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02.02.2015

19:45 Uhr

Selbstmordattentat in Nigeria

Bombenanschlag auf den Präsidenten

Boko-Haram erreicht den Präsidenten persönlich: In Nigeria ist ein Bombenattentat auf eine Wahlkampfveranstaltung des Präsidenten Jonathan verübt worden. Der Anschlag schürt Chaos und Unsicherheit vor der Wahl.

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan: Bei einer Wahlkampfveranstaltung zündete sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Reuters

Goodluck Jonathan

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan: Bei einer Wahlkampfveranstaltung zündete sich ein Selbstmordattentäter in die Luft.

KanoBei einem Bombenanschlag am Rande eines Wahlkampfautritts des nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan sind Medien zufolge mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Bombe detonierte am Montag nur wenige Minuten nachdem der Staatschef die Veranstaltung in der nordöstlichen Stadt Gombe verlassen hatte, berichtete die Zeitung „The Nation“.

Es habe mindestens drei Tote und 18 Verletzte gegeben. Andere Berichte sprachen von bis zu zehn Toten. Von Behördenseite gab es zunächst keine Informationen zur Zahl der Opfer.

Erst am Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt fünf Menschen ums Leben gekommen. Am 14. Februar wird in Nigeria ein neuer Präsident gewählt. Der christliche Amtsinhaber Jonathan aus dem Süden des Landes tritt dabei gegen Muhammadu Buhari an, einem Muslim aus dem Norden.

Boko Haram - blutiger Islamistenterror für einen Gottesstaat

Die Terrorgruppe

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram führt im muslimischen Norden Nigerias einen Krieg für einen islamischen Staat.

Ziel

Ihr Ziel ist es, die Scharia (islamische Rechtsprechung) einzuführen.

Ursprünglich eine Sekte

Die Gruppe, ursprünglich als Sekte ins Leben gerufen und seit November 2013 auf der Terrorliste des US-Außenministeriums, soll Kontakte zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern haben. Über Organisationsstrukturen und Mitgliederzahlen liegen keine gesicherten Informationen vor.

Mehr als 5000 Opfer

Die Boko Haram verübt in dem westafrikanischen Land seit Jahren blutige Anschläge, denen nach Schätzungen bereits über 5000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Mehr Attentate

Anfang 2014 verstärkten die Extremisten ihren Kampf. Seither kam es fast wöchentlich zu Angriffen, Attentaten und Entführungen.

Entführung in Nigeria

Nur in seltenen Fällen – wie bei der Entführung von über 200 Mädchen in der Provinz Borno im April vergangenen Jahres – bekannte sich Boko Haram zu den Taten. Von den Schülerinnen fehlt bis heute jede Spur

Weitere Angriffe

Die Behörden lasten der Gruppe aber zahlreiche weitere Angriffe auf Dörfer, Märkte, Polizeistationen, Schulen, Kirchen und Lokale an.

Ein zentrales Thema des Wahlkampfs ist die Gewalt der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, die im Nordosten des ölreichen Landes einen sogenannten Gottesstaat gründen will. Bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Fundamentalisten sind seit 2009 Schätzungen zufolge mehr als 15.000 Menschen ums Leben gekommen.

Von

dpa

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