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12.02.2012

12:16 Uhr

Serben-Referendum

Im Kosovo droht eine erneute Eskalation

In diesen Tagen gleicht der Kosovo einem gefährlichen Pulverfass. Denn die Minderheit der Serben begehrt auf gegen die Regierung in Pristina und stellt die Unabhängigkeit der einstigen Krisenregion in Frage.

Albanische Hardliner machen bei einer öffentlichen Kundgebung klar, wie sie die neuerlichen Unabhängigkeitsbestrebungen der serbischen Minderheit sehen. AFP

Albanische Hardliner machen bei einer öffentlichen Kundgebung klar, wie sie die neuerlichen Unabhängigkeitsbestrebungen der serbischen Minderheit sehen.

Pristina / BelgradEs sind nicht mehr als 35.500 volljährige Serben in Nordkosovo, die seit Jahren die Welt beschäftigen. Sie sind Dauerthema im Weltsicherheitsrat, bei der Nato, den USA, der EU und der OSZE. Wie auf Knopfdruck können sie Unruhen auslösen, wie zuletzt im Sommer.

Jetzt wollen sie erneut Stärke zeigen und organisieren am 14. und 15. Februar ein Referendum - gegen den Willen aller anderen politischen und militärischen Mitspieler. Sie gehen damit aufs Ganze, doch könnte diese Machtprobe für sie auch böse enden.

Die Serben, die in ganz Kosovo nicht mehr als zehn Prozent, im Norden aber die Mehrheit der Bevölkerung stellen, wollen mit ihrer Volksabstimmung jeden Einfluss der albanisch geführten Regierung in Pristina verbieten. Dass nahezu 100 Prozent der Wähler dafür stimmen dürften, ist ausgemacht. Sie vertreten damit wieder einmal ihre Maximalposition: Die vor vier Jahren ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovos wird nicht anerkannt; für sie ist nur Belgrad ihre politische Heimat; die Kosovo-Regierung wird nach dieser Lesart von Kriminellen und Terroristen gebildet.

Belgrad hat seine Landsleute im Kosovo immer wieder gewarnt, die Abstimmung werde den angestrebten Status des EU-Beitrittskandidaten für Serbien verhindern. In den vergangenen Wochen war trotz der extremen Winterkälte die Stromzufuhr aus der Mutterrepublik in den Nordkosovo empfindlich gedrosselt worden. Die Kosovo-Serben sprachen von Erpressung, wollen aber standhaft bleiben. Und doch wissen sie, dass sie ganz und gar von den finanziellen Zuwendungen Belgrads abhängen, die im Jahr bis zu 500 Millionen Euro betragen.

Kommentare (8)

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12.02.2012, 12:54 Uhr

Kosovo gehört halt Serbien, da kann auch die USO nichts dran ändern!

Account gelöscht!

12.02.2012, 13:01 Uhr

Wieder ein Produkt von Fischer,Schröder und Busch. Angela Merkel musste aber noch einen drauf setzen und den Serben das Land klauen. In Deutschland gab es ja nicht mehr viel zu verschenken. Der letzte Versuch war die DDR an Russland
durch Anerkennung durch Schröder zu verkaufen. Serbien
wurde also zweimal von Deutschland überfallen. Einmal von der Kriegstroika Schröder,Fischer,Busch und vorher durch AH jetzt vergammmeln tausende Deutsche Soldaten im selbsgemachten Problemgebiet. Danke!

Bj@rn

12.02.2012, 13:12 Uhr

Wie löst man das Kosovo-Pröblem?
Gebt den Serben den von ihnen besiedelten Teil, gebt den serbischen Klöstern Autonomierechte und überlaßt diesen Organschmugglerstaat sich selbst.
Es war hirnrissig, die Grenzen der Nachfolgestaaten Jugoslawiens nach den Verwaltungsgrenzen der Teilrepubliken zu ziehen. Nur die lieben EG/EU-Bürokraten wären mit neuen Grenzziehungen überfordert gewesen.

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