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09.09.2011

09:31 Uhr

Serie: Mein 11. September

„Meine zweite Heimat wurde angegriffen“

VonAlexander Graf Lambsdorff

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. FDP-Außenpolitiker Lambsdorff, selbst damals in den USA, musste für seine Familie Evakuierungsrouten planen.

Alexander Graf Lambsdorff, außenpolitischer Sprecher der FDP im Europaparlament. dpa

Alexander Graf Lambsdorff, außenpolitischer Sprecher der FDP im Europaparlament.

Am 11. September 2001 wohnte ich wieder in Washington. Früher schon hatte ich drei Jahre an der Uni Georgetown studiert, auch in der amerikanischen Hauptstadt. Und die Stadt, die ich als meine zweite Heimat betrachtete, wurde angegriffen wie New York City. American Airlines Flug 77 raste in den Westteil des Pentagons. Das Anschlagsziel für den in Pennsylvania abgestürzten Flug UA 93 war vermutlich das Kapitol, vielleicht auch das Weiße Haus.

Nie werde ich den Schock vergessen, als eine Banderole auf CNN meldete, das State Department stehe in Flammen. Georgetown bildet mehr US-Diplomaten aus als jede andere US-Universität, viele meiner Kommilitonen, enge Freunde darunter, waren in den Dienst des Außenministeriums eingetreten. Gott sei Dank war es eine Falschmeldung.

Zu der allgemeinen Fassungslosigkeit, dem Entsetzen und der Trauer, kam bei meiner Familie noch die Ungewissheit hinzu: War jetzt Schluss? Kommen neue Anschläge? Wer war betroffen und was würde wohl noch auf uns warten? Die Telefonnetze waren zusammengebrochen, es kursierten Falschmeldungen und zahlreiche Gerüchte über noch bevorstehende Anschläge.

Wir waren alle zusammen tief verunsichert und versuchten, unseren Alltag irgendwie hinzubekommen. Das Selbstverständnis Amerikas als auf eigenem Territorium praktisch unverwundbar war zerstört. Dann kamen auch noch die Milzbrandattentate - weißes Pulver mit Anthrax-Keimen tauchte im Kapitol auf, die nächste Welle der Unsicherheit erfasste die Hauptstadt.

Die Folgen waren über Monate, gar Jahre zu spüren. Persönlich hieß das, Evakuierungsrouten für die Familie nach Pennsylvania zu studieren und Notfallkisten mit Überlebenswichtigem bereit zu halten; politisch führten die Anschläge zu einer zumindest anfänglich beispiellosen Sympathie- und Solidaritätswelle und dem mit breitem Konsens getragenen Einsatz in Afghanistan.

Der 11. September veränderte nachhaltig das amerikanische Wesen und die internationalen Beziehungen. Er veränderte auch unser Leben in den USA."

Lesen Sie hier mehr persönliche Erinnerungen zum 11. September2001 von Handelsblatt-Korrespondenten sowie Prominenten aus Politik und Wirtschaft.

Ablauf der Anschläge vom 11. September 2001

08.38 Uhr

Die US-Luftfahrtbehörde FAA alarmiert die militärische Luftüberwachung NORAD, dass offenbar American Airlines Flug 11 von Boston nach Los Angeles entführt wurde.

08.46 Uhr

Der Flug AA 11, eine Boeing 767 mit 92 Menschen an Bord, schlägt im Nordturm des World Trade Centers ein. In der Fassade klafft einriesiges Loch, die oberen Stockwerke gehen in Flammen auf. Viele Menschen sind eingeschlossen, hunderte Rettungskräfte eilen zu dem Gebäudekomplex im Süden Manhattans.

09.03 Uhr

Eine zweite Boeing 767 von United Airlines mit 65 Menschen an Bord, die ebenfalls von Boston nach Los Angeles fliegen sollte, rast in den Südturm des World Trade Centers. Das Ereignis wird von Fernsehzuschauern rund um die Welt live verfolgt.

09.30 Uhr

US-Präsident George W. Bush, der eine Schule in Sarasota im Bundesstaat Florida besucht, tritt vor die Presse und sagt, das Land werde offenbar von Terroristen angegriffen.

09.37 Uhr

Eine Boeing 757 von American Airlines, unterwegs mit 64 Menschen von Washington nach Los Angeles, stürzt in das Pentagon und bringt einen Teil des Westflügels des Verteidigungsministeriums zum Einsturz.

09.45 Uhr

Die FAA schließt den Luftraum der USA, alle Flugzeuge müssen auf dem nächstgelegenen Flughafen landen. In Washington wird das Weiße Haus evakuiert.

09.59 Uhr

Der Südturm des World Trade Centers stürzt in einer gigantischen Staubwolke in sich zusammen. Hunderte Zivilisten und Rettungskräfte werden von den Trümmern verschüttet.

10.03 Uhr

Eine Boeing 757 von United Airlines mit 44 Menschen an Bord, die von New York nach San Francisco fliegen sollte, stürzt nahe Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania in ein Feld. Offenbar hatten Passagiere über Handy von den Anschlägen erfahren und sich gegen die Flugzeugentführer aufgelehnt.

10.28 Uhr

Auch der Nordturm des World Trade Centers stürzt ein. Über den Süden Manhattans legt sich eine dicke Schicht aus Schutt und Staub.

12.39 Uhr

Bush verspricht in einer weiteren Stellungnahme, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die US-Streitkräfte seien in die höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Anschließend wird der Präsident auf die Luftwaffenbasis Offutt im Bundesstaat Nebraska in Sicherheit gebracht.

13.50 Uhr

Der Bürgermeister von Washington, Anthony Williams, ruft für die US-Hauptstadt den Notstand aus.

15.35 Uhr

Ein US-Regierungsvertreter erklärt, dass das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden verdächtigt werde, hinter den Anschlägen zu stecken.

17.20 Uhr

Ein Nachbargebäude der Zwillingstürme am World Trade Center stürzt ebenfalls ein. Das Hochhaus war durch herabfallende Trümmer schwer beschädigt worden.

20.30 Uhr

Der inzwischen ins Weiße Haus zurückgekehrte Bush wendet sich in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die US-Bevölkerung. Darin kündigt er ein hartes Vorgehen gegen die Terroristen und diejenigen an, die den Drahtziehern der Anschläge Unterschlupf gewährt haben.

Kommentare (3)

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Pendler

08.09.2011, 18:37 Uhr

Es war echt schrecklich für die USA

Bisher haben sie nur anderen den Tod aus der Luft gebracht
nun kam der Tod auf Minifüßen aus der Luft auch mal zu ihnen

w.schwachtel@gmx.de

09.09.2011, 10:38 Uhr

Die Militärmacht Nr.1 kriegt es nicht hin, daß zweite Flugzeug abzufangen, nach dem das erste in den Turm gerrauscht ist. Obwohl bekannt war, daß weitere entführte Flugzeuge in der Luft sind !

HAHAHAHA ! Für wie blöd haltet ihr SCHEI..-AMIS uns eigentlich ? Das klappt vielleicht bei euren eigenen Landsleuten, aber nicht bei den gebildeten Menschen aus anderen Ländern

peter13

09.09.2011, 10:48 Uhr

wer glaubt eigentlich noch an das Märchen eines islamistischen Anschlages? Hat eigentlich jemand schon eimal ne andere Einstellung der Flugzeuge gesehen als die immer wieder gezeigten wo selbst ein Vogelschwarm mit Überschall durchs Bild fliegt. Hollywood läßt grüßen.

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