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09.09.2011

12:07 Uhr

Serie: Mein 11. September

„Ich habe dann die Sicherheitslage hochgefahren“

VonKurt Beck

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck hatte zunächst den Eindruck, es handelt sich um Fiktion statt um Wirklichkeit.

Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD). dapd

Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD).

Der Terror-Anschlag vom 11. September 2001 hat die Welt verändert. Dieser Tag wird immer im Gedächtnis bleiben. Ich erinnere mich gut daran.

An jenem Dienstag nahm ich gerade an der Jubiläumsveranstaltung zur zehnjährigen Partnerschaft unseres Landes mit den Regionen aus Burgund, Mittelböhmen und Oppeln im Landtag teil, als mich am frühen Nachmittag ein Mitarbeiter über ein „schreckliches Unglück, einen Flugzeugabsturz auf ein Hochhaus in New York“ informierte. Ich bin dann in mein Büro gegangen und habe mir die Bilder im Fernsehen angesehen. Da krachte gerade der zweite Flieger in den zweiten Turm des World Trade Centers. Ich hatte zunächst den Eindruck, es handelt sich um Fiktion statt um Wirklichkeit.

Nachdem ich das Parlament und die Gäste im Landtag informiert hatte, habe ich mich mit dem Innenminister getroffen und die Sicherheitslage hochgefahren. Wir mussten zu diesem Zeitpunkt ja auch mit Nachahmern oder geplanten Anschlägen gegen die amerikanischen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz rechnen.

Für den Abend hatte ich zum traditionellen Pressefest eingeladen. Da die Journalisten aus allen Teilen Deutschlands kamen, gelang es uns nicht mehr, alle zu erreichen, um das Fest abzusagen. Wir haben dann zusammen die Bilder im Fernsehen verfolgt und bis tief in die Nacht diskutiert. Das wird mir ein Leben lang in Erinnerung bleiben.

Der 11. September hat aber auch gezeigt, dass die Solidarität zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Volk und ihren politischen Führungen stark und stabil ist. Ich bin sehr froh darüber, dass sich nach den schrecklichen Ereignissen vor zehn Jahren gerade in Rheinland-Pfalz viele und vielfältige Zeugnisse der deutsch-amerikanischen Freundschaft gezeigt haben.

Im Nachhinein betrachtet hat sich das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA sogar noch verbessert. Kein anderes Land in Deutschland hat in der Geschichte und auch heute so enge Beziehungen zu den Vereinigten Staaten wie Rheinland-Pfalz.

Lesen Sie hier mehr persönliche Erinnerungen zum 11. September2001 von Handelsblatt-Korrespondenten sowie Prominenten aus Politik und Wirtschaft.

Ablauf der Anschläge vom 11. September 2001

08.38 Uhr

Die US-Luftfahrtbehörde FAA alarmiert die militärische Luftüberwachung NORAD, dass offenbar American Airlines Flug 11 von Boston nach Los Angeles entführt wurde.

08.46 Uhr

Der Flug AA 11, eine Boeing 767 mit 92 Menschen an Bord, schlägt im Nordturm des World Trade Centers ein. In der Fassade klafft einriesiges Loch, die oberen Stockwerke gehen in Flammen auf. Viele Menschen sind eingeschlossen, hunderte Rettungskräfte eilen zu dem Gebäudekomplex im Süden Manhattans.

09.03 Uhr

Eine zweite Boeing 767 von United Airlines mit 65 Menschen an Bord, die ebenfalls von Boston nach Los Angeles fliegen sollte, rast in den Südturm des World Trade Centers. Das Ereignis wird von Fernsehzuschauern rund um die Welt live verfolgt.

09.30 Uhr

US-Präsident George W. Bush, der eine Schule in Sarasota im Bundesstaat Florida besucht, tritt vor die Presse und sagt, das Land werde offenbar von Terroristen angegriffen.

09.37 Uhr

Eine Boeing 757 von American Airlines, unterwegs mit 64 Menschen von Washington nach Los Angeles, stürzt in das Pentagon und bringt einen Teil des Westflügels des Verteidigungsministeriums zum Einsturz.

09.45 Uhr

Die FAA schließt den Luftraum der USA, alle Flugzeuge müssen auf dem nächstgelegenen Flughafen landen. In Washington wird das Weiße Haus evakuiert.

09.59 Uhr

Der Südturm des World Trade Centers stürzt in einer gigantischen Staubwolke in sich zusammen. Hunderte Zivilisten und Rettungskräfte werden von den Trümmern verschüttet.

10.03 Uhr

Eine Boeing 757 von United Airlines mit 44 Menschen an Bord, die von New York nach San Francisco fliegen sollte, stürzt nahe Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania in ein Feld. Offenbar hatten Passagiere über Handy von den Anschlägen erfahren und sich gegen die Flugzeugentführer aufgelehnt.

10.28 Uhr

Auch der Nordturm des World Trade Centers stürzt ein. Über den Süden Manhattans legt sich eine dicke Schicht aus Schutt und Staub.

12.39 Uhr

Bush verspricht in einer weiteren Stellungnahme, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die US-Streitkräfte seien in die höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Anschließend wird der Präsident auf die Luftwaffenbasis Offutt im Bundesstaat Nebraska in Sicherheit gebracht.

13.50 Uhr

Der Bürgermeister von Washington, Anthony Williams, ruft für die US-Hauptstadt den Notstand aus.

15.35 Uhr

Ein US-Regierungsvertreter erklärt, dass das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden verdächtigt werde, hinter den Anschlägen zu stecken.

17.20 Uhr

Ein Nachbargebäude der Zwillingstürme am World Trade Center stürzt ebenfalls ein. Das Hochhaus war durch herabfallende Trümmer schwer beschädigt worden.

20.30 Uhr

Der inzwischen ins Weiße Haus zurückgekehrte Bush wendet sich in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die US-Bevölkerung. Darin kündigt er ein hartes Vorgehen gegen die Terroristen und diejenigen an, die den Drahtziehern der Anschläge Unterschlupf gewährt haben.

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