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09.09.2011

19:49 Uhr

Serie: Mein 11. September

„Dann kam die Sorge, was das für die Weltwirtschaft bedeutet“

VonAnton Börner

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. Außenhandelspräsident Börner befand sich in Rom, als ihn die Nachricht von den Anschlägen erreichte.

Anton F. Börner. PR

Anton F. Börner.

Ich glaube, fast  jeder erinnert sich noch, wo er am 11. September war und was er gemacht hat, als er die Nachricht von den Terroranschlägen in den USA hörte und insbesondere die Bilder von den Einschlägen der Flugzeuge in die Türme des World-Trade-Centers sah. Ich habe selbst ein paar Jahre in New York gearbeitet. Mein Büro lag am Battery Park, das ist ganz in der Nähe und ich hatte auch öfter im World-Trade-Center zu tun. Das ist aber schon einige Jahre her.

Ich saß an dem Tag, als  die Anschläge geschahen, auf einem Platz mitten in Rom und trank gerade eine Tasse Kaffee. Da kommen zwei ältere Damen auf mich zu, gestikulieren und sprechen mich an „Der Krieg ist ausgebrochen in Amerika“ und „Die Flieger fallen vom Himmel“. Ich dachte zunächst ganz offen gesagt, die beiden seien ein bisschen verrückt und sagte noch, es gebe keinen Krieg in den USA.

Schließlich suchte ich dann aber doch einen Fernseher in der Nähe und sah dort, wie die Flugzeuge in die Türme flogen. Noch immer konnte ich es nicht glauben und dachte im ersten Moment, die machen die Leute verrückt, bis ich aufgrund des Laufstreifens im Bild registrierte, dass es sich um eine Nachrichtensendung handelte. Ich war fassungslos und habe dann als erstes im Büro angerufen und mich informiert, was dort los sei.

Nach dem ersten Schock, dem Mitgefühl mit all den Opfern, den menschlichen Schicksalen und der Dramatik am Ort des Geschehens kam später dann die Sorge, was passiert eigentlich mit den Finanzmärkten und was für Folgen wird das alles für die Weltwirtschaft haben.

Lesen Sie hier mehr persönliche Erinnerungen zum 11. September2001 von Handelsblatt-Korrespondenten sowie Prominenten aus Politik und Wirtschaft.

Ablauf der Anschläge vom 11. September 2001

08.38 Uhr

Die US-Luftfahrtbehörde FAA alarmiert die militärische Luftüberwachung NORAD, dass offenbar American Airlines Flug 11 von Boston nach Los Angeles entführt wurde.

08.46 Uhr

Der Flug AA 11, eine Boeing 767 mit 92 Menschen an Bord, schlägt im Nordturm des World Trade Centers ein. In der Fassade klafft einriesiges Loch, die oberen Stockwerke gehen in Flammen auf. Viele Menschen sind eingeschlossen, hunderte Rettungskräfte eilen zu dem Gebäudekomplex im Süden Manhattans.

09.03 Uhr

Eine zweite Boeing 767 von United Airlines mit 65 Menschen an Bord, die ebenfalls von Boston nach Los Angeles fliegen sollte, rast in den Südturm des World Trade Centers. Das Ereignis wird von Fernsehzuschauern rund um die Welt live verfolgt.

09.30 Uhr

US-Präsident George W. Bush, der eine Schule in Sarasota im Bundesstaat Florida besucht, tritt vor die Presse und sagt, das Land werde offenbar von Terroristen angegriffen.

09.37 Uhr

Eine Boeing 757 von American Airlines, unterwegs mit 64 Menschen von Washington nach Los Angeles, stürzt in das Pentagon und bringt einen Teil des Westflügels des Verteidigungsministeriums zum Einsturz.

09.45 Uhr

Die FAA schließt den Luftraum der USA, alle Flugzeuge müssen auf dem nächstgelegenen Flughafen landen. In Washington wird das Weiße Haus evakuiert.

09.59 Uhr

Der Südturm des World Trade Centers stürzt in einer gigantischen Staubwolke in sich zusammen. Hunderte Zivilisten und Rettungskräfte werden von den Trümmern verschüttet.

10.03 Uhr

Eine Boeing 757 von United Airlines mit 44 Menschen an Bord, die von New York nach San Francisco fliegen sollte, stürzt nahe Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania in ein Feld. Offenbar hatten Passagiere über Handy von den Anschlägen erfahren und sich gegen die Flugzeugentführer aufgelehnt.

10.28 Uhr

Auch der Nordturm des World Trade Centers stürzt ein. Über den Süden Manhattans legt sich eine dicke Schicht aus Schutt und Staub.

12.39 Uhr

Bush verspricht in einer weiteren Stellungnahme, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die US-Streitkräfte seien in die höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Anschließend wird der Präsident auf die Luftwaffenbasis Offutt im Bundesstaat Nebraska in Sicherheit gebracht.

13.50 Uhr

Der Bürgermeister von Washington, Anthony Williams, ruft für die US-Hauptstadt den Notstand aus.

15.35 Uhr

Ein US-Regierungsvertreter erklärt, dass das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden verdächtigt werde, hinter den Anschlägen zu stecken.

17.20 Uhr

Ein Nachbargebäude der Zwillingstürme am World Trade Center stürzt ebenfalls ein. Das Hochhaus war durch herabfallende Trümmer schwer beschädigt worden.

20.30 Uhr

Der inzwischen ins Weiße Haus zurückgekehrte Bush wendet sich in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die US-Bevölkerung. Darin kündigt er ein hartes Vorgehen gegen die Terroristen und diejenigen an, die den Drahtziehern der Anschläge Unterschlupf gewährt haben.

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