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09.09.2011

22:50 Uhr

Serie: Mein 11. September

„Am nächsten Morgen glich Brüssel einer Festung“

VonJoachim Pfeiffer

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. CDU-Wirtschaftsexperte Pfeiffer hat die Bilder des Horror-Szenarios noch deutlich vor Augen.

Joachim Pfeiffer, CDU, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion. Pressefoto CDU/CSU Bundestagsfraktion

Joachim Pfeiffer, CDU, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion.

Es gibt Ereignisse im Leben, die sich in die Erinnerung einbrennen und die man nicht mehr vergisst, beispielsweise der Moment an dem die Berliner Mauer fiel. Der Anschlag am 11. September 2001 gehört ebenfalls dazu.

Ich erinnere mich noch ganz genau daran, auch wenn es schon 10 Jahre her ist. Damals war ich Wirtschaftsförderer der Stadt Stuttgart. Diesen Tag verbrachte ich mit dem Oberbürgermeister in Brüssel, um das Projekt „Stuttgart 21“ bei der Europäischen Union und Investoren vorzustellen und zu promoten. Wir saßen gerade bei einem Gespräch im Ausschuss der Regionen, als jemand die Nachricht überbrachte, dass ein Flugzeug in das World Trade Center in New York geprallt wäre.

Das hat alle sofort tief ergriffen und nicht mehr losgelassen. Jeder hat sich seine Gedanken gemacht, wie es zu dem Vorfall kommen konnte und dass es ein tragischer Unfall wäre. Nur wenige Minuten später wurde wiederum die Nachricht überbracht, dass ein zweites Flugzeug in den zweiten der Zwillingstürme geflogen wäre. Schlagartig wurde jedem bewusst, dass hier etwas Neues, im Moment vielleicht noch Unbegreifbares im Gang war.

Daraufhin haben wir einen Fernseher aufgesucht und die ersten Bilder vom Horror-Szenario gesehen. Immer und immer wieder wurden diese Bilder gezeigt. Ich habe sie noch heute deutlich vor meinen Augen.

Die offizielle Abendveranstaltung haben wir aufgrund der Ereignisse abgesagt. Trotzdem haben wir uns alle in der Landesvertretung zusammengefunden und die Nachrichten gemeinsam verfolgt und über die Geschehnisse diskutiert.

Die Meldungen und Spekulationen überschlugen sich, so dass man noch gar nicht in der Lage war, den Anschlag und dessen Folgen im ganzen Ausmaß zu erfassen. Bei vielen machte sich nicht nur Schrecken, sondern auch Angst breit, dass der Anschlag in Europa Fortsetzung findet. Noch in derselben Nacht wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Brüssel verstärkt und alles abgeriegelt. Bereits am nächsten Morgen glich Brüssel einer Festung. Irgendwie war dann jedem klar: Die Welt hatte sich wieder einmal fundamental verändert.

Erstmals in ihrer Geschichte setzte die Nato unmittelbar nach den Terroranschlägen am 11. September den kollektiven Verteidigungsfall vorläufig in Kraft. Dieser sieht in Artikel 5 den Angriff auf die USA als Angriff gegen jeden der Bündnispartner.

 

Lesen Sie hier mehr persönliche Erinnerungen zum 11. September2001von Handelsblatt-Korrespondenten sowie Prominenten aus Politik und Wirtschaft.

Ablauf der Anschläge vom 11. September 2001

08.38 Uhr

Die US-Luftfahrtbehörde FAA alarmiert die militärische Luftüberwachung NORAD, dass offenbar American Airlines Flug 11 von Boston nach Los Angeles entführt wurde.

08.46 Uhr

Der Flug AA 11, eine Boeing 767 mit 92 Menschen an Bord, schlägt im Nordturm des World Trade Centers ein. In der Fassade klafft einriesiges Loch, die oberen Stockwerke gehen in Flammen auf. Viele Menschen sind eingeschlossen, hunderte Rettungskräfte eilen zu dem Gebäudekomplex im Süden Manhattans.

09.03 Uhr

Eine zweite Boeing 767 von United Airlines mit 65 Menschen an Bord, die ebenfalls von Boston nach Los Angeles fliegen sollte, rast in den Südturm des World Trade Centers. Das Ereignis wird von Fernsehzuschauern rund um die Welt live verfolgt.

09.30 Uhr

US-Präsident George W. Bush, der eine Schule in Sarasota im Bundesstaat Florida besucht, tritt vor die Presse und sagt, das Land werde offenbar von Terroristen angegriffen.

09.37 Uhr

Eine Boeing 757 von American Airlines, unterwegs mit 64 Menschen von Washington nach Los Angeles, stürzt in das Pentagon und bringt einen Teil des Westflügels des Verteidigungsministeriums zum Einsturz.

09.45 Uhr

Die FAA schließt den Luftraum der USA, alle Flugzeuge müssen auf dem nächstgelegenen Flughafen landen. In Washington wird das Weiße Haus evakuiert.

09.59 Uhr

Der Südturm des World Trade Centers stürzt in einer gigantischen Staubwolke in sich zusammen. Hunderte Zivilisten und Rettungskräfte werden von den Trümmern verschüttet.

10.03 Uhr

Eine Boeing 757 von United Airlines mit 44 Menschen an Bord, die von New York nach San Francisco fliegen sollte, stürzt nahe Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania in ein Feld. Offenbar hatten Passagiere über Handy von den Anschlägen erfahren und sich gegen die Flugzeugentführer aufgelehnt.

10.28 Uhr

Auch der Nordturm des World Trade Centers stürzt ein. Über den Süden Manhattans legt sich eine dicke Schicht aus Schutt und Staub.

12.39 Uhr

Bush verspricht in einer weiteren Stellungnahme, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die US-Streitkräfte seien in die höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Anschließend wird der Präsident auf die Luftwaffenbasis Offutt im Bundesstaat Nebraska in Sicherheit gebracht.

13.50 Uhr

Der Bürgermeister von Washington, Anthony Williams, ruft für die US-Hauptstadt den Notstand aus.

15.35 Uhr

Ein US-Regierungsvertreter erklärt, dass das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden verdächtigt werde, hinter den Anschlägen zu stecken.

17.20 Uhr

Ein Nachbargebäude der Zwillingstürme am World Trade Center stürzt ebenfalls ein. Das Hochhaus war durch herabfallende Trümmer schwer beschädigt worden.

20.30 Uhr

Der inzwischen ins Weiße Haus zurückgekehrte Bush wendet sich in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die US-Bevölkerung. Darin kündigt er ein hartes Vorgehen gegen die Terroristen und diejenigen an, die den Drahtziehern der Anschläge Unterschlupf gewährt haben.

Kommentare (1)

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Helmers

10.09.2011, 01:41 Uhr

Die Terror-Bomber von 9/11 – sie gingen in der Hamburger Al-Quds-Moschee ein und aus, schmiedeten ihre Terror-Pläne gegen die westliche Welt. Sie flogen am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York. Mehr als 3000 Menschen starben bei diesem bestialischen Terror-Akt. Herr Friedrich und Frau Dr. Merkel beherbergen in unserem Land ca. 1000 Gefährder, anstatt diese mit Anhang ihres Glans sofort auszuweisen. Sind wir nur so blöd oder ist das vielleicht normal?
Frau Merkel, es reicht, eiern sie mit ihrem Innenminister und Anhang nicht mehr so weiter, die Bevölkerung hat ein Recht sauf Sicherheit in unserem Land! Ist die Moschee geschlossen und die Hassprediger mit ihren Zirkeln ausgewiesen? Nein sie haben wie der Stadtstaat Hamburg versagt zum Nachteil der Weltbevölkerung, wir hoffen, dass man sie deshalb verklagen wird.

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