschen. Ein Anschlag traf einen von Polizisten und Soldaten besetzten Biergarten. Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil ab – auch das Trinken von Alkohol.

Dezember 2011

Auch im Folgejahr kommt es am 24. Dezember zu neuen Anschlägen. In der Folgezeit werden regelmäßig christliche Gebäude bombardiert. Boko Haram hat es maßgeblich auf Kirchen abgesehen. Christen werden gezielt angegriffen und getötet.

November 2012

Bei einem Gefecht in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri mit dem örtlichen Militär wird Ibn Saleh Ibrahim, der Anführer von Boko Haram, erschossen.

Februar 2013

Die Terrorgruppe hat es inzwischen auch gezielt auf Ausländer abgesehen. Zunächst werden sieben Mitarbeiter einer britischen Baufirma, wenige Tage später eine mehrköpfige Familie aus Frankreich entführt.

Mai 2013

Angesichts der blutigen Situation ruft Nigerias Präsident Goodluck Jonathan den Notstand aus. Experten zufolge hat die Terrorgruppe Boko Haram bis zu diesem Zeitpunkt über 4000 Menschen getötet.

Januar 2014

Fast jeden Tag gibt es Meldungen über neue Entführungen und Morde. Die Terrormiliz geht weiter ungeachtet mit größter Brutalität vor und warnt andere Staaten vor militärischer Intervention.

März 2015

Nach eigenen Angaben hat es die nigerianische Armee geschafft, das Hauptquartier von Boko Haram zu zerstören. Zahlreiche Mitglieder der Terrormiliz seien getötet worden. Erst wenige Tage zuvor hatte Boko Haram eine Gruppe von knapp 500 Frauen und Kindern entführt.

Boko Haram kämpft seit 2009 für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Dabei wurden mindestens 17.000 Menschen getötet und mehr als 2,6 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben.

Nigerias seit Mai amtierender Staatschef Muhammadu Buhari hat es sich zum Ziel gesetzt, den Aufstand der Islamistengruppe mithilfe der Armeen der Nachbarländer bis Jahresende niederzuschlagen. Sicherheitsexperten halten dies angesichts der anhaltenden Angriffe von Boko Haram allerdings schon seit längerem für unrealistisch.

Von

afp

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