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09.09.2011

15:44 Uhr

Serie: Mein 11. September

„Ich dachte, das sind Bilder wie im Krieg“

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. Prominente aus Politik und Wirtschaft schildern, wie sie den Tag erlebten. DIHK-Chef Driftmann rechnete mit dem Schlimmsten.

Hans Heinrich Driftmann. ap

Hans Heinrich Driftmann.

„Ich erinnere mich genau. Wir saßen im Kreise der erweiterten Geschäftsleitung zusammen und besprachen gerade die neuesten Marktzahlen, als ein Mitarbeiter aufgeregt hereinstürmte und uns vom Einschlag des ersten Flugzeugs in das World Trade Center berichtete. Wir haben natürlich sofort die Sitzung abgebrochen und den Fernseher im Raum eingeschaltet, weil wir es gar nicht glauben konnten.

Wir sahen dann quasi zu, wie das zweite Flugzeug in den Turm raste. Ich dachte, das sind Bilder wie im Krieg und ich hatte die Befürchtung, dass genau das die Folge sein könnte, als der nächste Absturz ins Pentagon gemeldet wurde.

Der Fernseher lief den ganzen Tag und wir haben fortlaufend unsere Mitarbeiter über die Entwicklung informiert.“

Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

 

Ablauf der Anschläge vom 11. September 2001

08.38 Uhr

Die US-Luftfahrtbehörde FAA alarmiert die militärische Luftüberwachung NORAD, dass offenbar American Airlines Flug 11 von Boston nach Los Angeles entführt wurde.

08.46 Uhr

Der Flug AA 11, eine Boeing 767 mit 92 Menschen an Bord, schlägt im Nordturm des World Trade Centers ein. In der Fassade klafft einriesiges Loch, die oberen Stockwerke gehen in Flammen auf. Viele Menschen sind eingeschlossen, hunderte Rettungskräfte eilen zu dem Gebäudekomplex im Süden Manhattans.

09.03 Uhr

Eine zweite Boeing 767 von United Airlines mit 65 Menschen an Bord, die ebenfalls von Boston nach Los Angeles fliegen sollte, rast in den Südturm des World Trade Centers. Das Ereignis wird von Fernsehzuschauern rund um die Welt live verfolgt.

09.30 Uhr

US-Präsident George W. Bush, der eine Schule in Sarasota im Bundesstaat Florida besucht, tritt vor die Presse und sagt, das Land werde offenbar von Terroristen angegriffen.

09.37 Uhr

Eine Boeing 757 von American Airlines, unterwegs mit 64 Menschen von Washington nach Los Angeles, stürzt in das Pentagon und bringt einen Teil des Westflügels des Verteidigungsministeriums zum Einsturz.

09.45 Uhr

Die FAA schließt den Luftraum der USA, alle Flugzeuge müssen auf dem nächstgelegenen Flughafen landen. In Washington wird das Weiße Haus evakuiert.

09.59 Uhr

Der Südturm des World Trade Centers stürzt in einer gigantischen Staubwolke in sich zusammen. Hunderte Zivilisten und Rettungskräfte werden von den Trümmern verschüttet.

10.03 Uhr

Eine Boeing 757 von United Airlines mit 44 Menschen an Bord, die von New York nach San Francisco fliegen sollte, stürzt nahe Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania in ein Feld. Offenbar hatten Passagiere über Handy von den Anschlägen erfahren und sich gegen die Flugzeugentführer aufgelehnt.

10.28 Uhr

Auch der Nordturm des World Trade Centers stürzt ein. Über den Süden Manhattans legt sich eine dicke Schicht aus Schutt und Staub.

12.39 Uhr

Bush verspricht in einer weiteren Stellungnahme, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die US-Streitkräfte seien in die höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Anschließend wird der Präsident auf die Luftwaffenbasis Offutt im Bundesstaat Nebraska in Sicherheit gebracht.

13.50 Uhr

Der Bürgermeister von Washington, Anthony Williams, ruft für die US-Hauptstadt den Notstand aus.

15.35 Uhr

Ein US-Regierungsvertreter erklärt, dass das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden verdächtigt werde, hinter den Anschlägen zu stecken.

17.20 Uhr

Ein Nachbargebäude der Zwillingstürme am World Trade Center stürzt ebenfalls ein. Das Hochhaus war durch herabfallende Trümmer schwer beschädigt worden.

20.30 Uhr

Der inzwischen ins Weiße Haus zurückgekehrte Bush wendet sich in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die US-Bevölkerung. Darin kündigt er ein hartes Vorgehen gegen die Terroristen und diejenigen an, die den Drahtziehern der Anschläge Unterschlupf gewährt haben.

Kommentare (2)

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Pendler

07.09.2011, 17:21 Uhr

Ein wirklich schreckliches Ereignis und genau so schrecklich und Menschenverachtend, wie das mit der schrecklichen Bombennacht zu Dresden, wo ca. 300.000 Menschen auch einen grausamen Tod starben

gerhard

08.09.2011, 19:00 Uhr


Jahresgedenktage geben Anlass zur Besinnung und zur Verdammung der reinen Vernichtung von Mensch und Kultur und vieles mehr. Verbunden damit sind neben Datum meistens auch Städte.

So sollten unabhängig von einem bestimmten Datum vielleicht auch weitere Namen wie Hiroshima ,Berlin, Dresden u.a. aus dem Gedächtnis " fallen" dürfen. Diese hier vorliegende Vernichtung von hoch oben aus der Luft von ZIvilisten in Kellern und Gebäuden darunter Kindern sind im Kern adäquate Ereignisse . Ursachen und die Schuldfrage fallen je nach individueller Betroffenheit nicht so gemeinsam aus. Aber es lohnt sich, trotzdem nachzudenken, inwieweit dieser sich bestialisch gebärende Terror nicht eventuell gleiche "Wurzeln" besitzt .

Seit Urzeiten schaukelt sich diese Gewalt gegenseitig auf und deshalb könnten solche Gedenktage dazu dienen, um auf dieser Erde jenes Potential -wenn schon nicht ganz auszuschalten - mindestens "stetig kleiner" zu machen - wo auch immer.

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