Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2011

15:41 Uhr

Seltene Erden

China trickst mit der Export-Statistik

China drosselt den Export seiner Seltenen Erden - und zwar weitaus schärfer als in der Statistik angegeben. Einer Analyse zufolge kürzte das Land die Ausfuhr der wertvollen Metalle um 89 Prozent.

Arbeiter beim Abbau Seltener Erden: China hat die Statistik mit einem Trick aufgebläht. Quelle: Reuters

Arbeiter beim Abbau Seltener Erden: China hat die Statistik mit einem Trick aufgebläht.

PekingChina hat zu Jahresanfang den Export heiß begehrter Rohstoffe für die Hochtechnologie-Industrie um fast 90 Prozent gedrosselt. Offizielle Handelsdaten signalisierten am Mittwoch jedoch nur einen viel geringen Rückgang bei den Ausfuhren der umstrittenen Seltenen Erden, indem sie die Ausfuhren mit einem statistischen Trick um das sechsfache aufblähten.

Seltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, die beim Bau zahlloser High-Tech-Produkte wie iPhones, Hybrid-Autos oder Computer benötigt werden. China hat bei der Förderung nahezu eine globale Monopolstellung inne. Das Land löste im vergangenen Jahr einen Aufschrei der Empörung in Europa und den USA aus, als es einen höheren Eigenbedarf anmeldete und den Export scharf bremste. Die Preise Seltener Erden schossen in der Folge dramatisch in die Höhe.

China kürzte die Exporte seltener Erden und Verbindungen im Januar um 89 Prozent auf 647 Tonnen, wie eine Reuters-Analyse detaillierter Daten der Zollbehörden ergab. Im Januar 2010 hatte China noch 5784 Tonnen ins Ausland geliefert.

Die Zollbehörde selbst bezifferte den Rückgang lediglich auf 29 Prozent - durch eine Umbenennung der Export-Kategorien kommt das Amt auf Ausfuhren mit einem Gesamtgewicht von 4087 Tonnen. Der Grund: Vor einem Jahr wurden in der Statistik noch „Seltene Erden“ aufgeführt, nun hieß diese Kategorie plötzlich „Seltene Erden und Produkte“. Dadurch bläht die Statistik die tatsächlichen Exporte im Vergleich zur bislang üblichen Methode um das sechsfache auf. Außerdem geht aus der Statistik durch die Änderung hervor, dass der Preis um durchschnittlich 44 Prozent gefallen ist - in Wirklichkeit verteuerten sie sich um rund 15 Prozent.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×