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23.11.2014

17:01 Uhr

Selbstmordattentat in Afghanistan

50 Tote bei grausamer Attacke auf Sportevent

Der Schock sitzt tief: Bisher ist unklar, wer hinter dem Anschlag auf Volleyballspieler in Ostafghanistan steckt. Doch die jüngste Attacke passt zur Linie der Taliban, den Druck vor dem Ende der Isaf-Mission zu erhöhen.

Fast 50 Menschen hat die grausame Tat des unbekannten Attentäters das Leben gekostet. Dabei wollten sie in der Region Paktika nur ein Volleyballmatch genießen. ap

Fast 50 Menschen hat die grausame Tat des unbekannten Attentäters das Leben gekostet. Dabei wollten sie in der Region Paktika nur ein Volleyballmatch genießen.

KabulBei einem Selbstmordanschlag bei einem Volleyballspiel im Osten Afghanistans sind am Sonntag etwa 50 Menschen getötet worden. Der Attentäter habe sich mit seinem Motorrad inmitten der Zuschauer in die Luft gesprengt, teilte der Vize-Gouverneur der Provinz Paktika, Attaullah Fasli, mit. Etwa 60 Menschen seien verletzt worden.

Nach Angaben des Vize-Gouverneurs waren mehrere Beamte der Provinzverwaltung und der Polizeichef unter den Besuchern. Der Anschlag ereignete sich im Distrikt Yahya Khail in der an Pakistan anliegenden Unruheprovinz. Afghanistans Präsident Ashraf Ghani verurteilte die Tat, zu der sich zunächst niemand bekannte.

Die radikalislamischen Taliban haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Ziele der afghanischen Sicherheitskräfte und der Regierung verschärft. Ende 2014 zieht die internationale Schutztruppe Isaf ab. Dann sollen ausländische Soldaten nur noch als Berater und Ausbilder im Land bleiben, während Afghanistan selbst für die Sicherheit verantwortlich sein wird.

Auch schon früher hatten die Taliban wiederholt Anschläge auf Sportveranstaltungen verübt. So hatte sich am Neujahrstag 2010 ein Attentäter mit einem Kleintransporter voller Sprengstoff auf einem Sportplatz im Nordwesten Pakistans in die Luft gesprengt, während dort ein Volleyballspiel zwischen zwei Dorfmannschaften stattfand. Damals waren hundert Menschen getötet worden, zahlreiche Häuser in dem Dorf Shah Hasan Khan stürzten ein und begruben ihre Bewohner unter sich.

Das Unterhaus des afghanischen Parlaments hatte am Sonntag zwei Abkommen gebilligt, die die Stationierung von Soldaten der Nato und der USA über den Jahreswechsel hinaus ermöglichen sollen. Der Kampfeinsatz der internationalen Truppen endet in diesem Jahr. Die Nato-Nachfolgemission "Resolute Support" sieht die Stationierung von rund 12.500 Soldaten im kommenden Jahr vor, um die einheimischen Sicherheitskräfte beim Kampf gegen die Taliban weiterhin zu unterstützen und zu trainieren.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch das Mandat für die neue Afghanistan-Mission der Bundeswehr gebilligt. Es sieht vor, bis zu 850 deutsche Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Nun fehlt noch die Zustimmung des Bundestages. Die Abstimmung ist für Dezember vorgesehen.

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