Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2011

21:07 Uhr

Serie: Mein 11. September

„Ich erlebte wie die Krisen-Maschinerie in Gang kam“

VonAnnegret Kramp-Karrenbauer

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. Für Saar-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, damals Innenministerin, war es zunächst wie in einem Katastrophen-Thriller.

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), saarländische Ministerpräsidentin. dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), saarländische Ministerpräsidentin.

Der 11.September 2001 ist einer der wenigen Momente im Leben, die man nie vergisst und deshalb sich auch Jahre später noch ganz genau erinnern kann.

Am Vormittag des 11. Septembers tagte die Antragskommission  der CDU Saar, um den bevorstehenden Landesparteitag inhaltlich vorzubereiten. Wir berieten gerade  die vorliegenden Anträge als mir ein Zettel hereingereicht wurde, ich solle doch dringend meinen Pressesprecher im Innenministerium zurückrufen, denn in den USA sei etwas Schlimmes passiert.

Zunächst konnte ich mir daraus keinen Reim machen. Als ich dann die Nachricht vernahm, war ich geschockt. Es überstieg damals einfach meine Vorstellungskraft, dass so etwas Undenkbares Realität geworden war. Am Fernseher verfolgte ich Tag und Nacht die Nachrichten aus New York. Es war wie in einem Katastrophen-Thriller – nur was es leider keine Fiktion, sondern todernste Wirklichkeit.

Ich war fassungslos  und bestürzt. Wie fanatisch krank müssen Menschen sein, wenn sie unschuldige Mitmenschen in einer derart kaltblütigen Art und Weise in den Tod jagen? Am Schlimmsten  waren für mich die Bilder von den verzweifelten Eingeschlossenen in den beiden Twin Towers in New York, die aus Furcht um ihr Leben in den Tod sprangen.

Das Attentat in Amerika hatte natürlich auch die deutschen Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt. Als damalige Innenministerin des Saarlandes erlebte ich, wie durch die verschärfte Sicherheitslage auch bei uns in Deutschland die Krisen-Maschinerie für die Innere Sicherheit in Gang gesetzt wurde.

Eine Sitzung jagte die nächste.  In Telefonkonferenzen waren alle Länder-Innenminister in ständigem Kontakt mit dem Bundesinnenminister und den obersten Sicherheitsbehörden unseres Landes. Wir waren aufs Höchste alarmiert: Wann und wo würden die Islamisten wieder zuschlagen?

Lesen Sie hier mehr persönliche Erinnerungen zum 11. September2001 von Handelsblatt-Korrespondenten sowie Prominenten aus Politik und Wirtschaft.

Ablauf der Anschläge vom 11. September 2001

08.38 Uhr

Die US-Luftfahrtbehörde FAA alarmiert die militärische Luftüberwachung NORAD, dass offenbar American Airlines Flug 11 von Boston nach Los Angeles entführt wurde.

08.46 Uhr

Der Flug AA 11, eine Boeing 767 mit 92 Menschen an Bord, schlägt im Nordturm des World Trade Centers ein. In der Fassade klafft einriesiges Loch, die oberen Stockwerke gehen in Flammen auf. Viele Menschen sind eingeschlossen, hunderte Rettungskräfte eilen zu dem Gebäudekomplex im Süden Manhattans.

09.03 Uhr

Eine zweite Boeing 767 von United Airlines mit 65 Menschen an Bord, die ebenfalls von Boston nach Los Angeles fliegen sollte, rast in den Südturm des World Trade Centers. Das Ereignis wird von Fernsehzuschauern rund um die Welt live verfolgt.

09.30 Uhr

US-Präsident George W. Bush, der eine Schule in Sarasota im Bundesstaat Florida besucht, tritt vor die Presse und sagt, das Land werde offenbar von Terroristen angegriffen.

09.37 Uhr

Eine Boeing 757 von American Airlines, unterwegs mit 64 Menschen von Washington nach Los Angeles, stürzt in das Pentagon und bringt einen Teil des Westflügels des Verteidigungsministeriums zum Einsturz.

09.45 Uhr

Die FAA schließt den Luftraum der USA, alle Flugzeuge müssen auf dem nächstgelegenen Flughafen landen. In Washington wird das Weiße Haus evakuiert.

09.59 Uhr

Der Südturm des World Trade Centers stürzt in einer gigantischen Staubwolke in sich zusammen. Hunderte Zivilisten und Rettungskräfte werden von den Trümmern verschüttet.

10.03 Uhr

Eine Boeing 757 von United Airlines mit 44 Menschen an Bord, die von New York nach San Francisco fliegen sollte, stürzt nahe Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania in ein Feld. Offenbar hatten Passagiere über Handy von den Anschlägen erfahren und sich gegen die Flugzeugentführer aufgelehnt.

10.28 Uhr

Auch der Nordturm des World Trade Centers stürzt ein. Über den Süden Manhattans legt sich eine dicke Schicht aus Schutt und Staub.

12.39 Uhr

Bush verspricht in einer weiteren Stellungnahme, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die US-Streitkräfte seien in die höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Anschließend wird der Präsident auf die Luftwaffenbasis Offutt im Bundesstaat Nebraska in Sicherheit gebracht.

13.50 Uhr

Der Bürgermeister von Washington, Anthony Williams, ruft für die US-Hauptstadt den Notstand aus.

15.35 Uhr

Ein US-Regierungsvertreter erklärt, dass das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden verdächtigt werde, hinter den Anschlägen zu stecken.

17.20 Uhr

Ein Nachbargebäude der Zwillingstürme am World Trade Center stürzt ebenfalls ein. Das Hochhaus war durch herabfallende Trümmer schwer beschädigt worden.

20.30 Uhr

Der inzwischen ins Weiße Haus zurückgekehrte Bush wendet sich in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die US-Bevölkerung. Darin kündigt er ein hartes Vorgehen gegen die Terroristen und diejenigen an, die den Drahtziehern der Anschläge Unterschlupf gewährt haben.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Pendler

10.09.2011, 14:30 Uhr

Man sagt ja
dass sich die Bushadministration daran dumm und dämlich verdient hat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×